Interview mit Anja Beranek: „Saisonplanung bisher aufgegangen“


Nach einem erfolgreichen Saisonstart mit dem Sieg in ihrem „Heimrennen“ Challenge Fuerteventura, dem 2. Platz in Brasilien und einem starken 3. Rang beim IRONMAN 70.3 St. Pölten steht für die deutsche Profi-Triathletin Anja Beranek am morgigen Sonntag das nächste Rennen an: der IRONMAN 70.3 Kraichgau – im Land der 1000 Hügel.

Anja stand uns vorab für ein kleines Interview zur Verfügung, in dem sie über ihre bisherige Saison berichtet und euch ein paar Tipps und Tricks für einen erfolgreichen Wettkampf verrät.

„Um nach dem Rennen schnell zu regenerieren ist es gut, wenn man sich leicht und locker bewegt.“

T2T: Am morgigen Sonntag steht für dich bereits das vierte Rennen über die Mitteldistanz in deiner Triathlon-Saison 2016 an – ist deine bisherige Saisonplanung aufgegangen?

Anja Beranek: Ich bin bisher sehr gut in die neue Saison gestartet und mit den Rennergebnissen sehr zufrieden. Noch viel wichtiger als die bisherigen Rennergebnisse ist aber mein Formaufbau für die Highlights – Challenge Roth und IRONMAN Hawaii– mit dem ich sehr zufrieden bin.

Im Winter habe ich intensiv an meiner bislang schwächsten Disziplin – dem Laufen gearbeitet. Die bisherigen Wettkämpfe haben gezeigt, dass ich mich hier im Vergleich zum letzten Jahr stark verbessert habe. Im letzten Rennen in St. Pölten konnte ich auch beim Lauftempo der Konkurrenz mithalten – daher ist die Saisonplanung bisher gut aufgegangen – aber es gibt natürlich auch noch einiges zu tun :)

Anja Beranek | Foto: tritime
Anja Beranek | Foto: tritime

„Tapering: Der Trainingsumfang wird reduziert, wobei der Trainingsreiz stets intensiv, aber kurz bleibt“

T2T: Vor den Rennen wird immer viel über das „Tapering“ gesprochen. Wie sieht das bei dir aus? Hast du eine besondere / Lieblings-Trainingseinheit oder spezielle Ernährungsgewohnheiten während deiner Tapering-Phase?

Anja Beranek: In der Tapering-Phase geht es darum, sich körperlich und mental auf den Wettkampf vorzubereiten. Der Trainingsumfang wird reduziert, wobei der Trainingsreiz stets intensiv aber kurz bleibt. Die dadurch „gewonnene“ Zeit nutzt man zur Ruhe und „mal nichts machen“ – etwas, was uns Triathleten manchmal schwer fällt. Die kurzen Reize werden gesetzt, um den Stoffwechsel und die Körperfunktionen am Laufen zu halten.

In der Phase vor dem Wettkampf achte ich darauf, dass ich stets Nahrungsmittel esse, die ich gut vertrage, die viel Energie liefern und gleichzeitig leicht verdaulich sind.

Am Tag vor dem Rennen mache ich meistens einen Lauf – ca. 30 Minuten – mit ein bisschen Lauf ABC und Steigerungen, dann ca. 40 Minuten locker Radfahren mit 2×3 Minuten Wettkampftempo und 20 Minuten Schwimmen mit viel Technik und ein paar Sprints.

Anja Beranek | Foto: tritime
Anja Beranek | Foto: tritime

T2T: Kennst du, wie viele Altersklassen-Athleten auch, das Gefühl kurz vor dem Wettkampf, zu wenig trainiert zu haben? Wie machst du dir klar, dass es nicht so ist?

Anja Beranek: Klar kenne ich das Gefühl, dass man an seinem Training zweifelt und vielleicht unsicher wird, je näher der Wettkampf rückt. Wichtig ist hierbei, sich bewusst zu machen, wo man gerade steht und was man gerade im Stande ist zu leisten. Man kann im Wettkampf keine Wunder vollbringen, daher sollte man sich realistische Ziele zu setzen und so ist man vielleicht auch mit dem Ergebnis zufriedener.

Anja Beranek | Foto: tritime
Anja Beranek | Foto: tritime

T2T: Auf was freust du dich immer am Meisten nach dem Rennen? Was ist dein Tipp, um nach dem Rennen schnellstmöglich zu regenerieren und für das nächste Rennen fit zu sein?

Anja Beranek: Ich freue mich auf einen „faulen“ Tag danach, an dem ich auch mal Zeit für andere schöne Dinge habe, die sonst zu kurz kommen – und auf ungesundes Essen direkt nach dem Rennen. 😉

Um nach dem Rennen schnell zu regenerieren ist es gut, wenn man sich leicht und locker bewegt, am besten eignet sich hier eine lockere Schwimm- und Radeinheit. Intensives Dehnen und ein bisschen Wellness, wie ein basisches Bad oder eine erholsame Massage tun dem Körper sehr gut. Wichtig ist aber auch Dinge zu machen, die der Seele gut tun – denn nicht nur der Körper sondern auch der Kopf muss Kraft tanken um wieder fit für das nächste Rennen zu sein.

Liebe Anja, vielen Dank für das Interview – wir wünschen dir für Sonntag schnelle Beine und ein weiteres, erfolgreiches Rennen!

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Anja Beranek stand uns vor dem IRONMAN Kraichgau zu einem Interview zur Verfügung, indem sie über ihre Saison berichtet und einige Tipps & Tricks verrät.
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Über Simon Schlichenmaier

Simon ist Triathlet aus Passion und will nicht nur sportlich immer besser werden. Sein Ziel ist es, durch TIME2TRI diese Leidenschaft an andere Athleten weiterzugeben. Als User der ersten Stunde ist er bei TIME2TRI besonders kritisch und will die perfekte Software als Trainingsbegleiter. Privat ist Simon ein "Mitesser" und spekuliert immer darauf, dass andere ihre Portion nicht schaffen.

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