Erste Hilfe Special: wie es dazu kam


Jeder von uns hat es schon einmal erlebt oder kennt jemanden, dem eine der folgenden Situationen schon passiert ist: eine Katze oder ein anderes Tier läuft einem bei voller Fahrt ins Vorderrad. Eine Wespe fliegt beim Radfahren unter die Brille und sticht zu. Beim Bergabfahren platzt ein Reifen oder eine Speiche bricht – die Folge: ein Sturz. Aber auch eines der schlimmsten Szenarien ist allgegenwärtig: die Kollision mit einem Auto. Die Ursachen für einen Unfall im Sport sind vielfältig – doch haben sie eines gemein: in allen Fällen ist schnelles Handeln gefragt.

Gerade jetzt, wo die Temperaturen wieder wärmer, die Ausfahrten nach draußen verlegt und auch wieder länger werden, häufen sich die Berichte von rücksichtslosen Autofahrern, Beinahe-Unfällen oder tatsächlichen Vorkommnissen. Die sozialen Medien sind voll von Mahnungen an Autofahrer, den Mindestabstand von 1,50m einzuhalten und Videos mit der Bitte, einen Bogen um Radfahrer zu machen. #machdenbogen

Ich habe all diese Berichte bereits im letzten Jahr wie wahrscheinlich viele von euch mitverfolgt. Diese Themen sind sicher richtig und wichtig. Dennoch habe ich mich dabei vor allem eines gefragt: was passiert eigentlich, wenn jemand mal nicht den Bogen macht? Nicht immer sind andere an einem Unfall schuld, oft können auch Materialversagen oder eigene Fehler zu einem Unfall und Verletzungen führen. Wie verhalte ich mich als Betroffene in diesen Situationen richtig? Was, wenn ich als Begleitung eines anderen Sportlers der einzige Mensch bin, der als Ersthelfer zur Verfügung steht? Und was, wenn ich alleine unterwegs bin und mir erst einmal selbst helfen muss?

Trainingsunfall von Jan Frodeno. Quelle: Instagram-Profil Jan Frodeno
Trainingsunfall von Jan Frodeno. Quelle: Instagram-Profil Jan Frodeno

Ich muss gestehen: ein bisschen bin ich über die Antwort, die ich mir geben musste, selbst erschrocken: mein letzter Erste Hilfe Kurs ist beinahe 14 Jahre her – ich habe nur eine sehr rudimentäre bis keine Ahnung, wie ich wirklich richtig reagieren müsste und würde wahrscheinlich nach bestem Wissen und Gewissen intuitiv handeln. Doch spätestens bei Situationen wie beispielsweise einem gestürzten und bewusstlosen Fahrradfahrer den Helm richtig abzunehmen oder einen Menschen mit Schockzustand oder Herzinfarkt richtig zu betreuen wäre ich zugegebenermaßen sehr hilflos.

Die Protagonisten unseres Erste Hilfe Specials

Mit dieser Erkenntnis habe ich damit begonnen, mich mit dem Thema erste Hilfe beim Sport auseinanderzusetzen und bin schon sehr bald auf Karina gestoßen, die nicht nur begeisterte Triathletin ist sondern vor allen Dingen auch Vollzeit als Rettungssanitäterin beim Deutschen Roten Kreuz arbeitet. Nach unserem ersten Gespräch war ich sehr ernüchtert: ich hatte tatsächlich noch weniger Ahnung als ursprünglich gedacht.

„Im Jahr 2017 verzeichnete das Statistische Bundesamt fast 80.000 Unfälle mit Fahrradbeteiligung und Personenschaden“

Auch die nackten Statistiken, die Karina mir zur Verfügung gestellt hat, haben mich zum Nachdenken gebracht. In 2017 war jeder 8te Tote im deutschen Straßenverkehr mit dem Rad unterwegs. Das Statistische Bundesamt verzeichnete im selben Jahr knapp 80.000 Unfälle mit Fahrradbeteiligung und Personenschaden. Hierunter fällt nicht die enorm große Dunkelziffer von Kolissionen, Stürzen und Unfällen, die ohne das Rufen eines Rettungsdienstes stattgefunden haben. Eigentlich hatte ich bei meinen ursprünglichen Gedanken tatsächlich nur das Thema Fahrrad-Unfall im Kopf. Erst im Gespräch mit Karina wurde mir noch einmal bewusst: es sind sich nicht nur die Unfälle beim Radfahren, die wir betrachten müssen. Auch plötzlich auftretende Erkrankungen wie z.B. ein allergischer Schock oder ein Herzinfarkt sind allgegenwärtig.

Radsturz bei der Gruppenausfahrt. Quelle: Instagram-Profil triathlove / Ann-Kathrin Ernst
Radsturz bei der Gruppenausfahrt. Quelle: Instagram-Profil triathlove / Ann-Kathrin Ernst

Mir war klar: wenn ich bei diesem Thema Nachhilfe benötige, dann geht das sicher noch vielen anderen von euch genauso. Wir benötigten also dringend ein erste Hilfe Special bei TIME2TRI! Voller Tatendrang machte ich mich auf die Suche nach weiteren Mitstreitern und fand diese in niemand geringerem als Niclas und Jan, den Machern von pushinglimits, die in ihrem aktuellen Podcast auch schon ein wenig über unser Projekt erzählt haben. Gemeinsam haben wir uns an einem sonnigen Samstag auf dem Gelände des Deutschen Roten Kreuzes in Friedberg getroffen und unser Erste Hilfe Special produziert. Neben der professionellen Effekt-Schminkerin Andrea hatten wir noch mit  Nadine das perfekte Model dabei, um unsere Idee Wirklichkeit werden zu lassen.

„nicht zu handeln ist der einzige Fehler, den ihr machen könnt!“

Es war ein spannender Tag, der uns allen viel Spaß gemacht hat – vor allem aber hat er uns allen eine wirklich wichtige Erkenntnis gebracht: Erste Hilfe kann so einfach sein – den einzigen Fehler, den man begehen kann, ist es, nicht zu reagieren und wegzuschauen. In diesem Sinne: viel Spaß mit unserem Erste-Hilfe-Special! Wir hoffen, dass wir es einerseits schaffen, euch die Angst zu nehmen, etwas falsch zu machen – andererseits möchten wir euch dafür sensibilisieren, wie wichtig es ist, regelmäßig einen Erste Hilfe Kurs zu absolvieren. Eine Übersicht über die deutschlandweiten Kurse des Deutschen Roten Kreuz findet ihr hier.

Über Stephanie Päthe

Steffie ist die Frau für schöne Dinge. Weil sie gutes Design und das Besondere liebt, gestaltete sie ihren Trainingsplan bis zur Geburt von TIME2TRI mangels gefallender Trainingssoftware noch kreativ per Hand. Steffie macht Sport nicht nur aus Spaß an der Bewegung sondern auch, weil sie Herausforderungen liebt. Apropos: Unsere Kreative liebt das Abhaken von To-Do-Listen und gesundes Essen - ihre Schwachstelle ist allerdings der Ritter Sport-Fabrikverkauf...

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