Atmen im Wasser – der AMEO POWERBREATHER im Test – Teil 2


In unserem ersten Teil des Tests haben wir euch den AMEO POWERBREATHER vorgestellt und die ersten Schritte mit ihm geübt. In unserem zweiten Teil geht es nun mit dem AMEO POWERBREATHER ins Wasser. Wir finden heraus, wie er sich schlägt und zeigen, für wen er geeignet ist.

Unser Test des POWERBREATHERS wurde von zwei geübten Schwimmern – Max und Nadine – durchgeführt.

Erste Schritte

Bevor man mit dem AMEO POWERBREATHER den Sprung ins kühle Nass wagt, empfiehlt der Hersteller, den Schnorchel zunächst aufzusetzen und die richtige Position zu finden. Anschließend sollte man im Trockenen sowie am Beckenrand einige Male das Atmen üben.

Die ersten Schwimmversuche

Die ersten Schwimmversuche zeigen: man muss sich an den Hightech-Schnorchel erst einmal gewöhnen. Was einfach aussieht, erfordert ein wenig Routine.

Max: „Nachdem ich mich vom Beckenrand abstieß und die ersten Armzüge machte, drehte ich wie gewohnt meinen Kopf zur Seite – jedoch war das keine gute Idee und ich atmete Wasser ein. Da der POWERBREATHER fest auf dem Kopf geschnallt war, bekam ich erstmal Panik und schwamm zum Beckenrand zurück.

Es ist ein befremdliches Gefühl, wenn man lange Zeit nicht mehr mit einem Schnorchel geschwommen ist. Mir fiel es besonders schwer, nicht den Kopf zu drehen, um einzuatmen.“

Nine: „Der Rat des Herstellers, zunächst am Beckenrand ein paar Atemzüge durchzuführen, stellte sich als eine sehr gute Idee heraus, denn wer noch nie mit einem Schwimmschnorchel geschwommen ist, könnte schnell in Panik verfallen. Auch ich habe mir den ersten Versuch viel leichter vorgestellt. Denn wenn der AMEO POWERBREATHER einmal am Kopf sitzt, ist er nicht mehr so schnell zu entfernen. 

Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase habe ich die ersten Kraulversuche gestartet, zunächst mit dem Pullbouy. Die ersten Züge waren super ungewohnt und ein wenig beklemmend. Vor allem beim Ausatmen hatte ich zunächst ein wirklich störendes Gefühl. Anfangs pustete ich die Luft nur durch den Mund aus, dann erinnerte ich mich daran, dass man natürlich auch wie gewohnt durch Mund und Nase ausatmen kann und es klappte direkt viel besser. Beim Einatmen mit dem Schnorchel verspürt man direkt die eingebaute Membran und die damit verbundene reduzierte Sauerstoffaufnahme, man gewöhnt sich aber recht schnell daran und nach ein paar Bahnen lässt das ungewohnte Gefühl nach.“

POWERBREATHER unter Wasser
POWERBREATHER unter Wasser

Dass gerade der Widerstand der Ventile am Anfang auffiel, ist nicht verwunderlich.

Denn am Mund ist das AMEO Fresh Air System angebracht, das eine Versorgung mit 100% Frischluft gewährleistet. Dank diesem System atmet man die verbrauchte Luft direkt am Mund aus und blockiert keine frische Luft.

Durch die Membran drückt man ebenfalls eventuell vorhandenes Wasser im Schnorchel nach außen. Im Rahmen unseres Testes wurde auch der Extremfall simuliert: das Einatmen unter Wasser und somit das komplette Füllen des Schnorchels mit Wasser. Das Wasser konnte vollständig über die Membran am Mund ausgeatmet werden – somit kann man auch in turbulenten Gewässern mit etwas Übung und ohne Angst vor Wasser im Mund mit dem Schnorchel schwimmen.

Ebenfalls mussten sich unsere Tester an die recht breit ausgestellten TUBES über den Wangen gewöhnen. Gerade Nine touchierte einige Male mit ihren Oberarmen die beiden TUBES, darüber hinaus war der erhöhte Wasserwiderstand durch die TUBES deutlich spürbar. Auch beim Widerstand trat nach einigen Bahnen ein Gewöhnungseffekt ein.

Training der Atemmuskulatur

Um die Atemmuskulatur gezielt zu trainieren, bietet AMEO Luft-reduzierende Aufsätze an. Diese gibt es in drei verschiedenen Widerstandsstärken. Bereits das Atmen durch die „Easy“-Version der Aufsätze im Vergleich zum Atmen ohne Aufsätzen empfanden unsere beiden Testern als deutlich schwerer.

Nine: „Durch die unterschiedlichen Ventilaufsätze des AMEO POWERBREATHER ist es möglich, die Atemmuskulatur gezielt zu trainieren und zu stärken. Bei den getesteten Ventilen ist ein deutlicher Unterschied spürbar. Beim Schwimmen mit dem SPEED VENT EASY ist erheblich weniger Widerstand zu spüren, als beim SPEED VENT MEDIUM.“

Ziel der Aufsätze ist es, das Zwerchfell zu trainieren. Dieser ist – eine korrekte Atmung vorausgesetzt – für 80% des Atemvolumens verantwortlich. Gerade Triathleten dürften von einem gezielten Training ihrer Atemmuskulatur deutlich profitieren. Einen nachweislichen Effekt konnten wir aufgrund der Kürze des Tests jedoch noch nicht messen.

