Ein hartes Stück Arbeit – Christophers letzter Härtetest


Da war es wieder soweit. Halb 7 klingelte mein Wecker, damit ich mich am Rennmorgen vor dem Frankfurt City Triathlon in aller Ruhe fertig machen konnte. Allgemein habe ich es gern, wenn ich vor einem Wettkampf noch viel Zeit habe, um entspannt zu frühstücken, meine Sachen nochmal durchzugehen, 1-2 Kaffee zu trinken und mich dann auf den Weg zu machen. So auch an diesem Morgen.

Gegen halb 8 machten wir uns auf den Weg zum Langener Waldsee, wo mein Start auf der olympischen Distanz um 9:35 stattfinden sollte. Mein Bruder und meine Schwester kamen extra aus Berlin zum Support vorbei, was mir natürlich eine zusätzliche Portion Motivation bescherte. Am See angekommen, musste ich dann noch mein Rad einchecken und die Wechselzone einrichten. Außerdem hatte ich noch ein kurzes Aufwärmprogramm sowie Einschwimmen auf dem Plan. Da am Renntag Neoverbot herrschte, pellte ich mich also in meinen Swimskin von sailfish und ging mich im See einschwimmen. Eine schöne, warme Badewanne war das, aber das Wasser war auch super klar und ich fühlte mich direkt wohl. Kurz vor dem Start vergewisserte ich mich nochmal nach den Bojen, welche wir anschwimmen mussten, weil ich es am Vortag nicht zur Wettkampfbesprechung geschafft habe (es waren noch die Bojen von der Sprint-Distanz sowie eine von der Mitteldistanz aufgebaut). Dann war es auch schon an der Zeit, sich zum Rolling-Start einzuordnen und auf das Startkommando zu warten. Let’s Go!

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Das Schwimmen

Wie auch in Hamburg hatte ich im Vorfeld den meisten Respekt vor dem Schwimmen, vor allem, weil es ohne Neo an den Start ging. Ich ordnete mich deshalb im Bereich der mittelschnellen Schwimmer ein – diese wurden mit einer Zeit von um die 30 Minuten angegeben. Das sollte ich hinbekommen. Als es ins Wasser ging, fühlte ich mich erstaunlicherweise direkt ziemlich gut und konnte die ersten 200-300 Meter meinem Empfinden nach ein gutes Tempo anschlagen. Die Orientierung fiel mir im Vergleich zu Hamburg auch deutlich leichter, bzw. fühlte ich mich generell etwas sicherer im Wasser. Ich versuchte, das gesamte Schwimmen etwas weniger aus den Beinen und mehr aus den Armen heraus zu arbeiten, damit ich für das Rad und Laufen etwas mehr Körner habe.a74a1c33-addb-4bf1-8efc-7e7e6e658900

Als ich nach der letzten Boje den Zielbogen sah, versuchte ich aber dann doch nochmal, das Tempo etwas zu erhöhen. Eigentlich wollte ich nach dem Schwimmen nicht auf die Uhr schauen, aber da ich mich recht schnell fühlte, schaute ich doch kurz drauf: 30:22min. Da war die gute Stimmung mal eben weg, weil ich dachte, wieder bei ungefähr 27 Minuten rauszukommen. Egal, schnell den Wechselbeutel holen und ab aufs Rad!

Das Radfahren

Mit dem Rad ging es dann auf die 45km-Runde nach Frankfurt, wo ich mir einiges vorgenommen hatte. Ich wollte im Schnitt mit 38km/h auf der Strecke unterwegs sein, hatte aber am Anfang die Rechnung ohne den Wind gemacht. Der blies einem die ersten Kilometer nämlich ordentlich entgegen, weshalb ich da ordentlich Körner lassen musste, da ich meinen angepeilten Schnitt unbedingt durchdrücken wollte. Im Nachhinein wäre es cleverer gewesen, da etwas den Druck rauszunehmen und lieber hinten raus nochmal in der Stadt aufs Gas zu drücken. Aber hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer!

