Alltagsbegleiter im Test: die Garmin Vivomove HR


Insbesondere Triathleten sind dafür bekannt, dass sie ihre Sportuhr auch in der Freizeit und zu sämtlichen Anlässen tragen. Allerdings teilt nicht jeder die Meinung, dass die Sportuhren auch zum Anzug oder einem Kleid gut aussehen. Gleichzeitig stellt die Sportuhr im Alltag einen lieb gewonnenen Begleiter, zB in Form eines Schrittzählers dar.

Hier kommt das neue Produkt von Garmin ins Spiel: Die Vivomove HR.

Auf den ersten Blick ist schon klar, dass diese Sportuhr sich von allen anderen Uhren unterscheidet. Sie hat analoge Zeiger, kein sichtbares Display und keine Tasten. Nur am Silikonband kann man erahnen, dass diese Uhr etwas mit Sport zu tun haben könnte. In der Premium-Ausführung entfällt auch dieses Merkmal, da die Uhr hier über ein Metallgehäuse und ein Lederarmband verfügt. An der Unterseite der Uhr ist ein Sensor integriert für die Pulsmessung am Handgelenk.

Garmin Vivomove HR

Zum Aufladen der Uhr liefert Garmin leider wieder ein Kabel mit, welches zu keinem anderen Produkt kompatibel ist. Die Uhr ist allerdings innerhalb von 30 Minuten vollständig geladen.

Die Bedienung

Zur Bedienung stehen keine Tasten zur Verfügung. Per Doppeltap auf 6-Uhr wird das Display aktiviert.

Garmin Vivomove HR

Hier kann eingestellt werden, welche Information als erstes dargestellt werden soll. Per Wischen von rechts nach links wird die Uhr entsperrt und die Zeiger bewegen sich auf „10 nach 10“, damit sie dem Display in der unteren Hälfte der Uhr nicht im Weg stehen. Per Wischen können jetzt verschiedene Informationen durchgeblättert werden. Diese können per Smartphone definiert werden: Datum, Schritte, Wetter, Nachrichten, Puls, Stress etc. Jede Information liefert per einfachem Tap weitere Detailinformationen. Wird für kurze Zeit keine Aktion ausgeführt, stellen sich die Zeiger wieder auf die aktuelle Uhrzeit zurück und das Display erlischt. Alternativ kann die Uhr auch per Gestik gesteuert werden, so dass beim „auf die Uhr schauen“ das Display automatisch aufleuchtet und per Wischen entsperrt wird. Im Alltag habe ich diese Funktion deaktiviert.

Funktionen im Alltag

Die Uhr verfügt über die üblichen Fitnesstracker-Funktionen wie Schritte zählen, automatische Schrittzielanpassung, Stockwerke zählen. Wer fleißig ist, bekommt auch Lob, zum Beispiel, wenn man mehrere Tage hintereinander das Schrittziel erreicht hat. Pro erreichtem Schrittziel erscheint auch ein Feuerwerk auf dem Display der Uhr – Motivation ist alles 😉

Garmin Vivomove HR

Die Uhr zeichnet den Puls durchgängig auf. Wird sie nachts getragen, zeichnet sie die Bewegungen im Schlaf auf und ermittelt den Ruhepuls. So kann man selber interpretieren wie fit man ist.

Die Uhr gibt zudem einen Stresslevel aus, welcher aus der Herzfrequenzvariabilität ermittelt wird. Da ich relativ empfindlich bin, was spannende Filme angeht, habe ich hier den Test gemacht und tatsächlich steigt mein Stresslevel in spannenden Filmszenen sogar auf „hoch“ und fällt in ruhigen Szenen wieder auf „niedrig“. Die Uhr bietet dann die Möglichkeit, angeleitete Atemübungen zur Entspannung durchzuführen.

Durch die Kopplung der Uhr mit dem Smartphone sind natürlich auch die bekannten Smart-Features wie Nachrichten lesen / Anrufe annehmen / aktuelle Wetterdaten ansehen etc. möglich.

Sport kann sie auch

Die Uhr ist allerdings nicht nur eine Alltagsspielerei, sondern man kann mit ihr auch trainieren. Bei entsperrter Uhr gelangt man per langem Berühren des Displays ins Menü, in dem man Einstellungen tätigen und Trainings starten kann.

