Mein neues Leben als Triathlonprofi


Gut 8 Monate ist es her – das Staatsexamen und somit das Ende meiner Studienzeit. Die Zeit nach dem Studium ist die Zeit des Umbruchs und gleichzeitig der Start eines neuen Lebensabschnitts.

Einerseits habe ich mich riesig auf diese anstehende Lebensphase gefreut, andererseits hatte ich aber auch großen Respekt und Angst vor diesem neuen Lebensabschnitt. Angst vor der Zeit, auf welche ich solange hingearbeitet hatte – schon seltsam irgendwie, oder?! Würzburg war für mich zur neuen Heimat geworden und ich musste mich von dort verabschieden und mir in meinem neuen Lebensmittelpunkt erstmal ein Umfeld aufbauen. In dieser Zeit des Neuanfangs wird einem erst so richtig bewusst, was man alles als selbstverständlich hingenommen hat. Angefangen bei all den Freunden, auf die man sich immer zu 100% verlassen kann bis hin zu meinen Trainingskollegen, Verein, Radhändler, Physiotherapeuten, 50m Schwimmbecken, Fitnessstudio…. Dieses Umfeld spielt neben der Gesundheit eine wesentliche Rolle, um den Sport professionell erfolgreich ausüben zu können. Der Aufbau eines neuen Umfelds war für mich eine Herausforderung und hat eine Weile gedauert.

Schwarzwald - Foto: Laura Zimmermann
Schwarzwald – Foto: Laura Zimmermann

In meinem Leben als Nachwuchsprofi hat sich sehr viel geändert. Für mich eine der wertvollsten Veränderungen ist die Flexibilität. Ich kann mir meine Zeit selbst einteilen und muss nicht mehr wie im verschulten Zahnmedizin-Studium den ganzen Tag von A nach B hetzen. Meine Wochenenden sind nicht wie zu Studienzeiten komplett mit Trainingseinheiten ausgefüllt und es bleibt mir mehr Zeit für Freunde und Familie.

„Sport ist meine große Leidenschaft und ich habe mir einen Lebenstraum erfüllt“

Derzeit sitzt mir leider meine Doktorarbeit noch im Nacken. Da kann der Tag schon wirklich sehr ausgefüllt sein. In den umfangreichen Trainingsphasen allerdings genieße ich es besonders, mich voll und ganz auf den Sport konzentrieren zu dürfen. Ich komme nicht mehr erst spät abends von der Uni und dem anschließenden Training nach Hause und kann zwischendurch den Haushalt schmeißen. Dadurch bleiben mir viele entspannte Abende, die ich gemeinsam mit meinem Freund ausklingen lassen kann. Meine Schlafzeiten haben sich um etwa 1/3 verlängert – eine Steigerung von 6 Stunden auf durchschnittlich 9 Stunden. Morgens kann ich meist zu humanen Zeiten aufstehen und entspannt in den Tag starten. Was dieser Punkt für die Erholung bedeutet, kann sich jeder von euch sicherlich gut vorstellen.

Einen großen Teil meiner Vorbereitung für die Saison 2017 durfte ich in warmen Gefilden absolvieren und konnte dadurch dem Winter insgesamt 9 Wochen entfliehen. Mein Trainer war in meinen Trainingslagern mit dabei und wir konnten dadurch qualitativ hochwertig arbeiten.

Foto: Kilian Kreb
Foto: Kilian Kreb

Sport ist meine große Leidenschaft und ich habe mir durch die stetige Steigerung meiner Leistung einen Lebenstraum erfüllen können. Durch meine Arbeit und die Unterstützung der Sponsoren habe ich die Möglichkeit, dieses Leben leben zu dürfen. Hierfür bin ich sehr dankbar. Neben dem ganzen Training und den regenerativen Maßnahmen fällt sehr viel organisatorische Arbeit an, welche vom Zeitaufwand nicht zu unterschätzen ist. Die Präsenz auf Veranstaltungen, Artikelschreiben, das Referieren und das Anleiten von Trainingseinheiten möchte ich dennoch nicht missen.

Ein Einblick in einen ganz normalen Tag als Triathlonprofi

8:00 Uhr Aufstehen und Frühstück
Organisatorisches und Haushalt
10:30 Uhr erste Einheit zB 1:30h Laufen mit Intervallen
12:30 Uhr Mittagessen
15:00 Uhr zweite Einheit z.B. Krafttraining 1:30h
16:45-17:30 Uhr kurzer Snack und Ausruhen
18:00 Uhr 3. Einheit z.B Schwimmen 1:15h
20:00 Uhr Abendessen
20.30 – 23:00 Uhr Mobilisation, Freizeit oder Doktorarbeit
23:00 Uhr Schlafen gehen

Foto: Christoph Jorda
Foto: Christoph Jorda

Meine Pläne für 2017

Für 2017 stehen einige Wettkämpfe auf der Agenda:

23.04. Chia Sardinia Triathlon
12.05 Citylauf Aschaffenburg
25.06 MD Chiemsee
23.07 MD Trumer Triathlon Österreich
20.08 DM MD Allgäu Triathlon
26.08 Transvorarlberg
10.09 IM 70.3 Rügen (eventuell)

Ich freue mich auf die bevorstehende Saison!

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Über Laura Zimmermann

Laura ist die Frau, die man im Wettkampf nur von hinten sieht. Die Durchstarterin aus dem Allgäu gilt in ihrer Heimat als die größte Triathlon-Hoffnung bei den Frauen und sammelt neben ihrem Studium Podiumsplätze wie andere Leute Briefmarken. Bei TIME2TRI ist Laura mit vielen Tipps, Tricks und Einblicken rund um den Triathlon-Alltag mit an Bord.

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2 Kommentar(e) zu “Mein neues Leben als Triathlonprofi”

  • Hey Laura,

    als ich den Tagesplan überflogen habe, dachte ich erst: Mann, ist das ein gechilltes Leben als Profi! Davon kann jeder „Normalo“ nur träumen. Aber beim 2. Hinsehen wurde mir klar, dass es notwendig und die einzig richtige Entscheidung ist. Immerhin braucht der Körper bei dem Pensum auch Erholung.
    In dem Sinne, geh weiter deinen Weg und hab viel Spaß und Erfolg in der ersten Saison!

    Sportliche Grüße,

    Lotta

    • Liebe Lotta,
      danke dir für dein netten Kommentar und deine Bestärkung!
      Klar so ein Tagesablauf sieht von außen betrachtet recht entspannt aus. Es kann schon allerdings sehr anstrengend sein und kostet natürlich auch Energie immer wieder den inneren Schweinehund zu überwinden. 😉 Das Trainingspensum ist natürlich als Profi um einiges höher und dementsprechend mehr Zeit benötigt der Körper auch an Regeneration.
      Dir wünsche ich auch von ganzem Herzen alles Gute für deine Ziele!
      Liebe Grüße
      Laura

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