So war mein erster Triathlon


Hamburg Wasser World Triathlon – here we go! Da war er also, der Tag, an dem es endlich für mich mit dem Triathlon losgehen sollte. Am Sonntag stand für mich der Start auf der olympischen Distanz beim Hamburg Wasser World Triathlon an.

Aber der Reihe nach. Am Samstag kamen meine Freundin und ich in Hamburg an und es stand natürlich erst einmal der obligatorische Gang über die schöne Messe an. Zuerst Startunterlagen abholen, dann ein paar Kleinigkeiten für das Triathleten-Herz auf der Messe einsacken und dann noch schnell zu meinen Kollegen von sailfish.

„Ich freute mich darauf, zum ersten Mal alles rauslassen zu können, was ich mir monatelang antrainiert hatte.“

Zu diesem Zeitpunkt hielt sich meine Nervosität sehr in Grenzen, erst als es abends zum traditionellen Pizzaessen ging, (das mache ich immer vor meinen Wettkämpfen, egal ob 5km-Läufen, Marathon oder jetzt eben Triathlon), stellte sich die Anspannung ein. Aber keine, die einem Angst macht, eher war es die Vorfreude auf den Sonntag und darauf, zum ersten Mal alles rauslassen zu können, was ich mir in den Monaten davor im Training erarbeitet hatte.

Sonntag – Endlich geht es an den Start!

Am Wettkampfmorgen gab es erst einmal zwei Brötchen mit Honig, Kaffee sowie einen letzter Rad- und Ausrüstungs-Check. Ich packte noch zwei Gels ein (eines 20 Minuten vor dem Schwimmstart, eines vor dem Laufen) und bereitete eine Flasche mit Iso für das Rad vor. Danach ging es ab zum Jungfernstieg. Zuerst ging es in die Wechselzone, um dort das Rad abzugeben und meinen Bereich einzurichten. Das war ein Moment, den ich mir schon früher immer wieder vorgestellt habe. Wie wird es wohl sein, wenn ich meine eigene Wechselzone einrichte? Passt alles? Habe ich an alles gedacht und Junge, vergiss das Warmmachen nicht! Tatsächlich hatte ich an alles gedacht, also folgte ein kurzes warm-up und danach musste ich auch schon meinen Kleiderbeutel abgeben und ging mit meinem Neo in Richtung Schwimmstart. Kurz nochmal ein paar letzte motivierende Worte von den Kollegen abholen, ab in den Neo und dann wurde es auch schon ernst.

WhatsApp Image 2018-07-16 at 21.51.58

Das Schwimmen

Schwimmen – wahrscheinlich für die meisten Triathleten die unbeliebteste Disziplin. So auch bei mir, aber ich fühlte mich gut für die schön dunkle Alster vorbereitet. Bevor es ins Wasser ging, war die Nervosität am größten. Ich versuchte, mich noch einmal nur auf mich zu konzentrieren und in mich hineinzuhören, mir zu sagen, dass ich gut vorbereitet und fit war. Dann kam schon das Kommando, dass mein Startblock ins Wasser konnte. Als das Startsignal ertönte, waren alle Gedanken weg – es ging los. Ich konnte entspannt und ohne Gedränge losschwimmen, aber ich kam nie wirklich in meinen Rhythmus. Die ersten 400 Meter waren zäh und ich hatte das Gefühl, überhaupt nicht vorwärts zu kommen. Erst am Wendepunkt hatte ich den ersten positiven Gedanken: Die Hälfte hast du, also reiß dich zusammen. Ich muss auch ziemlich im Zickzack geschwommen sein, weil ich für den Rückweg nochmal deutlich länger brauchte. Als der blaue Teppich vom Ausstieg in Sicht war, konnte ich mich nochmal sammeln und sauber die Strecke zu Ende schwimmen. Während des langen Weges in die Wechselzone konnte ich den Neo schon mal bis auf die Hüfte ausziehen und mich innerlich tierisch über das holprige Schwimmen aufregen. Egal, jetzt hieß es Part 2/3.

