Die Garmin Forerunner 735XT im Test – Teil 2: Einsatz im Training und Wettkampf


Die Forerunner 735XT haben wir euch bereits hier vorgestellt. Im zweiten Teil unseres Tests beschäftige ich mich mit dem Einsatz der Uhr im Training und Wettkampf.

Die Garmin 735XT ist primär für das Schwimmen, Radfahren, Laufen – und damit Triathlon –  vorgesehen. Es lassen sich jedoch auch andere Sportarten wie SUP (Stand Up Paddeling), Rudern, Wandern, Langlauf, Krafttraining und Cardio einstellen.

Funktionen rund um das Schwimmen, Radfahren und Laufen

Was die Funktionen anbelangt, bietet die Garmin-Sportuhr einige interessante Features.

Beim Schwimmen erfolgt die Aufzeichnung der geschwommenen Bahnen, Zugzahl, Distanz, Geschwindigkeit bzw. Pace und der Schwimmstil wird automatisch erfasst.

„Das Vibrationssignal erspart lästiges auf die Uhr schauen beim Schwimmen“

Im Freiwasser gefällt mir besonders gut, dass man ganz ohne Computer gewünschte Intervalle (Zeit/Distanz) und Pausenzeiten im Vorhinein einstellen und so gezielt bestimmte Trainingsinhalte abhandeln kann. Durch ein Vibrationssignal spürt man während des Schwimmens, wann beispielsweise ein Intervall erledigt oder die Pausenzeit abgelaufen ist. So bleibt einem ein lästiges auf die Uhr schauen erspart. Die Herzfrequenz-Messung am Handgelenk ist beim Schwimmen nicht verfügbar. Hierfür ist ein Pulsbrustgurt notwendig und die Herzfrequenzdaten sind erst nach Beendigung der Einheit ersichtlich. Während des Schwimmens ist meiner Meinung nach das Überprüfen der Pulswerte zwar uninteressant aber in meinen Intervallpausen würde ich hin und wieder gerne den Puls kontrollieren.

Lifestylephoto Forerunner 735XT
Lifestylephoto Forerunner 735XT Credits: Garmin

Beim Radfahren und Laufen bietet die Uhr vielfältige Möglichkeiten: Geschwindigkeit/Pace, Streckenfunktion, Virtual Partner und Racer Funktion, Auto Lap/Pause/Scroll, Herzfrequenzzonen-Alarm, ANT+ und Laufeffizienz (vertikale Bewegung, Bodenkontaktzeit, Schrittfrequenz, Schrittlänge…). Die Laufeffizienz-Daten nutzt mein Trainer Utz Brenner besonders gerne als Tool. Durch diese Daten erhält er Aufschluss darüber, an welcher Stellschraube bei der Lauftechnik gedreht werden muss.

Der Einsatz im Wettkampf

„Die erste Sportuhr, die ich beim Schwimmen ganz ohne Probleme tragen kann!“

Im Wettkampf nutze ich gerne die Funktion ,,Multisport“. Hierbei kann beim Wechsel die Einstellung mit bzw. ohne Übergang gewählt werden. Je nachdem erhält man so die Nettozeiten vom Schwimmen, Radfahren und Laufen oder die jeweiligen Zeiten inklusive der Wechselzeit. Meines Erachtens ist die Forerunner 735XT die erste Sportuhr, die ich beim Schwimmen ganz ohne Probleme tragen kann. Den Vorgänger – Garmin 920XT – wollte ich beim Schwimmen nicht tragen, da ich die Uhr als zu klobig und störend empfand.



Pulsmessung am Handgelenk

Die Herzfrequenzmessung erfolgt beim Forerunner 735XT zum ersten Mal mit Pulsgurt und/oder am Handgelenk (über LEDs und Lichtsensor auf der Rückseite der Uhr). Die Uhr nutzt bei der Messung am Handgelenk die Technik der Pulsoxymetrie. Durch die Messung der Lichtabsorption kann die HF mittels eines kleinen Sensors gemessen werden.

Forerunner 735XT aus der Rückansicht
Forerunner 735XT – Credits: Garmin

In meinen Trainingseinheiten habe ich festgestellt, dass bei Intensitätsspitzen der Puls auf der Uhr sehr spät und abgeflacht angezeigt wird. Bei Einheiten mit gleicher Intensität oder einer langsamen Intensitätssteigerung funktioniert die Herzfrequenzmessung hingegen optimal. Bei Radeinheiten in der Sonne können Sonnenstrahlen die LEDs beeinträchtigen und so zu Messungenauigkeiten führen. Garmin gibt für eine exaktere Messung den Tipp, die Uhr an der Unterseite des Handgelenks zu tragen. Ich persönlich trage bei meinen Einheiten weiterhin den Pulsbrustgurt. Der Gurt stört mich nicht und ich habe das Gefühl, noch ein wenig genauere Herzfrequenzdaten aufzeichnen zu können.

„Der Ansatz der Herzfrequenzmessung am Handgelenk ist besonders für Breitensportler interessant.“

Ich finde den Ansatz der Herzfrequenzmessung am Handgelenk besonders für Breitensportler interessant, die nur eine grobe Kontrolle ihrer Pulsbereiche wünschen. Des Weiteren bietet diese Messung eine gute Alternative für all diejenigen, die ein Pulsbrustgurt als unangenehm empfinden.