Bild: sportonline-foto.de
Bild: sportonline-foto.de

Dennoch ging die Fahrt bis Frankfurt schnell rum und wir drehten in der Stadt noch zwei Runden, bevor es nach 01:11:44 in die Wechselzone ging. Ein Fauxpas passierte mir dennoch auf der Strecke: Ich hatte extra für die warmen Temperaturen noch einen Flaschenhalter am Lenker angebracht, um dort eine Flasche mit Wasser zur Kühlung und zum Nachtrinken wenn ich ein Gel genommen habe, unterzubringen. Blöd nur, wenn die Flasche nach 20km nicht mehr da ist, wo sie sein soll. Ich muss sie irgendwo verloren haben, weshalb ich die Konstruktion wohl lieber nochmal überdenken sollte. Hat hier vielleicht jemand einen Tipp für ein Trinksystem am Lenker?

Das Laufen

Als ich vom Rad abstieg, waren die rohen Eier unter den Füßen zwar wieder da, aber zum Glück nicht so sehr, wie es noch in Hamburg der Fall gewesen war. Also schnell das Rad abstellen, Wechselbeutel holen, Laufkappe und Schuhe an und ab auf die letzten 10 Kilometer. Am Ausgang der Wechselzone feuerte mich meine Familie nochmal ordentlich an. Auch meine Freundin mit ihrer Mutter und einer weiteren guten Freundin sind extra vorbeigekommen. Jetzt musste ich also nochmal alles rausholen. Ich nahm noch in der Wechselzone ein Gel und ein weiteres mit auf die Laufstrecke, um nach 5km nochmal nachzulegen. Die ersten drei Kilometer lief ich zwischen 3:50 und 4 min/km, fiel danach aber in ein kleines Loch und hatte zwischenzeitlich 4:20 auf der Uhr. An der nächsten Verpflegungsstation legte ich mit Iso nach und verdrückte das mitgenommene Gel etwas früher als vorgenommen.

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Glücklicherweise kam danach relativ schnell die Stelle, von der ich wusste, dass sich dort meine Familie hinstellen wollte. Als ich endlich auf diese zulief, legte ich nochmal einen Schritt zu, weil man will ja noch frisch und schnell aussehen, wenn man an seinem Anhang vorbeikommt. :-) Ich pendelte mich dann bei 4min/km ein und lief insgesamt einen Split von 40:23min. Vom Rennen und der Hitze ziemlich am Ende fiel ich dann erst einmal meiner Familie in die Arme und bedankte mich für deren Unterstützung. Der nächste Gang führte mich dann aber direkt zu einem kühlen alkoholfreien Bier.

Fazit

Das Schwimmen war wieder etwas ernüchternd für mich. Nicht unbedingt wegen der Zeit (auch wenn ich hier natürlich schneller werden will), sondern wegen der falschen Einschätzung der Geschwindigkeit im Wasser. Dafür war ich aber trotz der Hitze und des Windes (und dem Verlust meiner Flasche) mit der Rad- und Laufzeit sehr zufrieden. Daran kann ich sehr gut anknüpfen und in den nächsten vier Wochen bis zu meiner Mitteldistanz-Premiere in Köln nochmal ordentlich reinhauen. Ich werde auch nochmal etwas mehr in die Athletik und der Körperpflege mittels Black-Roll und Co. investieren, da ich diese Bereiche in letzter Zeit ziemlich vernachlässigt habe. Schauen wir mal, was auf dem Weg nach Köln noch so passiert. Vielleicht passiert in Sachen Equipment auch nochmal etwas. Mein Fahrrad-Mechaniker hat mir zur Leihe seine Scheibe für Köln angeboten. Vielleicht lasse ich mir das mal durch den Kopf gehen.

 

Über Christopher Brüschke

Christopher ist als Quereinsteiger aus dem Fußball ein echter Triathlon-Rookie und bestreitet im Jahr 2018 seine ersten Wettkämpfe. Dennoch hat er sich gleich für sein erstes Jahr das Ziel gesetzt, seine erste Mitteldistanz mit einem guten Ergebnis zu finishen. Auf TIME2TRI berichtet Christopher über seinen Weg dorthin mit persönlichen Einblicken in sein Training, Ernährung, Equipment, Rennberichten und vielem mehr.

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