In 100 Tagen zum ersten Radrennen - meine Reise zu Rad am Ring

Der Nürburgring. Legende in der Eifel und Austragungsort von Rad am Ring. Gleichzeitig auch Schauplatz meiner ganz persönlichen, ersten, großen, Challenge auf zwei Rädern.

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Lesezeit: 5 Minuten
© Sportograf
Geschrieben von Stephanie Päthe 24. Januar 2020

Der Nürburgring. Legende in der Eifel, Hotspot der Formel 1 und Austragungsort von Rad am Ring - einem der wohl spektakulärsten Radrennen Deutschlands. Gleichzeitig auch Schauplatz meiner ganz persönlichen, ersten, großen, Challenge auf zwei Rädern: meinem ersten Radrennen.

Die Geschichte von mir und meiner Liebe zum Radfahren begann wie jede wirklich gute Liebesgeschichte: mit einem "eigentlich fand ich dich anfangs richtig doof". Tatsächlich war für mich während meiner kompletten Kindheit mein Rad lediglich ein nützliches Fortbewegungsmittel, um von A nach B zu gelangen - freiwillig hätte ich mich jedoch niemals auch nur für einen Meter auf mein Rad gesetzt. Es machte mir einfach keinen Spaß. Eigentlich komisch, da gerade in meiner Allgäuer Heimat gefühlt alle Menschen in jeder freien Minute auf zwei Rädern unterwegs sind, in die Berge oder um Seen fahren und sich den Wind um die Nase wehen lassen.

Bild: Dirk Grimmer
Bild: Dirk Grimmer

Irgendwann vor einigen Jahren beschloss ich, dem Ganzen noch einmal eine Chance zu geben und kaufte mir ein sündhaft teures Mountainbike - mit dem Ergebnis, dass ich mir so schwerfällig darauf vorkam, dass ich es exakt zwei Mal gefahren bin. Erst als ich vor mittlerweile bald sieben Jahren mit dem Triathlonsport in Berührung kam und in diesem Zusammenhang aus Spaß auf ein Rennrad gestiegen bin, wurde meine Leidenschaft für das Radfahren endlich entfacht. Und zwar so richtig. Das erste Rennrad, auf dem ich saß, war ein Männermodell und mir viel zu groß - aber mit der ersten Kurbelumdrehung war es um mich geschehen und diese mir bis dato völlig unbekannte Leichtigkeit auf zwei Rädern zog mich in ihren Bann. Kurzerhand verkaufte ich mein Mountainbike und stand nur wenige Wochen später in Koblenz auf dem Hof von Canyon, um mir mein erstes Rennrad zu kaufen.

Die Stimmung ist gut: Team cycle café bei Rad am Ring 2019
Die Stimmung ist gut: Team cycle café bei Rad am Ring 2019

Seither bin ich viele Kilometer im Sattel gesessen - und habe keinen einzigen von ihnen bereut. Krankheitsbedingt musste ich zwischenzeitlich mal länger pausieren - sowie ich jedoch wieder fit war, schwang ich mich wieder in meinen Sattel. Für mich wurde Radfahren schnell zu einem Ausgleich vom Alltag. Zu einer Möglichkeit, mir den Kopf freizustrampeln und eine gute Zeit zu haben. Ich hatte bis dato keine Ambitionen, besonders weit oder besonders schnell zu fahren - eine Einstellung, die viele auch oft nicht verstanden haben. Ich wollte einfach nur fahren. So simpel.

Der Start bei Rad am Ring 2019
Der Start bei Rad am Ring 2019

Bis ich im vergangenen Jahr die Chance hatte, als Begleitung, Supporter, Gute-Laune-Beauftragte und Muffin-Jongleuse beim 24 Stunden - Radrennen "Rad am Ring" am Nürburgring dabeizusein und eine ganz andere Art von Radsport hautnah mitzuerleben. Die Atmosphäre und die Stimmung zogen mich sofort in ihren Bann - dieses Erlebnis war noch einmal etwas komplett anderes als die Radrennen, die ich bis dato z.B. im Rahmen von "Rund um den Finanzplatz" miterlebt hatte - sodass ich spontan und ohne lange zu überlegen zusagte: in 2020 fahre ich ebenfalls mit!