Vorhersagen und Prognosen

Forerunner 735XT in Frost Blue
Forerunner 735XT – Frost Blue, Standard Views. Credits: Garmin
Forerunner 735XT Black
Forerunner 735XT – Black, Standard Views. Credits: Garmin
  • Erholungsratgeber (empfohlene Pause nach Training/Wettkampf bis zur vollständigen Regeneration).
  • VO2max: maximale Sauerstoffaufnahme (ml), die pro Minute und kg Körpergewicht bei maximaler Leistung verwertet werden kann
  • Belastungswert: HF-Brustgurt erforderlich; Messung der Herzfrequenzvariabilität während man 3 Minuten ruhig steht; Wert gibt Auskunft über Gesamtbelastung (1-100) à niedriger Wert entspricht geringen Belastung
  • Leistungszustand: Echtzeitbewertung nach Abschluss einer Aktivität von 6 bis 20 Minuten. Als zusätzliches Datenfeld während einer Aktivität hinzuschaltbar, um aktuellen Leistungszustand mit durchschnittlichem Fitnesslevel vergleichen zu können
  • Laktatschwelle: Zur Messung ist ein Hf-Brustgurt nötig. Die Laktatschwelle entspricht dem Punkt, an welchem eine Muskelermüdung eintritt. Die Uhr misst die Laktatschwelle anhand der Herzfrequenz und der Pace

Die oben genannten Zeiten und Werte sind Informationen, die der Sportler mittels mathematischer Algorithmen von der Uhr ausgeworfen bekommt. Wir alle sind Individuen mit variierendem Fitnesslevel und müssen dementsprechend einzeln genau betrachtet werden.

Meiner Meinung nach sind jene Wert- und Zeitangaben kritisch zu hinterfragen. Würde ich den Erholungsratgeber befolgen, wäre mein Training schätzungsweise auf ein Drittel reduziert. Bei meinem letzten 10-km Wettkampf zeigte mir die Uhr beim Einlaufen einen Leistungszustand-Wert von -7 an. Das hätte zu bedeuten, dass ich extrem ermüdet bin. Das Fazit allerdings war, dass ich eine neue, persönliche Bestzeit lief.

„Ich lief eine neue Bestzeit, obwohl die Uhr mir extreme Ermüdung anzeigte.“

Die Genauigkeit der Berechnungen der persönlichen Bestzeiten auf den unterschiedlichen Distanzen sind meiner Meinung nach optimistisch gehalten. Man kann davon ausgehen, dass man ganz grob in der Range liegen wird. Die Genauigkeit liegt denke ich je nach Streckenlänge einige Minuten über / unter der Schätzung. Die Laktatschwelle und die VO2max sind Parameter, die im Labor mittels Spiroergometrie und Lakattests ermittelt werden. Ich bin gespannt, wie weit jene Werte der Uhr und die meiner nächsten Spiroergometrie übereinstimmen.

Bluetooth -/ Online – Funktionalitäten

  • Live Track: Freunde und Familie können Wettkämpfe und Trainingsaktivitäten in Echtzeit verfolgen
  • Hochladen von Aktivitäten: Die Aktivität wird automatisch nach Beendigung der Einheit an die Mobile App gesendet
  • Software-Aktualisierung: drahtloses Herunterladen eines Software-Updates
  • Herunterladen von Trainings und Strecken und drahtlose Übertragung an das Gerät
  • Interaktion mit sozialen Medien: Teilen von Aktivitäten auf sozialen Netzwerken
  • Benachrichtigungen: Anzeige von Telefonanrufen und Nachrichten auf dem Uhrdisplay

Die Smartphone-Funktion nutze ich gerne bei längeren Einheiten. Durch das Einschalten der Bluetooth-Verbindung auf dem Handy und der Uhr sehe ich so auf dem Display eingehende Anrufe und Nachrichten und kann je nach Dringlichkeit agieren.

Besonders das automatische Hochladen abgeschlossener Aktivitäten erspart mir viel Zeit bei meinen Trainingsaufzeichnungen.

Fazit

Die Bedienbarkeit der Uhr ist unkompliziert und übersichtlich. Je nach Bedarf gibt es bei diesem Modell einige an Spielereien, die sicherlich je nach Geschmack genutzt oder ungenutzt bleiben. Für mich ist die Uhr aus Training und Wettkampf nicht mehr wegzudenken – meine Ansprüche werden allesamt erfüllt. Daher vergebe ich 5 von 5 Sternen.

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Über Laura Zimmermann

Laura ist die Frau, die man im Wettkampf nur von hinten sieht. Die Durchstarterin aus dem Allgäu gilt in ihrer Heimat als die größte Triathlon-Hoffnung bei den Frauen und sammelt neben ihrem Studium Podiumsplätze wie andere Leute Briefmarken. Bei TIME2TRI ist Laura mit vielen Tipps, Tricks und Einblicken rund um den Triathlon-Alltag mit an Bord.

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