Halbzeit! So war die bisherige Vorbereitung auf mein erstes Radrennen

In 2020 verfolge ich die Mission Rad am Ring. Zeit für ein erstes Resumée meines Trainings sowie die Antwort auf die Frage: wird das Rennen überhaupt stattfinden?

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Lesezeit: 6 Minuten
© Moritz Sonntag / 808 Project
Geschrieben von Stephanie Päthe 19. April 2020

Geht es euch auch so? Gefühlt rast die Zeit aktuell noch schneller als sonst. Kaum zu glauben, dass wir schon bald in den Mai einbiegen und das Jahr zur Hälfte vorbei ist! Ebenfalls zur Hälfte vorbei ist meine Vorbereitung auf Rad am Ring - mein erstes Radrennen, meine erste wirkliche Challenge auf zwei Rädern. Sofern es denn stattfinden wird. Corona sei Dank, fallen sämtliche Großveranstaltungen bis Ende August ins Wasser. Was das für Rad am Ring bedeutet, vermag RaR-Chef Hanns-Martin derzeit jedoch noch nicht zu sagen: "Für uns lassen sich überhaupt keine Handlungsmuster ableiten (...) und können nur spekulieren. Wir werden uns umgehend um eine belastbare, behördliche Aussage bemühen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt - noch halten wir Rad am Ring nicht für unmöglich."

Abwarten und Tee trinken - werde ich bei Rad am Ring starten? Bild: Moritz Sonntag / 808 Project
Abwarten und Tee trinken - werde ich bei Rad am Ring starten? Bild: Moritz Sonntag / 808 Project

Ein bisschen mehr hat mir Tmag - Cycle-Café Gründer und RaR - Insider - in unserem aktuellen Podcast erzählt. Hört mal rein!

Für mich persönlich ändert die aktuelle Situation nichts an meinem derzeitigen Training. Ich trainiere einfach weiter - so, wie ich es machen würde, wenn das Rennen stattfinden würde. Nutze die Zeit, um an meiner Form zu arbeiten und fit zu werden. Für mich. Ich mag meine neue Trainingsroutine - mit Plan und Struktur - meine kurzen und knackigen Einheiten, genauso wie meine ausgiebigen Ausfahrten am Wochenende. Und sogar an meine Entlastungs-Wochen gewöhne ich mich langsam und lerne, auch mal die Füße still zu halten und meinen Körper die Trainingsreize verarbeiten zu lassen. An meinen Waden wächst zum ersten Mal seit Langem etwas, das bei genauerem Hinsehen fast als Muskulatur durchgehen könnte - ich fange an zu begreifen, was dieser Trainingseffekt ist, von dem immer alle sprechen - und mein Herz lacht mit jeder einzelnen Kurbelumdrehung. Für mich ist das Training ein fester Bestandteil meines Alltags geworden - natürlich wäre das Rennen bei Rad am Ring mein persönliches Highlight der Saison - aber auch ohne Rad am Ring würde und werde ich erst einmal nichts anders machen als bisher. Das Training war also in keinem Fall umsonst sondern hat mir im worst case die perfekte Basis für eine tolle Saison 2021 geliefert - sowie unendlich viele, schöne Stunden auf meinem Rad.

DIe bisherige Stimmung ist gut
Die bisherige Stimmung ist gut

Was bisher geschah

Ich erhalte regelmäßig über meinen Instagram-Account Fragen zu meinem Training - was habe ich trainiert, wie trainiere ich aktuell und was wartet noch auf mich in den kommenden Wochen? An dieser Stelle ein großes Dankeschön an euch - für euer Interesse - und auch für eure Motivation und euren Ansporn, den ihr mir dadurch gebt! Insbesondere danke an meine Frankfurt-Follower, die mich so fleißig mit den schönsten Strecken und Geheimtipps versorgen und mich, sofern man sich unterwegs begegnet, mit dem ein oder anderen kurzen Schnack oder High Five beglücken. Ich meine es wirklich ehrlich: das macht richtig, richtig großen Spaß mit euch!

Gemeinsam statt einsam trainieren - danke an meine Freundin Nine Boller für die schöne Ausfahrt
Gemeinsam statt einsam trainieren - danke an meine Freundin Nine Boller für die schöne Ausfahrt

Hier kommt ein kurzer Überblick über mein bisheriges Training:

Begonnen hat mein Plan im Februar - in einem typischen Wechsel aus Belastung und Entlastung. Konkret trainiere ich in Belastungswochen durchschnittlich 10-15 Stunden, davon 2x in meinen Laufschuhen und 4-5x auf dem Rad. Hinzu kommen regelmäßige Stabi- und Stretching-Sessions. Die längsten Einheiten finden sicherlich am Wochenende statt - an dieser Stelle ein großes Dankeschön an Coach Susa für die Flexibilität und Freiheit, auch mal - natürlich nach vorheriger Rücksprache - deutlich mehr fahren zu können als geplant, wenn mir danach ist!