„als meine Füße in der Wechselzone den Boden berührten fragte ich mich erstmal, wer hier denn die rohen Eier hingelegt hat.“

Ab aufs Rad

Der Wechsel aufs Rad verlief reibungslos und so ging es ab auf die drei Radrunden. Tatsächlich war dies nun die Disziplin, welche für mich die größte Unbekannte war im Hinblick auf die Leistung, welche ich in die Pedalen übertragen kann. Als es an den ersten Mitstreitern vorbeiging, stellte sich Zuversicht ein, dass meine Beine mich bei meiner Triathlon-Premiere wohl nicht im Stich lassen würden. So konnte ich die erste Runde ganz gut treten und hatte nicht das Gefühl, mich zu übernehmen. Auch die zweite Radrunde ging schnell vorbei und so dachte ich, dass ich nochmal etwas Gas geben konnte auf der letzten Runde. Also fuhr ich auch die Anstiege mit ordentlich Druck nach oben und scherte mich so gar nicht um das anschließende Laufen. Mit meinem Split von 1:01:07h war ich sehr zufrieden und bog in die Wechselzone ein, öffnete schon mal die Schuhe und stieg dann vom Rad. Als meine Füße den Boden berührten fragte ich mich erstmal, wer denn hier die rohen Eier hingelegt hat. Trotz Koppeltraining hatte ich so ein Gefühl bisher nie in den Beinen. Ich beschloss, das Gefühl zu ignorieren und war zuversichtlich, es bis zu meinem Wechselplatz herauszulaufen.

Image from iOS_geflickt_2

Das Laufen

Soweit zumindest mein Plan. Also zog ich mir meine Laufschuhe an, Kappe und Laufbrille auf und ab ging es auf die 10km-Runde. Eigentlich ist das Laufen meine stärkste Disziplin, weshalb ich mir eine Zeit um die 40 Minuten, am liebsten aber sogar darunter, vorgenommen hatte. Bis Kilometer 3 konnte ich aber nicht ansatzweise an den dafür notwendigen Schnitt herankommen und lief durchschnittlich 10-15 Sekunden pro Kilometerlangsamer. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mir gefühlt eine Ewigkeit darüber den Kopf zerbrochen, ob ich beim Radfahren vielleicht überzockt habe, oder ob ich an dem Tag beim Laufen einfach nicht den Punch hatte. Diese Grübelei war ein folgenschwerer Fehler- denn von da an war ich mental nicht mehr dazu in der Lage, die letzten Prozent rauszuholen, um mich nochmal zu pushen und vielleicht doch noch meinen angepeilten Schnitt zu erreichen. So lief ich die letzten Kilometer solide zu Ende und freute mich, bald endlich das Ziel zu erreichen. Dort wurde vorab nicht zu viel versprochen. Je näher ich dem Ziel kam, umso gigantischer wurde die Stimmung. Gänsehaut pur. Ihr kennt das sicherlich, wenn ihr dadurch nochmal ein Hoch bekommt und völlig übermotiviert an Tempo zulegt. Auf der Zielgeraden angekommen, war die Erschöpfung weg und ich genoss diese geniale Stimmung. Was für ein überragender Abschluss. Am Ende stand auf der Uhr eine Laufzeit von 41:11 Minuten und eine Gesamtzeit von 2:18:48 Stunden, mit der ich für meine Triathlon-Premiere durchaus zufrieden bin.

Christophers erste Triathlon-Urkunde vom Hamburg Wasser Triathlon
Christophers erste Triathlon-Urkunde vom Hamburg Wasser Triathlon

Fazit

Mit ein paar Tagen Abstand zum Rennen muss ich sagen, dass ich einen guten ersten Einstieg in den Triathlon hatte. Ich ärgere mich zwar immer noch etwas über mein Zickzack-Schwimmen und das Laufen, aber ich weiß jetzt, woran ich beziehungsweise mein Coach und ich arbeiten müssen. Nach einer kurzen Auswertung haben wir bereits die nächsten Schwerpunkte für die anstehenden Wochen gesetzt – denn in drei Wochen steht mit dem Frankfurt City Triathlon bereits die nächste Olympische Distanz an. Bis dahin wird es aber noch einiges zu berichten geben!

 

Über Christopher Brüschke

Christopher ist als Quereinsteiger aus dem Fußball ein echter Triathlon-Rookie und bestreitet im Jahr 2018 seine ersten Wettkämpfe. Dennoch hat er sich gleich für sein erstes Jahr das Ziel gesetzt, seine erste Mitteldistanz mit einem guten Ergebnis zu finishen. Auf TIME2TRI berichtet Christopher über seinen Weg dorthin mit persönlichen Einblicken in sein Training, Ernährung, Equipment, Rennberichten und vielem mehr.

Schreibe einen Kommentar


Nach oben