Zeckenalarm!


Aus gegebenen Anlass habe ich mich vermehrt mit dem Thema Zecken auseinandergesetzt. Wir Triathleten absolvieren den Großteil unserer Trainingseinheiten draußen in der Natur im Freien und sind dadurch dem weltweit verbreiteten Parasiten, der Zecke ausgesetzt.

Auch ich hatte im Mai leider Pech – ich zog mir einen Zeckenbiss und in Folge die Erkrankung Borreliose zu. Zum Glück wurde dies relativ früh diagnostiziert und ich konnte die Erkrankung erfolgreich durch eine antibiotische Therapie bekämpfen.

„zum Glück wurde meine Borreliose frühzeitig diagnostiziert und ich konnte sie erfolgreich bekämpfen.

Die Zecke

Die Zecke ernährt sich als Parasit vom Blut zahlreicher Wirbeltiere und gilt als gefürchteter Überträger von Krankheitserregern auf Mensch und Tier.

Ein an und für sich harmloser Zeckenbiss kann für den Menschen schnell zur Gefahr werden. Es existieren verschiedene Zeckenarten, wovon Zeckenstiche der Arten ,,Gemeiner Holzbock“ oder der ,,Auwaldzecke“ das größte Risiko einer Übertragung bergen.

Die Erreger

Die von der Zecke am häufigsten übertragenen Arten von Krankheiten sind die FSME-Virusinfektion und Borreliose. Es gibt noch weitere übertragbare Krankheiten, auf welche ich in diesem Artikel allerdings nicht eingehen werde.

Eine umfassende Vorsorge, um einen Zeckenstich eventuell vermeiden zu können, ist dementsprechend zwingend notwendig.

Um das Risiko eines Zeckenbisses zu minimieren eigenen sich neben langer Kleidung und festem Schuhwerk vor allem Zeckensprays. Nach jedem Aufenthalt im Freien sollte man sich zudem gründlich nach Zecken absuchen. Dabei ist zu beachten, immer den gesamten Körper zu inspizieren – vor allem im Bauch- und Brustbereich, in den Kniekehlen, am Hals und Kopf sowie im Schritt.

Foto: Christoph Jorda
Foto: Christoph Jorda

Wer eine Zecke an sich entdeckt, sollte diese umgehend entfernen. Hierbei ist die richtige Technik zu beachten: die Zecke hautnah, langsam und kontrolliert senkrecht zur Haut mit beispielsweise einer Pinzette entfernen. Nach dem Entfernen der Zecke sollte die Stichstelle mit Alkohol oder einer jodhaltigen Salbe desinfiziert werden.

Achtung: Sollte eine mögliche Rötung an der Einstichstelle nicht zurückgehen oder sich ringförmig ausbreiten, ist ein Arzt aufzusuchen. Gleiches gilt, wenn die Einstichstelle stark anschwillt, schmerzt, heiß wird und pocht.

FSME

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch das FSME-Virus ausgelöst. Das Virus kann die Hirnhaut und das zentrale Nervensystem des Menschen angreifen. In den Risikogebieten liegt die Gefahr, nach einem Zeckenstich an FSME zu erkranken, bei ca. 1 zu 150.

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Die ersten Symptome von FSME (grippeähnlich) treten individuell zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf, da die Inkubationszeit mehrere Wochen betragen kann. Betroffene stufen ihr Befinden häufig als Sommergrippe ein – da der Zeckenstich meist mehrere Wochen zurückliegt, ist auch für den Arzt die Diagnose FSME schwer zu stellen. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung befällt das Virus das zentrale Nervensystem. Die ,,leichtere“ Form ist eine Hirnhautentzündung, die ,,schwerere“ Form die Gehirn- und Rückenmarksentzündung. Neben den Symptomen einer Hirnhautentzündung (hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, steifer Nacken), kann es auch zu Bewusstseins-, Sprach- und Schluckstörungen, psychischen Veränderungen oder Lähmungen am Körper kommen.

Das Virus kann nicht mit Medikamenten bekämpft werden, und die Behandlung zielt lediglich auf die Linderung der Symptome ab.

Bewohner eines Risikogebietes sollten sich gegen FSME impfen lassen, um die Virusinfektion zu vermeiden.

Die möglichen Langzeitfolgen einer FSME Erkrankung sind definitiv nicht zu unterschätzen.

Borreliose

Die am Häufigsten durch Zecken übertragene Krankheit ist die Borreliose (jährlich ca. zehntausende Erkrankungen). Dabei werden Bakterien (Borrelien) übertragen. Eine Erkrankung erkennt man bei einer Vielzahl unter anderem, wie bereits oben schon erwähnt, an der sogenannten Wanderröte. Einige Tage bis Wochen nach einem Zeckenstich tritt rund um die Einstichstelle eine ringförmige Hautrötung auf. (Achtung: nicht immer der Fall und die Ausbildung kann bis zu 28 Tage dauern). Daher ist es wichtig, die Einstichstelle gut zu beobachten. Weitere Symptome sind Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Fieber. Starke Schmerzen, Herzprobleme und eine Hirnhautentzündung sind weitere Krankheitszeichen. Auch eine Gesichtslähmung ist relativ häufig.

Foto: Christoph Jorda
Foto: Christoph Jorda

Die Behandlung der Borreliose im Frühstadium erfolgt antibiotisch, im fortgeschrittenen Stadium durch mehrwöchige Antibiotikagabe über Infusionen.

In diesem Sinne – Take care! :-)

Eure Laura

Über Laura Zimmermann

Laura ist die Frau, die man im Wettkampf nur von hinten sieht. Die Durchstarterin aus dem Allgäu gilt in ihrer Heimat als die größte Triathlon-Hoffnung bei den Frauen und sammelt neben ihrem Job als Zahnärztin Podiumsplätze wie andere Leute Briefmarken. Bei TIME2TRI ist Laura mit vielen Tipps, Tricks und Einblicken rund um den Triathlon-Alltag mit an Bord.

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