#roadtokona mit Melanie Altenbeck: Nachbetrachtung des Renntags


Wir haben Melanie Altenbeck auf ihrer Reise zum Ironman Hawaii begleitet und fragen sie nach dem Rennen natürlich nach ihren Eindrücken. Nach einem harten Wettkampf lies sie nach 12:23:37 Stunden die Ziellinie.

Sandra: Hast du deinen Erfolg schon verarbeitet oder bist du noch überwältigt?

Melanie: Ich bin immer noch total überwältigt davon, dass ich das härteste Ironman Rennen  geschafft habe – und das bei meiner zweiten Langdistanz überhaupt! Ich habe immer noch die Musik und die Bilder von der mega Finishline-Party im Kopf. Das war einfach der Wahnsinn und wird mir auf jeden Fall lange in Erinnerung bleiben.

Melanie Altenbeck - Ironman Hawaii
Melanie Altenbeck – Ironman Hawaii

Sandra: Wie ist es dir im Rennen grundlegend ergangen?

Melanie: Das Rennen startete mit diesem unglaublich spektakulären aber auch schwierigen Massenstart. Ich war erstaunt über mich selbst, wie ruhig ich meinen Rhythmus schwimmen konnte, trotz ständiger Füße im Gesicht oder Armen an meinen Füßen – das war glaub ich der Schlüssel für mich.

Mauna Kea - Hawaii
Observatorium auf dem Mauna Kea, Hawaii

Vor der Wende merkte ich leider, dass ich extreme Kopfschmerzen bekam und mir etwas schwummrig wurde. Die Badekappe war so eng… Als ich sie kurzerhand auszog, wurde es zum Glück sofort besser, denn ich dachte sogar schon ans Aufgeben, wenn es nicht besser geworden wäre! Aber nach ein paar Minuten konnte ich dann doch den Rückweg in Angriff nehmen.

Auf dem Rad lief es dann von Anfang an sehr gut. Wir hatten Rückenwind, sodass der Schnitt auf dem Rad stetig nach oben ging. Dann kam der berüchtigte Aufstieg nach Hawi. Nicht unbedingt das bergauf Fahren machte diesen Streckenabschnitt so schwer, sondern die extrem böigen Winde. Ständig kam der Wind aus einer anderen Richtung. An einer Stelle hatte ich einen sehr tollen Schutzengel: ein extremer Seitenwind erwischte mich, sodass ich mein Rad nur mit viel Glück wieder unter Kontrolle bekommen konnte.

„Der anschließende Marathon war dann nur noch: Kopf aus und laufen.“

Auf dem Rückweg wurde es dann auf dem Highway richtig heiß und der Gegenwind war sehr kräftig, was ganz schön kräftezehrend war. Die letzten 20 km wollte ich einfach nur noch vom Rad runter. Die Füße schmerzten in den engen Rad Schuhen, der Nacken und die Schultern schmerzten und sitzen wollte ich auch nicht mehr.

Der anschließende Marathon war dann nur noch „Kopf aus und laufen“. Bei jeder Verpflegung die Zeit nehmen und kühlen. Das hat sehr geholfen. Als die Sonne unterging war es von den Temperaturen dann auch deutlich angenehmer. Die Zuschauer am Straßenrand pushten mich ins Ziel und auf der Finishline wurde jeder gefeiert wie ein Profi. Das war einfach traumhaft.

Sandra: Laut den Ergebnissen hat du eine Stunde in der ersten Wechselzone verbracht – was war da los?

Melanie: In der Wechselzone habe ich bemerkt, dass sich mein Chip fast gelöst hatte… Das Chipband ist kaputt gegangen und der Chip hing gerade noch am letzten Zipfel des Bandes. mir wurde sofort ein neuer Chip gebracht, der dann erst ins System übernommen werden musste, was dann vermutlich zu dieser langen Wechselzeit führte die aber gar nicht so lange war.

Sandra: Wie ging es nach dem Rennen für dich weiter auf der Insel?

Melanie: Leider sind wir schon Montagabend wieder abgereist, aber Sonntagabend haben wir uns noch den Sonnenuntergang auf dem höchsten Berg, dem Mauna Kea, angeschaut. Das war nochmal sehr schön. Dazu kommt noch ein weiteres Highlight in diesem tollen Urlaub: mein Freund hat mir einen Heiratsantrag gemacht.

Mauna Kea - Hawaii
Sonnenuntergang auf dem Mauna Kea, Hawaii

Sandra: Dein wichtigster Tipp für alle, die irgendwann zum Ironman nach Hawaii reisen werden?

Das war für mich der bis jetzt ereignisreichste Urlaub, den ich je hatte. Ich empfehle jedem, neben dem tollen Wettkampf, so viel wie möglich von der Insel mitzunehmen. Die Insel ist so vielseitig, wodurch man auch gut den Kopf vor dem Wettkampf etwas frei bekommen kann. Der wichtigste Tipp für den Wettkampf selbst ist auf jeden Fall: die Stimmung aufsaugen und es in vollen Zügen zu genießen.

Melanie Altenbeck - Ironman Hawaii
Melanie Altenbeck – Ironman Hawaii

Liebe Melli, vielen Dank für deinen tollen Bericht vom Rennen aus Sicht eines Agegroupers. Herzlichen Glückwunsch zur Verlobung und alles gute für die sportliche und gemeinsame Zukunft.

Über Sandra Schlichenmaier

Als Leistungssportlerin mag Sandra Abwechslung beim Sport und nutzt TIME2TRI, um Struktur in ihr Training zu bringen. Sandra ist die Disziplin in Person, aber wenn bei ihr morgens ein Nüchternlauf auf dem Plan steht, fällt er öfters mal auf dem Weg vom Bett zum Frühstückstisch dem Hunger zum Opfer. Da die Athletin in ihrer Karriere mit zahlreichen Trainern zusammen gearbeitet hat und selbst als Trainer aktiv ist, hält sie bei uns den Kontakt zu den Coaches.

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