Pay the farmer, not the pharma! Das Kochbuch von SuperGoodFood ist da.


Gute Bilder, coole Sprüche und informativer Content – wenn einer weiß, wie man aus dem Einheitsbrei der Anbieter für gesunde, cleane Ernährung hervorsticht, dann ist das Marcus Schall – Deutschlands erster Clean Eating Officer (CEO).

Sein Projekt SuperGoodFood (SGF) war bislang nur auf Facebook und Instagram existent – und kommt nun auch in analoger Form in unsere Küchen: in Form seines ersten Kochbuchs.

Super Good Food von Marcus Schall
Super Good Food von Marcus Schall

Ich folge SuperGoodFood schon seit längerer Zeit und bin großer Fan. Der alltagstaugliche Mix aus BIO, Clean Eating, Paleo und vegetarischer / veganer Ernährung, kombiniert mit ein paar ausgewählten Superfoods ist das Eine – das Drumherum – ansprechende Bilder, tolle Rezepte, lustige Wortspiele, coole Sprüche und viele Informationen zu Lebensmitteln und Ernährung sind das Andere – und die Zutat, mit der Marcus Schall in kürzester Zeit einen Wiedererkennungswert par excellence geschaffen hat.

„das Motto: UNFUCK YOUR FOOD!“

Im Gegensatz zu anderen Seiten gibt es bei SGF wenig Eigenwerbung à la „ich hab zwar seit Wochen nichts gepostet aber hey – kauf doch mein ebook!“ – dafür umso mehr Inhalt. Allein dafür gibt es von mir ein dickes „Daumen hoch!“.

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Das Kochbuch

„SuperGoodFood – Glücksrezepte für mehr Power“. Mit diesem Titel und in gewohnter SuperGoodFood-Optik steht das erste Kochbuch von Marcus Schall in den Buchregalen der Nation. 160 Seiten, vollgepackt mit allem, was man für eine gesunde, bewusste Ernährungsweise benötigt.



Bereits das Vorwort ist gewohnt sympathisch, flapsig verfasst – Marcus erklärt das Buch ausdrücklich zur challengefreien Zone und findet: man kann es auch mal entspannter angehen – das Leben an sich ist oft Challenge genug!. Er sieht das Buch als Einladung, sich mit Ernährung auseinanderzusetzen, Anregungen zu schaffen, sich bereits Bekanntes wieder in Erinnerung zu rufen, Rezepte auszuprobieren und neue Wege zu gehen.

Der Anspruch: alle Rezepte sind alltagstauglich und unkompliziert – dafür immer gesund und lecker.

„man kann es auch mal entspannter angehen – das Leben an sich ist oft Challenge genug!“

Auf den folgenden Seiten erhält der Leser in der Einführung Einblick in die SuperGoodFood – Philosophie.

Der Grundgedanke: sie lässt genügend Spielraum für individuelle Bedürfnisse und ist bewusst nicht starr und unflexibel gestaltet. Die verfolgte Ernährungsweise hat eine vorwiegend pflanzliche Basis, kombiniert mit ein paar wenigen, ausgesuchten, dafür qualitativ hochwertigen tierischen Lebensmitteln.

Weiter geht es mit einigen – selbst für mich, die in jeder freien Minute Ernährungsbücher und -blogs verschlingt – sehr informativen Seiten. Neben Themen wie die Verwendung von BIO-Lebensmitteln und Nahrungsmittelqualität werden auch viele Informationen rund um Kalorien- und Nährstoffdichte, Makro- und Mikronährstoffe und Stoffwechselprozesse geliefert. Die SGF – Tipps runden das Kapitel ab – für mich als Frau war besonders der Tipp in Sachen Eisenaufnahme durch pflanzliche Lebensmittel hilfreich und interessant.

