Welcher Leistungsmesser ist der Richtige für mich?


Hast du dich dazu entschieden einen Leistungsmesser zu kaufen, kommen gleich die nächsten Fragen. Wo soll die Leistung gemessen werden? Welcher Hersteller soll gewählt werden? Welche Technologien sollen genutzt werden? Denn es gibt viele unterschiedliche Systeme, Hersteller und Anforderungen.

Zu diesen Fragen gibt es keine generelle, einfache Antwort, denn dafür sind zu viele unterschiedliche Systeme auf dem Markt.

Die erbrachte Leistung auf dem Fahrrad kann an verschiedenen Stellen gemessen werden:

  • im Kurbelspider (Hersteller unter anderem: SRM, QUARQ, POWER2MAX, PIONEER)
  • im Innenlager (Hersteller unter anderem: ROTOR)
  • im Kurbelarm (Hersteller unter anderem: ROTOR, STAGES, SHIMANO)
  • in den Pedalen (Hersteller unter anderem: GARMIN, BEPRO)
  • in der hinteren Nabe (Hersteller unter anderem: POWERTAP)
  • am oder im Schuh (Hersteller unter anderem: BIMBROTHERS, LUCK)
  • durch Wind- und Beschleunigungssensoren (Hersteller unter anderem: NEWTON)

Und welcher Powermeter ist jetzt für mich der Richtige?

Bevor wir dazu kommen, sollte sich jeder erst einmal ein paar Fragen vorab stellen und damit eine Bedarfsermittlung durchführen:

1. Welche Funktionen sind mir wichtig (Stichwort: Wattmessung 2.0) und setzen diese möglicherweise eine beidseitige Messung voraus?
2. Soll ein bereits vorhandener Radcomputer verwendet werden oder wird ein neues System erforderlich?
3. An wie vielen Rädern soll der Leistungsmesser verwendet werden?
4. Möchte ich die Wartung selbst übernehmen?

Wenn diese Fragen beantwortet sind, wird der Kreis der potentiellen Systeme wahrscheinlich bereits kleiner. Nachfolgend ist es sinnvoll die Vor- und Nachteile der verbleibenden Systeme abzuwägen. Diesen Schritt wollen wir hier mit Fakten unterfüttern.

Die verschiedenen Messsysteme im Vergleich

Messsysteme im Kurbelspider sind durch die Pionier-Arbeit von SRM heute schon lange Standard, weit entwickelt und messen sehr genau. Sie erlauben aber immer nur Kettenradgarnituren bestimmter Hersteller. Wird ausschließlich im Spider gemessen, erfolgt die Messung nur einseitig – die Gesamtleistung wird demnach nicht gemessen, sondern berechnet.

Systeme im Kurbelarm bieten bei einigen Herstellern optional die beidseitige Leistungsermittlung.

Ein Messsystem im Innenlager ermittelt die Werte einseitig und bedeutet besseren Schutz im Falle eines Sturzes und eine hohe Resistenz gegenüber Schmutz.

Kombinierte Messsysteme aus Innenlager und Kurbelarmmessung (wie der ROTOR 2INPower), die sowohl in der Achse, als auch im Kurbelarm messen, bieten ebenfalls beidseitige Messdaten an.

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Leistungsmesser in den Pedalen haben den Vorteil der schnellen Montage, sodass das System sehr schnell auf andere Räder ummontiert werden kann. Auch hier gibt es einseitig und beidseitig-messende Systeme. Gleichzeitig werden sie aber bei Stürzen fast immer in Mitleidenschaft gezogen und müssen sehr akkurat montiert werden, da sonst zu große Messabweichungen erfolgen.

Naben-Powermeter beschränken die Laufradauswahl, bieten aber, wie die Pedalsysteme, auch eine höhere Flexibilität. So kann das Hinterrad vom Trainingsrad sehr schnell auf das Wettkampfrad montiert werden. Werden unterschiedliche Laufradsätze gefahren, ist dieser Vorteil hinfällig.

Leistungsmesser im oder am Schuh sind meines Erachtens zur Zeit im Wesentlichen in der Erprobungsphase. Hier gilt es abzuwarten, wie sich das Ganze technisch entwickeln wird.

Messsysteme mit Wind- und Beschleunigungssensoren (wie der Newton PowerPod) berechnen die Leistung aufgrund von Algorithmen. Hier wird also nicht wirklich die Leistung gemessen, sondern versucht, sich der erbrachten Leistung durch zahlreiche Parameter möglichst genau zu nähern. Diese Powermeter funktionieren systembedingt nicht auf der Rolle.

Unterschiede in der gemessenen Leistung

An dieser Stelle noch eine wichtige Bemerkung über die später ermittelten Werte.
Oftmals vergleichen Athleten die gemessene Leistung Ihres Powermeters mit den Daten bei einer Leistungsdiagnostik. Hier wird oft ein Cyclus II eingesetzt.
Da die Werte nicht an den gleichen Stellen abgenommen werden, wird es hier häufig zu Differenzen kommen.
Die Leistung, die z.B. hinten an der Nabe ankommt, entspricht natürlich nicht der Leistung, die in einer Innenachse gemessen wird, denn alleine die Kette wird bereits einiges an Leistung schlucken.

Ich gebe zu, dass es ein wenig Arbeit ist, aber ich bin mir sicher, dass sich diese Analyse am Ende für alle bezahlt macht.
Denn an einem guten, für die eigenen Anforderungen passenden Leistungsmesser wird man viele Jahre Freude haben!

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Über Roger Milenk

Querdenker. Autodidakt. Visionär. Seit über 2 Jahrzehnten vertreibt Roger mit seiner Firma ACS Vertrieb GmbH die Produkte namhafter Hersteller rund um den Triathlonsport und brachte bereits 1993 die ersten Energy-Gels auf den europäischen Markt. Dabei versucht er stets, nicht nur innovative Produkte zu entwickeln sondern diese auch seinen Kunden einfach und verständlich nahezubringen. Insbesondere die Themen rund um Sportlerernährung und Wattmessung liegen Roger sehr am Herzen – bei TIME2TRI sorgt er daher für das Grundlagenwissen in diesem Bereich.

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