Da haben wir den Salat

So. Nun war es raus. Nachdem ich nach dem Motto lebe: "wer gackert, muss das Ei auch legen", stand nun als nächstes die Frage im Raum: zu was genau habe ich mich da eigentlich entschieden und: wie bereitet man sich auf so etwas vor? Schauen wir einmal genauer hin.

Das Rennen Rad am Ring wird bereits seit 2003 auf der legendären Nordschleife des Nürburgrings ausgetragen und ist ein weltweit sicherlich einzigartiges Event. 24 Stunden. Entweder alleine oder in einem Team von bis zu 8 Personen. Eine Runde über die Grand Prix - Strecke sowie die Nordschleife hält beim 24 Stunden - Rennen 26 Kilometer bereit. 92 Kurven. 560 Höhenmeter. Perfekten Asphalt. 18 Meter in der Breite (...und viel Platz für hunderte Radfahrer, um mich zu überholen... :-) ). Und rasante Abfahrten - allen voran in der Fuchsröhre, in der schon bis zu 100 km/h gemessen wurden. Und wo es runter geht, geht es natürlich auch hoch - mit 17% Steigung hoch auf die "Hohe Acht".

Einmalige Strecke: der Nürburgring. Bild: Sportograf
Einmalige Strecke: der Nürburgring. Bild: Sportograf

Je öfter ich mir diese Zahlen auf der Zunge zergehen lasse, desto größer ist mein Respekt vor diesem Unterfangen. Angst habe ich keine - ich weiß jedoch, dass ich stand heute nicht dazu imstande wäre, die Runde, insbesondere den Anstieg hoch zur "Hohen Acht" ohne schieben zu müssen schaffen würde. Daher heißt es nun: Ärmel hochkrempeln, einmal ordentlich in die Hände spucken und eine ordentliche Vorbereitung beginnen!

Ich bin nicht der Typ dafür, für so ein Projekt einfach mal drauf los zu trainieren - daher freue ich mich sehr, dass ich mit Susanne (Susa) Buckenlei die für mich beste Trainerin an meiner Seite wissen darf, die mich mit ihrer Expertise, aber auch mit ganz viel Empathie und Motivation in den kommenden Wochen begleiten wird. Unsere Mission lautet: erst einmal viele Grundlagen-Kilometer sammeln, bevor wir dann 100 Tage lang mein Training so strukturieren, dass ich am Ende mit einem breiten Grinsen im Gesicht oben auf der Hohen Acht ankomme und feststelle, dass alle Menschen in meinem Umfeld in den letzten Wochen Recht hatten als sie mir sagten: "Radfahren kommt vom Radfahren".

Eine besondere Herausforderung: die Fahrt in der Nacht
Eine besondere Herausforderung: die Fahrt in der Nacht

Alles zur Vorbereitung auf das Rennen, Susas eigene Erfahrungen bei Radrennen und darüber, welche wichtige Rolle das Thema Krafttraining und Stabi-Training im Radsport spielen, könnt ihr in der aktuellen Podcast-Folge von #shemoves hören. Viel Spaß dabei!

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CMO & Co-Founder @ TIME2TRI
Steffie ist die Frau für schöne Dinge. Weil sie gutes Design und das Besondere liebt, gestaltete sie ihren Trainingsplan bis zur Geburt von TIME2TRI mangels gefallender Trainingssoftware noch kreativ per Hand. Steffie macht Sport nicht nur aus Spaß an der Bewegung sondern auch, weil sie Herausforderungen liebt. Apropos: Unsere Kreative liebt das Abhaken von To-Do-Listen und gesundes Essen - ihre Schwachstelle ist allerdings der Ritter Sport-Fabrikverkauf...

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