Auftakt für unser Winterspecial: Skilanglauf für Triathleten


Es ist Januar, die Trainingsphase zieht sich dahin. Draußen ist es kalt und ungemütlich. Die Straßen sind nass, salzig oder mit Schnee bedeckt. Bleibt da wieder nur die Schwimmhalle, der Kraftraum oder die Rolle für ein ordentliches Training? Mitnichten! Es gibt durchaus eine Sportart im Winter, die einen wahnsinnigen Trainingseffekt sowohl auf die Muskulatur als auch auf das Herz-Kreislaufsystem hat: Skilanglauf!

Es schon lange bewiesen, dass Skilangläufer und Triathleten – abgesehen davon, dass sie die größten Umfänge trainieren – die höchsten VO2max-Werte bei leistungsdiagnostischen Untersuchungen erzielen. Hinzu kommt, dass Skilanglauf eine der komplexesten Ausdauersportarten ist. Man benötigt dafür den kompletten Körper und dazu auch noch den Kopf. Es fordert den Athleten in so gut wie allen Bereichen: Ausdauer, Geschick, Konzentration, Koordination und Gleichgewicht. Darüber hinaus werden unter anderem die kognitiven Fähigkeiten, adaptive Reaktionen und Kopplungsfähigkeiten trainiert – nur, um ein paar zu nennen.

Markus Weeger
Markus Weeger

Skilanglauf: der richtige Einstieg

Wer mutig ist, leiht sich in einem Sportgeschäft seines Vertrauens ein Set aus Ski, Schuhen und Stöcken aus und versucht nach bestem Wissen und Gewissen, sich das Langlaufen selbst beizubringen. Je nach Talent und Ausdauer kann man mit diesem Vorgehen durchaus gute Ergebnisse erzielen!

Für alle anderen gibt es hervorragende Skischulen, bei denen man sich super Input holen kann und bei denen man Schritt für Schritt an den Bewegungsablauf herangeführt wird. So hat zum Beispiel jeder Landesskiverband eine eigene Abteilung mit DSV-Skilehrern. Alternativ gibt es Langlaufcamps, wie das von Peter Schlickenrieder, bei dem man ein ganzes Rundum-Sorglos-Paket erhält.

Skating oder klassische Technik?

Für den Einstieg ist es für die meisten Athleten einfacher, mit der Skating Technik, auch freie Technik genannt, zu beginnen – denn mit Sicherheit stand der Großteil schon einmal auf Schlittschuhen oder Inline Skates. Bei der Skating Technik erzielt man schnell die ersten Erfolge und kann sich Stück für Stück verbessern.

Die klassische Technik fordert da ein wenig mehr. Durch die diagonale Schrittführung mit Gleitphase ist die Bewegung sehr dynamisch und elegant -wenn man es dann kann. Sonst sieht es schnell wie Spazierengehen auf Ski mit Stöcken in der Hand aus und hat mit effektivem Training wenig zu tun!

Skilanglauf: die Technik verbessern

Sind die Grundlagen des Skilanglaufs einmal erlernt, geht es darum, die erlernte Technik zu festigen und zu verbessern. Hier bleibt einem das Techniktraining nicht erspart. Dies geschieht im Idealfall mit ein Fachmann/ -Frau. Jeder Hinweis hilft – auch, wenn man sich dabei am Anfang wie der „erste Mensch“ fühlt. Denn: man kann sich nur verbessern, wenn man ständig an sich arbeitet.

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Markus Weeger

Bei einem echten Profi wird das Training auch per Video aufgezeichnet und analysiert. Für mich selbst war die Videoanalyse immer ein echter Graus. Auf der einen Seite wusste ich, dass sie unerlässlich ist – auf der anderen Seite werden einem die eigenen Fehler knallhart präsentiert und man kann sie nicht rechtfertigen. Wie auch?  „Der Schnee war zu rutschig“?

„ich dachte, ich laufe wie ein junger Gott – bis mein Trainer zu mir sagte: das sieht aus, als würdest du dich gleich mit deinem Hintern aufs Klo setzen wollen!“

Sich selbst beim Laufen zu sehen zeigt, was man da eigentlich so anstellt und wie die Bewegung, die man sich selbst ziemlich perfekt vorstellt, in der Realität tatsächlich aussieht. Einige kennen es vielleicht von Videoanalysen aus dem Schwimmen oder dem Laufen: man täuscht sich unglaublich oft.

Was erwartet euch in den nächsten Tagen?

Wir werden in den nächsten Teilen unseres Skilanglauf-Specials ein wenig durch die Materie „Langlaufen für Triathleten“ gehen. Mein Ziel ist es, vom blanken Anfänger bis zu den ambitionierten Athleten alle zu erreichen. So wird es einen Teil zum Einstieg bis zur professionellen Technik geben, mit den Mädels von Racing Aloha werden wir einen kleinen Schnupperkurs machen, über den es einen ausführlichen Report gibt. Außerdem erwartet euch ein kleiner Leitfaden für Wochenendtrips in den Schnee – und die alt bewährte Packliste darf natürlich auch nicht fehlen.

Ich freue mich darauf, euch das Langlaufen ein wenig schmackhaft zu machen!

Über Markus Weeger

Wie in vielen Familien wurde auch Markus das Langlaufen in die Wiege gelegt. In jungen Jahren rechnete aber niemand damit, dass der gebürtige Erlanger sein Hobby zum Beruf machen und den Sprung in den Skilanglauf Weltcup schaffen könnte. Seinen größten internationalen Erfolg feierte der inzwischen überzeugte Wahlallgäuer bei der Juniorenweltmeisterschaft 2011 im estnischen Otepää, als er nach dem Vizeweltmeistertitel zwei Tage später ganz oben auf dem Treppchen stand. Anfang 2017 entschied sich der ehemalige Sportsoldat dazu, seine Langlaufski an den Nagel zu hängen. Sein Weg führte über kleinere Umwege zur der in der Triathlonszene einschlägig bekannten Agentur Hannes Hawaii Tours. Dort betreut er die Teams Racing Aloha und Allgäu Ein&Zwanzig und kümmert sich um die Organisation und Durchführung der agentureigenen Events.

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