Bereit für die neue Saison – Laura Zimmermann im Interview


Laura Zimmermann startet in diesem Jahr in ihre zweite Saison als Triathlon-Profi. Die ersten Wettkämpfe liegen bereits hinter ihr, die Höhepunkte stehen jedoch noch bevor. Wir haben Laura zu einem persönlichen Interview getroffen.

Du startest dieses Jahr deine zweite Profisaison. Was sind deine Erfahrungen aus deiner ersten Saison?

Die erste Saison habe ich genutzt, um meine strukturierten Entwicklung fortzusetzen. Aber wir haben auch 2017 genutzt, um bewusst Dinge auszuprobieren, zu lernen und weiterzuentwickeln.

So haben wir zum Beispiel, früh in der Saison, mit unserem Partnern gebiomized und STAPS an der Radposition und der Aerodynamik gearbeitet und sehr gute Ergebnisse erreicht. Auch wenn wir der Gewöhnung/Anpassung Rechnung tragen, konnten wir sehr gute Entwicklungsschritte erzielen.

Foto: Moritz Sonntag
Foto: Moritz Sonntag

Das Pensum an Mitteldistanzen war mit 7 Rennen in der ersten Saison sehr herausfordernd. Auch zwei Mitteldistanzen innerhalb kürzester Zeit zu bestreiten war eine physische, aber auch psychisch interessante Herausforderung und ich konnte viel über mich selbst lernen.

Damit wir nicht überziehen und sinnvoll mit der Belastung umgehen, arbeiten wir u.a. mit dem Herzvariabilitäts-Tool der Firma spikee zusammen. Durch diese tägliche Überprüfung (morgendliche 5-Minuten Messung), konnten wir viele nützliche Informationen erhalten. Nun weiß ich zum Beispiel, dass ich meine Wettkampfplanung meinem Zyklus anpassen muss. Es gibt einfach die gewissen Tage, an denen mein Körper keine Power hat und das muss ich akzeptieren und hinnehmen. (Anm.: mehr dazu findet ihr hier)

Auch werde ich dieses Jahr meine Saison in 2 Hälften einteilen, um auch am Ende der Saison noch genügend Power bei den Rennen zu haben. 2017 ging mir gegen Ende der Saison leider etwas die Luft aus.

Rückblickend auf deine erste Saison: wurden deine persönlichen Erwartungen erfüllt oder sogar übertroffen?

Mit 5 erreichten Podiumsplatzierungen bei 7 Mitteldistanzen kann ich definitiv zufrieden sein. Grundsätzlich versuche ich mir im Vorhinein nicht zu viel Druck zu machen und gebe bei den Rennen mein Bestes. So kann ich mir im Nachhinein keine Vorwürfe machen und es fällt mir leichter, Wettkämpfe zu verkraften, die eben mal nicht wie gewünscht verliefen. Man lernt bei jedem Rennen dazu und es gibt selbstverständlich immer Dinge, die besser hätten laufen können.

Wie sieht deine momentane Saisonplanung aus? Worauf freust du dich besonders?

Mein Saisoneinstieg fand beim ersten europäischen Rennen – der Challenge Rom statt. Im Mai war der Ironman 70.3 Aix en Provence geplant. Aufgrund eines Zeckenbisses und finanziell zu hohen Aufwands habe ich die Planung allerdings geändert und mich dazu entschieden, einen weiteren Trainingsblock einzubauen. Im Juni werde ich beim Ironman 70.3 Luxembourg und dem Chiemsee Triathlon an der Startlinie stehen, bevor es für mich im Juli eine kleine Verschnaufpause gibt. Mit dem Ironman 70.3 Irland und dem Ironman 70.3 Rügen folgen im August und September zwei weitere Mitteldistanzrennen. Inwiefern ich danach noch Wettkämpfe bestreiten werde, ist noch ungewiss.

Bild: Kilian Kreb
Bild: Kilian Kreb

Dieses Jahr werde ich auch wieder bei ein paar Sprints und olympischen Distanzen am Start sein, um weiterhin an meiner Schnelligkeit zu arbeiten. Geplant sind drei Rennen des BASF Rhein-Neckar Cups und zwei bis drei Rennen mit meinem Team SV Würzburg 05 in der 2. Bundesliga Süd. Besonders freue ich mich hier mit meiner langjährigen Freundin Anine wieder gemeinsam bei den Ligawettkämpfen an der Startlinie stehen zu dürfen.

Wie hast du dich auf deine 2. Saison vorbereitet?

