#roadtoroth: es ist Raceweek!

Für Daniel Welsch geht es am Sonntag an den Start der DATEV Challenge Roth 2019. Sein Gedankenkarussell zur Rennwoche ist bereits in vollem Gange.

Geschrieben von Daniel Welsch 01. Juli 2019

Das Ding mit der Raceweek... "du bist bestimmt schon aufgeregt, oder?" - Nee, ich freu mich einfach nur, dass es jetzt mal endlich losgeht. Und zwischendurch denke ich so ca. alle 5 Minuten daran, was denn bis Freitag noch alles schief gehen kann. Denn am Freitag geht es endlich zur lang ersehnten Challenge Roth. Sonntag ist Raceday!

Sonntag ist Raceday!

Und wenn man dann ein paar Tage vor dem Rennen am Wettkampfort ankommt, verschwindet das Triathlon-Teufelchen wieder, springt aus dem Aero Helm und trinkt ein Alkoholfreies. In Roth geht das immer noch mal ein bisschen schneller als anderswo. Das Challenge-Wochenende fühlt sich immer ein wenig wie nach Hause kommen an.

ABER!

Alle Triathletinnen und Triathleten haben diesen einen unsichtbaren fiesen Feind: das schon erwähnte Triathlon Teufelchen. Hauptsaison laut Trikipedia: die Rennwoche. In den Tagen vor dem Rennen zuckt und piekst es plötzlich in Körpergegenden, die man vorher so noch gar nicht wahrgenommen hat.

Da hat man schnell mal einen Tennisarm, wenn man irgendwo ein Bild von Steffi Graf sieht – ob man damit wohl noch schwimmen kann? Stößt man sich in dieser Woche leicht den großen Zeh, ist das Rennen direkt gelaufen. "Ob ich so überhaupt noch laufen kann?" Um die Antwort kurz vorweg zu nehmen: JA!!

2_roadtoroth Zieleinlauf DATEV Challenge Roth 2018

Man macht sich Gedanken - und zwar ausschließlich - über das, was man offensichtlich nicht gut genug trainiert hat.

"Wäre ich mal mehr geschwommen....und ups, was ist das? Das ist doch....verdammt - Plantarfaszie...hab ich mich oft genug gedehnt?"

Nächstes Mal dehne ich mich auf jeden fall 4 Wochen vorher jeden Tag mindestens, ja mindestens 20min. Und ich esse nur noch gesund! Bier trinke ich dann auch nicht mehr! Freunde und Tiere haben Hausverbot! UND ich reise in einem Flugzeug an, dass mich nach einwöchiger Quarantäne direkt am Schwimmstart zur Startzeit meiner Gruppe über dem Main Donau Kanal abwirft. Genau so mache ich das! Dann kann nichts mehr schief gehen.

So ungefähr fühlen sich wohl die meisten Athleten vor einem großen Wettkampf.
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Hach, wenn das mal nicht der Gipfel der Romantik dieses Sports ist. Da bereitet man sich monatelang auf einen Wettkampf vor, trainiert was das Zeug hält, verliert unter Umständen zwischendurch mal den Hang zur Realität...und eine Woche vorher flippt man einfach komplett aus und wird ein kleiner Doofi.

...und eine Woche vorher flippt man einfach komplett aus und wird ein kleiner Doofi.

Da scheitern gestandene Persönlichkeiten an der Befestigung einer Gaskartusche am Rad. Da sitzen Menschen, die sich bald der größten sportlichen Herausforderungen stellen, vor Aldi im Auto und wissen nicht mehr wo sie hinfahren wollen.

Und doch lässt man alle diese komischen Gefühle, die Wehwehchen, die Unsicherheiten spätestens an der Startlinie liegen und tut das, was man liebt.. Ich würde gerne die ultimativen Tipps aufschreiben, wie man sich in der Rennwoche beruhigen kann, aber mal ehrlich, wer kann das schon? Ich hab ein recht einfaches Rezept entwickelt:

Ich treffe mich mit Freunden, gehe Abends was essen, schaue in der Rennwoche (IMMER) Rocky Balboa (Eye of the Tiger) um in Stimmung zu kommen, dehne mich ausgiebig, freue mich über die lockeren Einheiten. Ich esse nichts zu scharfes, aber gut bekömmliches und davon viel. Ich gehe das Rennen im Kopf durch, stelle mir vor, wie gut ich mich auf der zweiten Hälfte des Marathons fühle ....und werde trotzdem jeden Tag ein wenig WAHNSINNIG.

daniel_timo Timo und ich bei der Challenge Roth 2018

Es wird auch nicht weniger mit steigender Anzahl der Wettkämpfe. Ganz weg geht das wohl nicht. Und ich hoffe, das bleibt auch so - für immer! Denn wenn ich nicht mehr aufgeregt bin, wofür mache ich diesen ganzen Kram dann überhaupt?

Lasst uns die Verrücktheit und die Magie der Raceweek lieber mal zelebrieren. Nehmt nicht alles zu ernst und genießt die Aufregung. Timo formuliert das immer sehr treffend: "Das größte Ziel vor der Ziellinie, ist die Startlinie."

"Das größte Ziel vor der Ziellinie, ist die Startlinie."

Ist man hier angekommen, hat man schon den größten Teil des längsten und schönsten Tages des Jahres geschafft. (Allerdings nur, wenn man den Reifendruck vor dem Schwimmstart zum 400sten mal kontrolliert hat :D - der Klassiker :-D)

Im Ernst: Habt eine tolle Rennwoche und am Wettkampftag die besten Beine, die man sich vorstellen kann. Ihr habt es euch nach allen Regeln der Kunst verdient.


Altersklassen-Athlet
Daniel ist seit mehr als 9 Jahren Triathlet aus Leidenschaft. Er sagt: „Es geht nicht nur darum, zu schwimmen, mit dem Rad zu fahren und zu laufen – es geht um ein Lebensgefühl.“ Dabei hat er ein Ziel fest im Blick: die Teilnahme bei der IRONMAN Weltmeisterschaft auf Hawaii. Mit seinem Coach Timo Bracht hat er einen routinierten Hawaii-Profi an seiner Seite, der ihn auf diesem Weg begleiten wird.

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