Sitz des POWERBREATHERS und Rollwenden-Test

Beim Schwimmen mit dem AMEO POWERBREATHER haben unsere beiden Tester ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht – beide trugen (wie vom Hersteller empfohlen) eine gummierte Badekappe, sowie eine Schwimmbrille und fixierten den POWERBREATHER wie vorgegeben. Während bei Max sowohl beim Schwimmen als auch beim Abstoßen von der Wand der POWERBREATHER fest saß, ohne zu verrutschen, hatte Nine trotz einem eng gestellten TWIST LOCK beim stärkeren Abstoßen vom Beckenrand mit dem Verrutschen nach hinten zu kämpfen.

Neben der Kippwende ist mit dem POWERBREATHER auch die Rollwende möglich.

Bei Rollwenden hat man grundsätzlich das Problem, dass Wasser in die Schnorchelenden gelangen kann. Dafür bietet AMEO die Flip Caps an – sie reduzieren die Wassermenge, die in die Öffnungen gelangt, erheblich.  Jedoch kann man auch ohne Flip Caps Rollwenden machen – dabei muss man nur während oder nach der Rollwende kräftig ausatmen, damit die Luftzufuhr wieder frei wird. Anschließend kann man wie gewohnt einatmen.

Abstoßen vom Beckenrand
Abstoßen vom Beckenrand

Für wen ist der POWERBREATHER geeignet?

Der AMEO POWERBREATHER ist grundsätzlich für alle Athleten geeignet, die ihre Technik verbessern wollen.

Besonders bei Anfängern, die gerade erst das Kraulschwimmen erlernen, punktet der AMEO POWERBREATHER auf ganzer Linie und hilft, die anfangs schwierige Koordination von Armen und Kopf auszuschalten.

Bei fortgeschrittenen Athleten kann der POWERBREATHER die volle Konzentration auf ihre Technikübungen und ihre korrekte Ausführung ermöglichen. Neben spezifischen Technik-Einheiten mit dem POWERBREATHER liegt eine weitere Stärke des Hightech-Schnorchels insbesondere in Trainingseinheiten mit der „Dauer-Methode“. Diese ununterbrochenen, längeren Ausdauereinheiten können mangels Unterbrechung durch eine falsche Atmung perfekt am Stück durchgeführt werden – das wirkt sich gerade im Triathlon nicht nur positiv auf die Ausdauer im Wasser aus, sondern auch auf die Leistungsfähigkeit in den anderen beiden Teildisziplinen Radfahren und Laufen.

Trainingsplan mit dem POWERBREATHER

Damit die erste Schwimmeinheit mit dem POWERBREATHER gelingt, wurde uns von AMEO ein Beispiel-Plan zur Verfügung gestellt, den wir in TIME2TRI Athlete abgebildet haben.

Ihr könnt den Plan hier herunterladen, ausdrucken und mit an den Beckenrand nehmen!

Schwimmen mit dem AMEO POWERBREATHER
Schwimmen mit dem AMEO POWERBREATHER

Fazit

Der AMEO POWERBREATHER zeigt nach einer anfänglichen Eingewöhnung große Stärken für das Training der korrekten Schwimmtechnik sowie für das Ausdauertraining im Wasser. Durch das Vernachlässigen der Atmung können Armzug, Schulterrotation sowie Beinschlag optimiert werden. Kraulschwimmen wird durch diese Technikverbesserung deutlich effizienter und kräftesparender. Insbesondere Triathleten profitieren von einem entspannteren Ausstieg aus dem Wasser, da sie noch zwei weitere Teildisziplinen bestreiten müssen.

Der AMEO POWERBREATHER überzeugte im Test durch eine hochwertige Verarbeitung und eine einfache Bedienbarkeit – insbesondere das Anpassen des POWERBREATHERS auf die individuelle Kopfgröße klappte kinderleicht.

Kleinere Kritikpunkte waren die Breite der TUBES sowie die Größe des Mundstücks, die für einige Menschen zu groß und auf Dauer unangenehm werden könnte. Hierfür gibt es bei AMEO zwar ein flexibleres Mundstück, jedoch in der gleichen Größe.

Der Einstieg in das Training mit dem AMEO POWERBREATHER könnte ohne Anleitung etwas schwierig sein – hierfür gibt es in diesem Beitrag einen speziellen Trainingsplan von AMEO – so steht einem entspannten Start mit dem Hightech-Schnorchel nichts mehr im Wege.

Alles in allem vergeben wir für den AMEO POWERBREATHER 4,5 von 5 Punkten.

4,5 Sterne
4,5 Sterne

 

Über Stephanie Päthe

Steffie ist die Frau für schöne Dinge. Weil sie gutes Design und das Besondere liebt, gestaltete sie ihren Trainingsplan bis zur Geburt von TIME2TRI mangels gefallender Trainingssoftware noch kreativ per Hand. Steffie macht Sport nicht nur aus Spaß an der Bewegung sondern auch, weil sie Herausforderungen liebt. Apropos: Unsere Kreative liebt das Abhaken von To-Do-Listen und gesundes Essen - ihre Schwachstelle ist allerdings der Ritter Sport-Fabrikverkauf...

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