#roadtokona mit Melanie Altenbeck: Und plötzlich Ironman Hawaii


Melanie Altenbeck (28) vom Team Silla Hopp (Kreis Ludwigsburg) ist eine unserer deutschen Altersklassen-Triathletinnen auf Hawaii – doch das war so eigentlich gar nicht geplant. Wie kommt man plötzlich nach Hawaii?

Melli war schon immer sportlich. Tanzen und Laufen sind seit 10 Jahren ihre Leidenschaft. Von 5 bis 50 km Läufen hat sie alle Distanzen schon mehrfach absolviert. Vor zwei Jahren stellte sie sich einer neuen Herausforderung: Dem Triathlon. Damals war ihr Hauptziel, die 500m Schwimmen im Freibad irgendwie zu überstehen. Seitdem hat sich viel getan: Melli hat Fuß gefasst in der Triathlon Landesliga und erfolgreich ihre ersten Mitteldistanzen ins Ziel gebracht.

Melanie Altenbeck vom Team Silla Hopp
Melanie Altenbeck vom Team Silla Hopp

Sandra: Melli, du hattest dich still und heimlich für die Langdistanz in Hamburg angemeldet – weit weg vom Ländle. Was war deine Intension dahinter?

Melanie: Einen IRONMAN zu bestreiten war für mich schon immer im Hinterkopf, weil das für mich zur Spitze des Ausdauersports gehört. Eigentlich war die Idee, meine erste Langdistanz 2018 zu bestreiten, aber dann stellte IRONMAN sein erstes Rennen in Hamburg vor. Hamburg ist für mich eine tolle Stadt. Vor 4 Jahren bin ich dort schon den Marathon gelaufen und war von der Stimmung einfach überwältigt. Somit ließ ich mein Bauchgefühl entscheiden… Mein erstes Langdistanz-Rennen in einer Stadt, die diese Distanz zum ersten Mal ausrichtet, passte für mich irgendwie gut zusammen. Doppelpremiere quasi 😀

Ich wusste selbst nicht, wie ich die Vorbereitungen und das Rennen selbst überstehen würde und entschied mich deshalb, es niemandem außer meiner Familie zu sagen. Damit nahm ich mir selbst einen gewissen Druck und konnte ganz locker an das Rennen ran gehen.

Du hast dein Debüt auf der Langdistanz so erfolgreich gemeistert, dass es tatsächlich für einen Slot für Hawaii gereicht hat – hattest du vorher überhaupt mit diesem Gedanken gespielt?

Der Gedanke an Hawaii war eigentlich nie präsent. Ich wurde zwar mehrfach gefragt von Freunden und Familie, ob ich den Slot annehmen würde, wenn ich einen bekommen würde, aber den Gedanken habe ich schnell verworfen, weil ich es eigentlich für unmöglich hielt. Genau so war dann auch meine Reaktion bei der Slotvergabe, als mein Name fiel. Ich war wie erstarrt und wusste absolut nicht, was ich tun sollte. Der Slot wäre schon beinahe an die nächste Dame gegangen, bis ich mich entschieden hatte, so überrollt war ich von dieser Situation!

Wenn die Weltmeisterschaft alle anderen mit einbezieht

Von Hamburg nach Hawaii ist es terminlich sehr kurzfristig. Hawaii war nicht eingeplant – wie konntest du deinen Chef überzeugen, dass du im Oktober spontan mindestens zwei Wochen Urlaub benötigst?

Das Thema Urlaub war tatsächlich eine Sache, die mich bei der Slotvergabe auch zögern lies. Denn eigentlich waren meine Urlaubstage schon so gut wie aufgebraucht. Ich habe das Glück, dass mein Chef auch sportbegeistert ist und daher von der Nachricht total erfreut war und sich für mich eingesetzt hat. Wir haben dann eine gemeinsame Lösung mit Gleitzeitstunden und Resturlaubstagen gefunden. Da bin ich echt froh, dass es in der Firma so gut ankam.

Wie werden die kommenden Wochen bei dir aussehen? Hast du alle Reiseführer schon gewälzt und eine Packliste geschrieben? Was darf neben dem Race-Equipment definitiv nicht in deinem Koffer fehlen?

Genauso wie ich von dem Startplatz überrollt war, bin ich es jetzt auch etwas von der Reise. Ich war vorher noch nie außerhalb Europas im Urlaub, hatte also keinen Reisepass etc. Ehrlich gesagt habe ich mich auch noch nie mit dem Reiseziel Hawaii beschäftigt, weil ich da vermutlich nie Urlaub gemacht hätte, wenn ich nicht diesen Startplatz bekommen hätte!

Nun habe ich schon von einigen Leuten Tipps bekommen, was man dort unbedingt sehen und erleben muss. Ich hoffe, die Zeit reicht dafür überhaupt aus! Meine Packliste werde ich mir jetzt am Wochenende mal zusammen schreiben und was auf jeden Fall nicht fehlen darf, ist die Kamera. Denn Bilder werde ich so viele wie möglich machen, um eine schöne Erinnerungen an das Erlebnis zu haben. Man weiß ja nie, ob man jemals wieder diese Chance bekommt.

Das Training versuche ich natürlich bis dahin auch noch aufrecht zu erhalten, wobei ich schon zugeben muss, dass ich mich etwas auf die „trainingsfreie“ Zeit nach Hamburg gefreut hatte. Nun freue ich mich eben darauf, nach Hawaii mal wieder etwas „fauler“ sein zu dürfen 😀

Melanie Altenbeck beim Ironman Hamburg
Melanie Altenbeck beim Ironman Hamburg

Liebe Melli, vielen Dank für den Einblick, wie schnell eine Hawaii-Quali plötzlich vor der Tür stehen kann und wie kurzfristig es doch einige Sachen zu regeln gilt, über die man vorher nie nachgedacht hatte. Wir sind gespannt auf deine ersten Eindrücke, wenn du auf der Insel landest. Bis dahin wünschen wir dir eine gute Vorbereitung und erfolgreiches Koffer Packen.

Über Sandra Schlichenmaier

Als Leistungssportlerin mag Sandra Abwechslung beim Sport und nutzt TIME2TRI, um Struktur in ihr Training zu bringen. Sandra ist die Disziplin in Person, aber wenn bei ihr morgens ein Nüchternlauf auf dem Plan steht, fällt er öfters mal auf dem Weg vom Bett zum Frühstückstisch dem Hunger zum Opfer. Da die Athletin in ihrer Karriere mit zahlreichen Trainern zusammen gearbeitet hat und selbst als Trainer aktiv ist, hält sie bei uns den Kontakt zu den Coaches.

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