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Zwei weitere Kapitel beschäftigen sich mit den aktuellen Ernährungstrends der Superfoods sowie mit dem Ernährungstrend „clean eating“.  Das Fazit: Superfoods sind keine Exoten, die einmal den halben Erdball umrundet haben müssen – regionale Lebensmittel, wie zB der gute, alte Grünkohl, sind prall gefüllt mit gesunden Nährstoffen – und haben obendrein eine perfekte CO2-Bilanz. Darüber hinaus kommt Marcus zu dem Schluss: die Ansätze des Clean Eating sind super und spiegeln sich auch in seinen Rezepten wider- jedoch gibt es beim Clean Eating keinen Königsweg und keine allgemeingültige Richtlinie – jeder Mensch ist anders und isst auch anders. Daher sollte man vor allem auf seinen eigenen Körper hören, sein Körperbewusstsein wieder finden und sich Gedanken darüber machen, was man isst – und warum.

„jeder Mensch ist anders und isst auch anders“

Für mich persönlich eher überflüssig – aber da mag es jemandem, der sich noch nie mit dem Thema Ernährung auseinander gesetzt hat vielleicht anders gehen: das Kapitel über das notwendige Küchen – Equipment und die Essensvorbereitung („meal prep“). Salatschleuder, Mixer und Co sind für mich jetzt eher selbstverständlich und nicht erwähnenswert. :-)

Die Rezepte

Die Rezepte sind in 7 verschiedene Kapitel unterteilt:

  • Frühstück
  • Lunch
  • Dinner
  • Super – Stullen
  • Snacks & Basics
  • Desserts
  • Drinks

Neben den eigentlichen Rezepten gibt es zu vielen Rezepten noch Tipps für die alternative (zB vegane) Zubereitung und darüber hinaus kleine Info-Kästchen mit interessanten und lustigen Facts rund um einzelne Nahrungsmittel und Rezepte – wie zB die Entstehung des Bircher Müslis. Sehr unterhaltsam geschrieben!

Ein kleiner Wehrmutstropfen: Leider gibt es nicht für jedes Rezept ein dazu passendes Foto. Ich persönlich bin ein Mensch, der Rezepte primär dann nachkocht, wenn sie im Kochbuch gut und appetitlich aussehen – und nicht dann, wenn sie „nur“ gut klingen. Dadurch blättert man natürlich über das ein oder andere Rezept drüber, das nicht mit einem Foto abgebildet ist.

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Frühstück

Eine gute Mischung aus 13 Rezepten – von Klassikern wie Müsli-Variationen über süße Frühstücks wie Acai-Bowls, Buchweizen-Pancakes und Apple Crumble hin zum herzhaften Start in den Tag mit einer mexikanischen Bohnenpfanne oder einem Eierbrot mit Paprika-Mais-Gemüse ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Lunch

10 Querbeet-Rezepte, die für jeden Geschmack etwas beinhalten – von Basics wie Dinkelnudeln mit Tomatensauce über ausgefallene Sachen wie eine asiatische Misosuppe mit Wakame oder ein (übrigens sehr leckeres!) Rezept für Bratquinoa hin zur rustikalen Sauerkraut-Pfanne.

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Dinner

Auch hier sind 10 Querbeet – Rezepte enthalten, die eine tolle Bandbreite durch verschiedene Geschmacksrichtungen bieten. Ich persönlich esse vieles, was hier als Dinner – Rezept gekennzeichnet ist, zu Mittag – zB die Vollkornfladen mit Falafel oder den Quinoa-Linsensalat, der für mich ein perfekter Begleiter für die Mittagspause im Büro ist.

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Super – Stullen

Dieses Kapitel ist für mich eine Offenbarung. Nicht zuletzt deshalb, weil es in meinem Leben schon vor Veröffentlichung des Buches ebenfalls eine Super-Stulle gab – in Form von Guacamole – Broten. Ein Rezept, das ich so ähnlich im Buch von SuperGoodFood wiedergefunden habe. Durch unseren Mainzer Stullen – Lieferservice  „Stullen- Andi“ bin ich natürlich sehr verwöhnt, was kreative, unkonventionelle Stullen betrifft – ich liebe kreativ belegte Brote und Brötchen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass alle sieben Super-Stullen von Marcus Schall absolut meinen Nerv treffen. Von Brötchen mit Grünkohl- Walnuss-Pesto über das „feige Zicklein“ – eine Komposition mit Feige, Ziegenkäse und Rosmarin – hin zur Stulle mit Gorgonzola, Birne und Spinat – oder die Winterstulle mit Chicorée: ich liebe sie alle. Prädikat: lecker! Und absolut empfehlenswert!

