Unsichtbare Barrieren


Es gibt Menschen, die nehmen ihr Leben in die Hand und leben Vollgas. Es gibt auch solche,  die immer einen „Schuldigen“ suchen oder einen Grund finden, warum sie gerade nicht tatkräftig werden können. Manchmal aber gibt es ganz interessante, fast schon unsichtbare Blockaden, die einen davon abhalten, das zu tun, was wirklich in einem steckt.

Ursachen von Kopfblockaden – was hält dich ab?

Wie so vieles im Leben sind auch Kopfblockaden ein Trainingsresultat unserer Erziehung und Erfahrungen. Irgendwann im Leben haben wir gelernt, jenes zu unterlassen und Dinge so zu tun, wie wir sie beigebracht bekommen haben. Oder unsere Kultur hat uns gelehrt: „das macht man so.“ Wenn wir jene gelernte Muster nie hinterfragen, bleiben sie immer in uns.

Stell dir vor, alle Restriktionen in deinem Kopf sind in einer nicht lesbaren Sprache geschrieben.

Wir leben dann innerhalb dieser unausgesprochenen Toleranzzonen. Wir leben konform. Stoßen wir jedoch an Grenzen, scheitern wir oder wollen wir einfach mal quer schwimmen, dann besteht die Chance, eine Blockade aufzulösen.

Von Haien und Glasbarrieren

Eine Meeresbiologin untersuchte diesen Fall anhand eines Haifischs. Dieser zog ruhig seine Bahnen in seinem Becken, bis viele kleine Fische zugegeben wurden. Prompt attackierte und fraß der Hai seine Beute. Daraufhin zog die Forscherin eine starke Wand aus Fiberglas in das Becken ein, wodurch es in zwei Teile geteilt wurde. Dann setzte sie den Hai in die eine Hälfte des Beckens und die Kleinfische in die andere Hälfte. Erneut wollte der Hai zubeißen, aber prallte an der Glaswand ab. Er versuchte es immer wieder, während die Fische unbeirrt in ihrer Hälfte umherschwammen. Nach circa einer Stunde gab der Haifisch auf.

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„Lebst du? Oder wirst du gelebt?“

Dieses Experiment wurde dutzende Male über mehrere Wochen hinweg wiederholt. Dabei wurde beobachtet, dass sein Aggressivitätslevel nachließ und er weniger Versuche unternahm, um die Kleinfische zu attackieren. Irgendwann gab der Hai vollends auf und attackierte die Kleinfische gar nicht mehr. Als die Biologin dann die Glaswand entfernte, griff der Hai nicht an. Der Hai hatte gelernt, dass es eine unüberwindbare Barriere zwischen ihm und den Fischen gibt. Ein Angriff lohnt nicht. Warum auch – er hat gelernt, er kommt nicht durch und er verfügt nicht über die Mittel und Fähigkeiten, die ihn an seine Beute bringen.

„Wenn wir Gewohnheiten nie hinterfragen, bleiben sie für immer in uns.“

Bewusst-machen von unbewussten Kopfblockaden

Sich Unbewusstes bewusst zu machen ist eine Fähigkeit von reflektierenden Lebewesen. Wir Menschen müssen uns nicht dem Schicksal ergeben, sondern können uns selbst behelfen. Der Schlüssel dazu ist: Bewusstsein.

Lässt du dir die Richtungen deines Lebens vorschreiben?
Lässt du dir die Richtungen deines Lebens vorschreiben?

So wie der Hai haben viele Menschen Blockaden im Kopf, die sie nicht wahrnehmen. Hinweise geben Aussagen wie:

  • Ich weiß auch nicht warum ich das tue.
  • Ich kann nicht anders.
  • Keine Ahnung warum mir das immer passiert.
  • Ist doch eh zwecklos.
  • Bringt nichts.
  • Ist halt so.
  • uvm.

Manchmal wird man auch – ungefragt – auf Gewohnheiten hingewiesen. Dann liegt es an dir, was du daraus machst.

Auflösen von Kopfblockaden

Der erste Schritt ist genommen. Du weißt, wo es bei dir klemmt. Prima! Das Schwierigste ist geschafft. Suche dir nun ein neues Ziel, eine Handlung, die du, anstelle des gelernten Verhaltens, ausführen möchtest.

Ich persönlich finde das eine tolle Ausgangssituation, denn nun darfst du dir etwas wünschen. Wünsch dir ein Verhalten, das du an den Tag legen möchtest und bringe es dir bei. Am Beispiel des Hais könnte dies sein, mit den Fischen zu spielen.

Grundvoraussetzung für ein barrierefreies mentales Leben ist Bewusstsein. Über die Erkenntnis gelangt man zur Einsicht und hat dann Ausblick auf neue Wege.

Konsequenzen

Wie eingangs beschrieben können unsichtbare Barrieren kulturelle Regularien sein, d.h. Erwartungshaltungen von Menschen eines bestimmten Kulturkreises. Tanzt jemand aus der Reihe, fällt er auf. Das kann positiv oder negativ sein.

1. Beispiel: Businesskleidung/-knigge. Ein Katalog an ungeschriebenen Gesetzen der Geschäftswelt. Ob man da mitmacht, sollte jeder für sich entscheiden.

2. Beispiel: Lebensplanung. Schule – Studium – Job – Hochzeit – Haus – Kind – Job – Deckel zu. Auch dieses Modell eines „normalen“ Lebens sollte jeder für sich hinterfragen.

„Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Eltern und Freunde.“

Konsequenzen von überwundenen unsichtbaren Barrieren sind ferner:

  • Erklärungszwang: man muss sein „von der Norm“ abweichendes Verhalten oftmals erklären
  • Andersartigkeit: man gilt als „anders“ – anders als die graue Masse
  • Fokus: wer sich aus der grauen Masse hervortut, fällt auf; überlege dir vorher, ob dir dies Vorteile verschafft
  • Neue Möglichkeiten: wer anders lebt, hat andere Möglichkeiten

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Analysieren und Hinterfragen deiner übernommenen Gewohnheiten.

Über Astrid Ecke (sportsbirne)

Astrid hat ihre eigenen Triathlon-Disziplinen: Mountainbiken, Bergsteigen und Tennis. Als alpine Ausdauersportlerin hat die Mentaltrainerin schon so manche Extremsituation gemeistert. Bei TIME2TRI sorgt Astrid mit vielen Tipps und Tricks für Kopfarbeit und mentale Stärke - und Bestleistung, wenns drauf ankommt.

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