Mein Rhythmus ist geprägt von meinem beruflichen und privaten Umfeld - aber tatsächlich auch von meinem mentalen Befinden, über das Susa sehr genau Bescheid weiß. Spätestens hier kommt der entscheidende Unterschied zwischen Standard-Trainingsplänen und persönlichem Coaching zum Vorschein - ein Coach ist so viel mehr als nur ein Trainer. Er ist Vertrauter und Wegbegleiter, liest euch auch mal die Leviten und passt auf euch auf, damit ihr euer Ziel auch genau so erreicht, wie ihr es euch wünscht.

Mein Monat bisher in TIME2TRI

Aktuell trainiere ich meist in einem wöchentlichen Be-/Entlastungs-Rhythmus von 3:1, innerhalb der Woche nach dem Rhythmus 3:1:2:1. So bauen wir langsam meine Langzeitausdauer, aber auch meine Kraftausdauer aus, die ich für die Nordschleife benötige.

Die Langzeitausdauer ist durchaus schon vorzeigbar. Meine letzte Tour führte mich über 180km quer durch das Rhein-Main-Gebiet, ohne dass ich am nächsten Morgen sonderlich platt gewesen wäre. Eine Leistungsdiagnostik im Februar in Susas persönlichem Paincave bestätigt dieses Gefühl: "die Grundlage ist definitiv da!" sagt der Coach.

Mehr als nur ein Trainer: Coach und Wegbegleiter Susa

Allerdings bin ich noch immer händeringend auf der Suche nach meinen Berg-Beinen, die ich auf dem Nürburgring definitiv brauchen werde. Heißt für mich: an der Kraft muss noch deutlich gearbeitet werden. Gerade im mittleren und hohen Bereich reagieren meine Muskeln noch sehr "sauer", wenn Belastung aufs Pedal kommt. Heißt für mich: statt einfach nur mit einem Grinsen im Gesicht locker durch die Gegend zu pedalieren stehen nun spezifische Technik-Einheiten und immer mehr Höhenmeter - im Trainingsplan charmant mit dem Wort "wellig" getarnt - auf der Agenda.

180km- meine bislang längste Einheit auf zwei Rädern
180km- meine bislang längste Einheit auf zwei Rädern

Ich bin leider sehr schlecht darin, Technik-Einheiten in freier Wildbahn zu absolvieren. Daher heißt es für mich aktuell auch jede Woche: ab auf die Rolle! Auch, wenn die Sonne scheint - gerade härtere Einheiten und Intervalle fallen mir dort deutlich leichter und fühlen sich effektiver an. Zum Glück habe ich meine Liebe zum Zwiften entdeckt - noch vor wenigen Wochen für mich undenkbar, bin ich mitunter auch mal drei Stunden am Stück auf der Rolle anzutreffen, ohne dass es mir langweilig wird. Meetups, Workouts und #frodissimofriday machen es möglich!

jeden Freitag heißt es: ab auf die Rolle!
Jeden Freitag heißt es: ab auf die Rolle!

550 Höhenmeter pro Runde mit bis zu 18% Steigung lösen in mir Stand heute immer noch großen Respekt aus, sodass in den kommenden Wochen sicherlich ein großer Teil meiner Einheiten den Fokus auf meine noch zu formenden Power-Waden legen wird. Sobald es die aktuelle Corona-Situation zulässt, werde ich daher im Mai und Juni so viel Zeit wie möglich im Nürnberger und Münchener Umland verbringen und "wellige" Höhenmeter sammeln, wo es nur geht.

Auch hier freue ich mich über Mitfahrer und Wegbegleiter! Meldet euch gern!

#lifebehindbars - egal, ob RaR stattfindet oder nicht - die Vorbereitung hat sich auf jeden Fall gelohnt
#lifebehindbars - egal, ob RaR stattfindet oder nicht - die Vorbereitung hat sich auf jeden Fall gelohnt

CMO & Co-Founder @ TIME2TRI
Steffie ist die Frau für schöne Dinge. Weil sie gutes Design und das Besondere liebt, gestaltete sie ihren Trainingsplan bis zur Geburt von TIME2TRI mangels gefallender Trainingssoftware noch kreativ per Hand. Steffie macht Sport nicht nur aus Spaß an der Bewegung sondern auch, weil sie Herausforderungen liebt. Apropos: Unsere Kreative liebt das Abhaken von To-Do-Listen und gesundes Essen - ihre Schwachstelle ist allerdings der Ritter Sport-Fabrikverkauf...

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