Aerodynamik im Triathlon: Hochprofillaufräder, Scheibe & Co.


Hast du für die kommende Saison eigentlich schon ein Paar Hochprofillaufräder zum Wechseln? – Ehm…ein Paar was? Nicht nur einer unserer Nutzer wurde in den letzten Tagen mit dieser Frage konfrontiert, sondern auch ich. Und da ich selbst (bis dato) noch keine Hochprofillaufräder für mein Triathlonrad habe, bin ich der Sache auf den Grund gegangen.

Neben den klassischen Speichenlaufrädern mit einer Felgenhöhe von 40-60mm, die im Triathlon üblich sind, gibt es auch noch sogenannte Trispokes, Scheiben- und Hochprofillaufräder. Die Frage ist jedoch: Welche Felge setze ich bei welchem Rennen ein und welche Vor- bzw. Nachteile können sich ergeben? Hierbei geht es um 3 wesentliche Punkte: Gewicht, Stabilität und Aerodynamik.

Hochprofilfelge und Scheibe im Wettkampfrad. Hier beim IRONMAN 70.3 in Dubai
Hochprofillaufrad vorne und Scheibe hinten im Wettkampfrad; Foto: Sami-Florian Soliman

„Je weniger Masse man in Bewegung setzen muss, desto kräftesparender ist man unterwegs.“

Das Gewicht

Ein wirklich gutes Laufrad sollte ein geringes Gewicht haben. Denn wie wir alle wissen: Je weniger Masse man in Bewegung setzen muss, desto kräftesparender ist man unterwegs. Deshalb sind bei vielen Herstellern die Original-Laufradsätze bei dem Bike von der Stange auch meist relativ schwer. Entscheidet man sich für eine Scheibe, sollte sie weniger als ein Hochprofillaufrad wiegen.

Die Stabilität

„Carbon statt Kondition“ – diesen Spruch kennt jeder. Allerdings ist darauf zu achten, dass die Laufräder trotz ihrer Leichtigkeit auch stabil sind. Somit kann man definitiv in beides investieren: gutes Material und gutes Grundlagentraining.

Die Aerodynamik

Nicht zu vergessen unser dritter Punkt!“ Neben Gewicht und Stabilität der Laufräder spielt die Aerodynamik eine große Rolle.“, so Jens vom Frankfurter Renn- und Triathlonrad-Laden Flamme Rouge Bikes. Nicht umsonst testen nahezu alle Profi-Triathleten ihr Material in einem Windkanal oder Outdoor. Während Speichen Windverwirbelungen verursachen, welche den Athleten „bremsen“, tut dies eine Scheibe nicht. Sie ist dafür anfällig bei Seitenwinden.

„Aerodynamik spielt eine große Rolle“

Hinzu kommt, dass besonders leichte Fahrerinnen mit starken Seitenwinden und geschlossenen Scheiben ein erhebliches Problem haben. In diesem Fall macht die Scheibe mehr Arbeit, als dass sie hilft. Die Athletin muss mehr Kraft als sonst aufwenden, um das Fahrrad in Position zu halten.

Wann fährt man nun welches Laufrad?

Grundsätzlich ist diese Frage vor allem von einem abhängig: Das fahrerische Können der Athleten. Zudem ist wichtig, so Jens von Flamme Rouge Bikes, sich vorher das Streckenprofil des Rennens genau anzusehen und die Wetterlage an den Tagen vor dem Wettkampf abzuwarten. Je nachdem ist für manche Fahrer dann schon die Frage des richtigen Laufradsatzes geklärt.

Wartung der Wettkampflaufräder
Wartung der Laufräder sollte generell vor jedem Wettkampf geschehen

Brauche ich Wettkampflaufräder?

Prinzipiell ist es gut, wenn man noch einen Satz Laufräder zum Wettkampf mitnimmt. Allerdings müssen das auch Laufräder sein, die man im Training schon gefahren ist. Es ist nicht von Vorteil, sich „Wettkampflaufräder“ anzuschaffen, die man fahrerisch nicht kennt und nur im Wettkampf einsetzt. Da die Variationen an Laufrad-Kombinationen (80mm vorne + Scheibe hinten, 40mm vorne + 80mm hinten, etc.) viel Spielraum lassen, würde ich dieses Thema gerne in einem anderen Artikel separat erläutern.

 

Viel Spaß beim Radfahren – #rideon !

Über Lena Nikolakis

Lena ist nicht nur unser TIME2TRI Kreativkopf sondern auch als begeisterte Ausdauersportlerin dem Triathlonsport verfallen. Mit einem Ohr immer am Puls der Zeit weiß sie ganz genau ,welche Themen und Trends die Szene aktuell bewegen. Neben gutem Design und geometrischen Formen ist Lena vor allem für schnelle Motoren und Jan Frodeno zu begeistern...

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