Hier kommt der kleine Nachteil der Uhr: sie besitzt keinen GPS-Sensor. Der 3D-Bewegungssensor ist allerdings so präzise, dass ich beim Joggen auf einer Strecke von 12,5 km nur 200m Abweichung zu meiner Fenix3 hatte. Der Puls am Handgelenk war sogar identisch zu der Messung per Brustgurt. Man kann mit der Vivomove auch einen Brustgurt koppeln. Beim Laufen fand ich die Gestensteuerung sehr praktisch. Die Zeiger stehen durchgängig auf „10 nach 10“, beim auf die Uhr schauen leuchtet das Display auf und zeigt die hinterlegte Distanz, Strecke, Puls, Uhrzeit etc. an. Die Datenfelder können frei definiert werden. Per Doppeltapp wird die Uhr pausiert, mit erneutem Doppeltapp geht’s weiter oder mit Wischen und Bestätigen wird die Einheit gespeichert.

Der 3D-Bewegungssensor hat mich auch im Fitnessstudio fasziniert. Man kann per Tap im Modus „Krafttraining“ einzelne Sets starten und beenden. Die Uhr erkennt dabei automatisch die Wiederholungsanzahl und beim späteren Hochladen wird sogar die Art der Übung dargestellt – vorausgesetzt man hat sie sauber durchgeführt 😉  Ich bin überrascht, dass selbst kleine Bewegungen am Handgelenk registriert und richtig erkannt werden, wie z.B. Liegestütze oder Klimmzüge.

Die Uhr ermittelt über den aufgezeichneten Puls auch die maximale Sauerstoffaufnahme VO2max.

Garmin Vivomove HR

Sonstige Features

Einen großen Vorteil der Uhr sehe ich für die Gegner des Brustgurts. Wer zum Beispiel mit seinem Garmin Edge Radfahren, aber keinen Brustgurt tragen möchte, der kann die Garmin Vivomove HR mit dem Edge koppeln und den Puls von der Uhr auf den Fahrradtacho/-navi übertragen. Möglich ist das mit allen Garmin Geräten, z.B. auch der Actionkamera Virb. Neu ist diese Funktion nicht – nahezu alle Garmin Geräte mit integrierten Pulsmesser und ANT+ können diese Werte an andere ANT+ Garmin Geräte schicken.

Ansonsten kann über die Uhr auch Musik gesteuert werden, die man über das gekoppelte Smartphone abspielt. Die Steuerung der Garmin Actionkamera Virb ist möglich. Und über die Telefonsuchfunktion kann auf dem gekoppelten Smartphone ein Ton abgespielt werden, um es wiederzufinden.

Fazit

Die Uhr sieht definitiv gut aus und wird mich immer im Alltag begleiten. Das Display ist sehr sensibel, wodurch die reine Touchbedienung wirklich gut durchführbar ist. Bei strahlendem Sonnenschein ist das Display etwas schwerer lesbar, was mich allerdings bisher nicht stört. Sehr gut finde ich die Möglichkeit, den Puls vom Handgelenk auf andere Garmin Geräte zu übertragen, um auf den Pulsgurt zu verzichten.

Ich empfehle diese Uhr allen, die im Alltag eine schöne Uhr mit Activity- und Smartfunktionen tragen wollen. Für die Leistungssportler ist die Uhr kein Ersatz zu einer „echten“ Sportuhr, aber eine gute Ergänzung. Für Hobbysportler, die momentan noch gar nichts im Training aufzeichnen ist die Uhr ein guter Einstieg, um den Puls im Training unter Kontrolle zu haben, sowie Distanz und Dauer der Einheit aufzuzeichnen.

Die Vivomove HR ist in der Sport Version für 199,99 €, als Premium Version (Edelstahl Gehäuse & Lederarmband) 299,99 € hier erhältlich.

Über Sandra Schlichenmaier

Als Leistungssportlerin mag Sandra Abwechslung beim Sport und nutzt TIME2TRI, um Struktur in ihr Training zu bringen. Sandra ist die Disziplin in Person, aber wenn bei ihr morgens ein Nüchternlauf auf dem Plan steht, fällt er öfters mal auf dem Weg vom Bett zum Frühstückstisch dem Hunger zum Opfer. Da die Athletin in ihrer Karriere mit zahlreichen Trainern zusammen gearbeitet hat und selbst als Trainer aktiv ist, hält sie bei uns den Kontakt zu den Coaches.

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