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Snacks & Basics

11 Rezepte für den kleinen Hunger zwischendurch – von glutenfreien Low-Carb-Crackern, exotischem Studentenfutter mit Sauerkirschen, Feigen und Ananas über leckere Riegel-Variationen hin zum mittlerweile fast schon klassischen Chia-Pudding – hier wird jeder fündig.



Desserts

Wie heißt es so schön: das Beste kommt zum Schluss! Naja fast – schließlich ist das Dessert- Kapitel erst das vorletzte Kapitel im Buch von SGF. Aber das hat es in sich.

Ich sag nur: Kokos-Quark-Bällchen auf Mangopüree. Bananen – Mandelmus – Sushi. Schokobrownies. Mango- oder Beeren-Eis. Nicht zu vergessen das Banana Nut Bread aka „Bread Fitt“ – na, läuft euch auch das Wasser im Mund zusammen? Zu Recht!

11 Rezepte mit Suchtfaktor. Oder um das Buch zu zitieren:  „Leider geil!“

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Drinks

Zusätzlich zu den beiden Shakes aus dem Frühstücks-Kapitel gibt es im – nun wirklich – letzten Kapitel des Buches noch 6 weitere Shakes. Ich muss gestehen, ich bin der Typ, der seinerzeit eine 10tägige Saftkur bereits nach einem halben Tag abbrach und sich auf die Suche nach „was zum Beißen“ machte – Shakes trinke ich nicht regelmäßig und meist nur aus Zeitmangel. Rezepte wie „Orange-Chicorée-Koriander-Smoothie werden daher von mir – I’m sorry to say – nicht nachgekocht und ausprobiert. Was allerdings sogar mir geschmeckt hat, ist der Banane-Kokos-Limetten-Shake. Besonders zur jetzigen, kalten Jahreszeit sehr gut ist darüber hinaus das Rezept für den „Clean Immunizer“ aus dem Kochbuch von SuperGoodFood.

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Fazit

SuperGoodFood. Wer dem Projekt in den sozialen Medien folgt und es kennt, der erhält mit dem Kochbuch genau das, was er erwartet: ein tolles, gesundes, abwechslungsreiches und modernes Kochbuch – alle Rezepte sind gut verständlich beschrieben, einfach nachzukochen, alltagstauglich und schmecken lecker. Bis auf wenige Zutaten werden – im Gegensatz zu anderen Rezeptbüchern – keine großen Exoten, die das halbe Monatsgehalt kosten, verwendet.

Wer das Projekt noch nicht kennt, der erhält mit dem Buch einen leicht verständlichen, guten und sympathischen Einstieg in das Thema gesunde, bewusste und zeitgemäße Ernährung.

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Eigentlich müsste ich wegen meinem kleinen Wehrmutstropfen, dass es nicht zu jedem Rezept ein passendes Bild gibt, ein halbes Sternchen abziehen. Da ich aber wirklich viel Spaß beim Lesen und Nachkochen hatte und der Rest des Buches mich mehr als überzeugt hat, gibt es von mir dennoch

5 von 5 TIME2TRI-Sternen und einen klaren Kauftipp – das Buch ist wirklich supergood!

Zu kaufen gibt es das Buch zum Preis von 17,99 EUR übrigens hier.

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Summary
Review Date
Reviewed Item
SuperGoodFood Kochbuch
Author Rating
5
Über Stephanie Päthe

Steffie ist die Frau für schöne Dinge. Weil sie gutes Design und das Besondere liebt, gestaltete sie ihren Trainingsplan bis zur Geburt von TIME2TRI mangels gefallender Trainingssoftware noch kreativ per Hand. Steffie macht Sport nicht nur aus Spaß an der Bewegung sondern auch, weil sie Herausforderungen liebt. Apropos: Unsere Kreative liebt das Abhaken von To-Do-Listen und gesundes Essen - ihre Schwachstelle ist allerdings der Ritter Sport-Fabrikverkauf...

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