Cosinuss One° – Betrachtung nach 4 Monaten Nutzung


In unserem vorangegangenen Artikel hatten wir bereits über die ersten Eindrücke mit dem Cosinuss One° berichtet. Jetzt liegen 4 Monate regelmäßige Nutzung des One° hinter mir, sodass ich ich einige neue Erkenntnisse treffen konnte.

In dem letzten Artikel steht, dass eine vernünftige Aufzeichnung nur möglich ist, wenn der Cosinuss und die Uhr rechts getragen werden. Da ich meine Uhr normalerweise immer links trage, war dies eine deutliche Umstellung. Nachdem das Christkind mich mit einer Garmin Fenix3 beschenkt hat, klappt die Kommunikation mit dem One° deutlich besser, was mich dazu motiviert hat, erneut auszuprobieren, die Uhr links und den Cosinuss links zu tragen. Es klappt einwandfrei, was daran liegt, dass der Bluetooth-Empfänger der Fenix3 stärker/besser ist als der Empfänger der Forerunner 620.  Die Kombination aus Cosinuss im rechten Ohr und Uhr am linken Handgelenk bringt weiterhin Probleme in der Form, dass die halbe Herzfrequenz angezeigt wird (80 statt 160 Schläge).



Bei der Forerunner 620 musste bei abwechselnder Benutzung von Pulsgurt und One° jedesmal der entsprechende Sensor neu gekoppelt werden. Das geht zwar zügig, ist aber ärgerlich, wenn man losläuft und die Kopplung vergessen hat. Besonders positiv finde ich, dass die Fenix3 mehrere Herzfrequenz-Sensoren speichert und automatisch den angelegten Sensor koppelt.

Körpertemperatur-Messung

Für die Fenix3, sowie alle anderen Garmin-Geräte, welche Garmin-Apps aus dem Connect IQ-Store verwenden, kann ein Datenfeld für die Körpertemperatur-Anzeige heruntergeladen werden.

Anzeige der Körpertemperatur
Anzeige der Körpertemperatur

Die Körpertemperatur ist allerdings eine reine Anzeige und wird nicht in der Trainingsdatei gespeichert. Daher kann sie nachträglich leider weder in TIME2TRI Athlete noch in Garmin Connect ausgewertet werden. Ich konnte während dem Training einen leichten Temperaturanstieg beobachten, aber bisher sehe ich keinen großen Mehrwert in dieser Anzeige. Interessant ist dies aus meiner Sicht erst während dem Training bei extrem kalten / heißen Temperaturen, um zu kontrollieren, ob der Körper unterkühlt oder überhitzt. Ein direkter Einfluss der Außentemperatur auf den Sensor ist nicht ausgeschlossen – laut Hersteller sollte man den Cosinuss One° z.B. mit einem Stirnband schützen, was im Hochsommer allerdings keiner machen wird.

Für einen Haushalt ohne Fieberthermometer ist der Cosinuss One° auch zum Fieber messen geeignet. Da über die Cosinuss App die Temperatur aufgezeichnet und gespeichert wird, ist es denkbar, die Aufzeichnung beim Schlafen laufen zu lassen, um die Entwicklung der Temperatur zu sehen und ob z.B. Wadenwickel eine positive Wirkung haben.

Meine häufigste Anwendung des Cosinuss One° ist die Ruhepulsmessung. Man kann quasi noch im Halbschlaf den One° bequem im Ohr platzieren und die Pulsmessung starten ohne umständliches Anlegen eines Pulsgurts im Liegen.

Sitz des Cosinuss One°

Mittlerweile habe ich den zusätzlichen Haltebügel am One° angebracht. Beim Training draußen hatte ich keine Probleme mit dem Sitz im Ohr. Eine Indoor-Spinning-Einheit zeigte aber, dass der One bei starkem Schwitzen schnell herausrutscht und auch durch Reindrücken keinen guten Halt mehr findet. Dadurch zeigt sich der Fehler, dass nur der halbe Pulswert angezeigt wird oder gar keiner. Der schwarze kleine weiche Zusatzbügel soll Abhilfe gegen das Rausrutschen schaffen. In der Originalverpackung ist zwar keine Anleitung dabei, wie man ihn am One° befestigt, aber im Internet wird man schnell fündig. Den Zusatzbügel spürt man im Ohr gar nicht, aber der Halt ist tatsächlich besser.

Cosinuss One° mit Haltebügel
Cosinuss One° mit Haltebügel

 

Da ich die Cosinuss App nicht nutze, habe ich keine Anzeige über den Akkustatus des Cosinuss One°. Ich lade ihn meist auf Verdacht. Ich würde mir wünschen, dass die LED beim Unterschreiten von 20% Akkuleistung (entspricht 2 Stunden) beim Ausschalten nach einer Einheit rot anzeigt.

Messgenauigkeit

Beim letzten Test war der One° recht träge, was die Reaktion auf kurze Sprints betraf. Dies hat sich entweder durch die Fenix3 oder durch regelmäßige Benutzung verbessert. Die Grafik zeigt einen Ausschnitt aus einem Rollentraining, bei dem 10s mit maximaler Trittfrequenz gefahren wurden und 1:50min mit normaler Trittfrequenz. Rot: Herzfrequenz, Grau: Trittfrequenz. Trotz der sehr kurzen Intervalle von nur 10 Sekunden ist der Peak der Herzfrequenz eindeutig zu sehen. Im dritten Intervall spiegelt sich im Puls eindeutig wieder, dass ich hier etwas gebummelt habe bei der Trittfrequenz 😉

Aufzeichnung Puls und Trittfrequenz
Aufzeichnung Puls und Trittfrequenz

Mein Fazit

Mit einer höherwertigen Uhr hat man mehr Spaß mit dem Cosinuss One°, vor allem was die wechselweise Benutzung von mehreren Pulsmessern betrifft. Die Zuverlässigkeit der Pulswerte ist deutlich besser geworden. Ich nutze den Cosinuss One° beim Radfahren, bei Laufeinheiten mit harten Intervallen, sowie bei Laufwettkämpfen. Bei Dauerläufen möchte ich nicht auf die Laufeffizienzwerte des Garmin-Pulsgurts verzichten, auch wenn ich dafür das „vom-Pulsgurt-eingeschnürt-sein“-Gefühl in Kauf nehmen muss. Als Verbesserung des Produkts wünsche ich mir einen Hinweis des One°, wenn sich der Akku dem Ende neigt.

Über Sandra Schlichenmaier

Als Leistungssportlerin mag Sandra Abwechslung beim Sport und nutzt TIME2TRI, um Struktur in ihr Training zu bringen. Sandra ist die Disziplin in Person, aber wenn bei ihr morgens ein Nüchternlauf auf dem Plan steht, fällt er öfters mal auf dem Weg vom Bett zum Frühstückstisch dem Hunger zum Opfer. Da die Athletin in ihrer Karriere mit zahlreichen Trainern zusammen gearbeitet hat und selbst als Trainer aktiv ist, hält sie bei uns den Kontakt zu den Coaches.

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