Kampf dem inneren Opossum: innerlich locker machen vor einem Wettkampf


Im ersten Teil meines kleinen Ratgebers für mehr mentale Stärke im Wettkampf habe ich Tipps für den selbstwirksamen Umgang mit Lampenfieber formuliert. Doch nicht jede Athletin oder Athlet verspürt angesichts einer bevorstehenden Herausforderung Unruhe und Nervosität: manch einer erstarrt eher, fühlt sich wie gelähmt und antriebslos.


Ähnlich wie ein Opossum – die nordamerikanische Beutelratte stellt sich bei Gefahr einfach tot. Über 6 Stunden lang kann sie bewegungslos mit herausgestreckter Zunge und weit geöffneten Augen liegenbleiben, bis sich der Feind wieder verzogen hat. Was im Tierreich ein schlauer Überlebenstrick ist, schränkt als Verhalten die Leistungsfähigkeit im Wettkampf drastisch ein.

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Athleten, die dieses Gefühl auch kennen, sich am liebsten „sofort in Luft auflösen“ zu wollen angesichts des bevorstehenden Wettkampfes, gehen meist ein wenig unter im munteren Trubel der frühmorgendlichen Wechselzone. Ähnlich wie beim sehr nervösen Wettkampftyp mit „Lampenfieber“ sieht man auch bei einem „Opossum“ anhand einiger Körpermerkmale, wie es innerlich um sie oder ihn bestellt ist: blasse Hautfarbe, sehr still, hochgezogene Schultern, gesenkter Blick, flacher Atem.

„Athleten, die sich am liebsten „sofort in Luft auflösen wollen“, gehen meist ein wenig unter im Trubel der frühmorgendlichen Wechselzone.“

Eine gesunde Portion „Stress“ macht uns leistungsstark – kommt zum Stress jedoch die Vorstellung hinzu, die Anforderung nicht bewältigen zu können, tritt eine Angstreaktion ein. Diese drängt uns eher in die Vermeidung anstatt in die gewünschte Richtung, nämlich das positive In-Angriff-Nehmen der Aufgabe. Sind also bei den Nervösen eher Selbstregulierungsfähigkeiten gefragt, braucht unser Opossum einen höheren Aktivierungsgrad, um gute Leistungen im Wettkampf abrufen zu können.

3 Tipps wie ihr euch selbst aus der gedanklichen Erstarrung
befreien könnt:

1) Bewege dich aktiv

Um aus der gedanklichen Starre herauszukommen, sollte auf jeden Fall der Körper richtig in Schwung gebracht werden. Gehe nicht einfach nur gemütlich auf und ab traben, sondern bewege dich aktiv und schwungvoll vor dem Wettkampf, nimm dir ein Seil zum Springen oder mache kurze Sprints, eine weitere wunderbare Übung zum gleichzeitigen Aktivieren und Konzentrieren ist das Jonglieren! Packe dir deine Lieblingsmusik auf die Ohren oder probiere es mal mit einem aktivierenden Duft: Zitrusfrüchte zB. So kommst du auf die richtige Betriebstemperatur!

2) Bring‘ deine Supporter zum Wettkampf mit

Sorge für ein unterstützendes Umfeld: umgib dich ganz bewusst mit Menschen, die dir wichtig sind, lass dich zum Wettkampf begleiten, unterhalte dich, lache. Wer alleine unterwegs ist, versinkt leichter in einem lähmenden Gedankenkarussel.

3) Entwirf dein persönliches Aktivierungsbild

Deine Gefühle werden von dem gesteuert, was du denkst und dir vorstellst: lenke deine Gedanken also auf etwas Positives, Energiegeladenes, Lebendiges, Aktives. Entwirf dir dazu dein persönliches Aktivierungsbild: visualisiere eine Erinnerung an eine ganz besonders gelungene sportbezogene Leistung, mitsamt all ihren Details. Schreibe dir auf bunte Kärtchen dein Körpergefühl, deine Gedanken, deine Gefühle, deine Umgebung. Wenn du dies alles wieder auf deine innere Gedanken-Bühne holst, wirst du dich auch gleich energiegeladener fühlen!

Über Eva Helms

Eva vereint die Leidenschaft für den Triathlonsport mit ihrer Faszination für die mentalen Anforderungen des Ausdauersports. Als Sport Mental - Coach und Triathletin beschäftigt sie sich intensiv mit der Frage: wie kann es gelingen, mit Freude und Leichtigkeit nicht nur monatelang ein Ziel zu verfolgen und zu trainieren, sondern auch im Wettkampf selbst das gesteckte Ziel zu erreichen? Eva begleitete in den letzten Jahren viele Athleten auf ihrer ganz persönlichen sportlichen Reise und gibt neben vielen Tipps aus ihrer beruflichen Ausbildung auch viele Erfahrungen aus ihrem Leben als leistungsorientierte Altersklassenathletin an ihre Klienten weiter.

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