Im Winter hatte ich wieder das Glück, durch meinen Partner Hannes Hawaii Tours insgesamt beinahe 7 Wochen auf Fuerteventura der Kälte entfliehen zu dürfen. Darüber hinaus habe ich in der Vorbereitung viel Zeit auf den Langlaufskiern verbracht und war u.a. im Januar eine Woche in einem Langlauftrainingslager im Tannheimer Tal. So blieben mir eine Menge Einheiten auf der Radrolle erspart. 😉

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Foto: Kilian Kreb

Dieses Jahr sind mein Trainer und ich den Formaufbau bewusst „flacher“ angegangen, damit ich nicht bereits zu früh zu fit bin.

Im Oktober vergangenen Jahres war ich ein weiteres Mal mit Staps auf der Radbahn in Büttgen, um an meiner Position und der Aerodynamik zu arbeiten. So hatte ich genug Zeit, mich an meine neue Position auf dem Zeitfahrrad zu gewöhnen.

Testtag mit Staps
Testtag mit Staps

Dieses Jahr wurden die Umfänge nochmals erhöht, da ich in diesem Bereich immer noch über viel Potential verfüge. Ich bin sehr glücklich, sagen zu dürfen, dass ich verletzungsfrei und gesund durch die Vorbereitungsphase gekommen bin.

Starke Frau, starke Partner – mit welchen Partnern arbeitest du in der neuen Saison alles zusammen?

Als Profiathletin ist ein professionelles Umfeld unabdingbar und ich bin meinen Partnern, die mich 2018 und die letzten Jahre unterstützen, sehr dankbar.

Mein bisher längster Partner ist die Firma ultrasports – schon als ich noch als Amateursportlerin gestartet bin, hat das Familien-Unternehmen an mich geglaubt und mich von Anfang an unterstützt.

Mein Arbeitgeber dentamedic und TIME2TRI habe ich nun das 2. Jahr fest an meiner Seite und kann sagen, dass ich den Sport ohne diese beiden Partner definitiv nicht auf diese Art und Weise ausführen könnte.

Sehr dankbar bin ich auch, dass ich seit 2017 Staps an meiner Seite habe und in vielerlei Hinsicht davon profitiere. Über die Aero-Tests und Radeinstellungen hatte ich bereits geschrieben, dazu kommt noch eine regelmäßige Überprüfung meiner Entwicklung durch Leistungsdiagnostiken.

Die Ergebnisse durch mein Training und die weiteren Anpassungen sind sichtbar. So konnte ich in Rom meinen Abstand auf dem Rad zu der Frauenspitze deutlich verkürzen und in einem ähnlichen Bereich fahren.

Mein Physiotherapeut und guter Freund Marcus Bangert von Physiocycles pflegt mich wöchentlich und trägt einen großen Teil dazu bei, mich verletzungsfrei durch die Saison zu begleiten. Neben der Physiotherapie nutze ich zur Regeneration zudem das V12 Pro digitale 12-Kammer Kompressionstherapiegerät von SLK Professional Sports Recovery.

Bekleidung und Schuhe erhalte ich von meinen Partnern Ryzon und Saucony.

Falls ich Probleme mit meinen Rädern habe, kann ich jederzeit auf meinen langjährigen Radladen des Vertrauens, Velo Momber in Würzburg, zählen. Auch mein Verein SV Würzburg 05 unterstützt mich seit ich mit dem Triathlonsport begonnen habe, wo er nur kann. Da man als Triathlet immer jede Menge Equipment benötigt und ein Wochenendausflug meist eher einem Umzug ähnelt, bin ich froh, einen BMW Kombi von BMW Rhein Würzburg zur Verfügung gestellt bekommen zu haben.

Im Bereich Schwimmen wird es bald Neuerungen geben – seid gespannt. 😉

Last but not least ist natürlich mein Trainer Utz Brenner nicht zu vergessen, der mich bereits seit 4 Jahren mit viel Herzblut unterstützt, mich stets motiviert und immer an mich glaubt. Bei Belangen rund ums Schwimmen arbeitet Utz gemeinsam mit dem Schwimmexperten Martin Fürleger und im Laufbereich mit dem Ex-Laufprofi Martin Beckmann dicht an meiner Seite.

 

Liebe Laura, wir wünschen dir viel Erfolg für deine Saison – unsere Daumen sind gedrückt!

Über Stephanie Päthe

Steffie ist die Frau für schöne Dinge. Weil sie gutes Design und das Besondere liebt, gestaltete sie ihren Trainingsplan bis zur Geburt von TIME2TRI mangels gefallender Trainingssoftware noch kreativ per Hand. Steffie macht Sport nicht nur aus Spaß an der Bewegung sondern auch, weil sie Herausforderungen liebt. Apropos: Unsere Kreative liebt das Abhaken von To-Do-Listen und gesundes Essen - ihre Schwachstelle ist allerdings der Ritter Sport-Fabrikverkauf...

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