Au revoir! Das war mein Rennen bei der 70.3 WM Nizza

Simons großes Ziel - der Start bei der IRONMAN 70.3 WM in Nizza - ist geschafft! Er schildert euch, wie er sein Rennen als Agergrouper erlebt hat.

Lesezeit: 5 Minuten
Geschrieben von Simon Schlichenmaier 16. September 2019

Mein großes Ziel der Saison 2019 war die Qualifikation und Teilnahme bei der IRONMAN 70.3 WM in Nizza. Nach der knapp verpassten Qualifikation beim Ironman 70.3 Lanzarote im Oktober 2018 ordnete ich alles diesem Ziel unter und fragte meinen Freund und Zimmerkollegen aus der Trainerausbildung, Sven Bockstatt, ob er mich bei meinem Ziel unterstützen und meine Planung übernehmen würde.

Auch wenn ich selbst als Trainer aktiv bin - sich selbst zu trainieren ist immer noch einmal etwas anderes. Ich erhoffte mir nach vielen Jahren des Eigentrainings einen neuen Impuls, der mich in meinem Leistungsvermögen weiter und dem Ziel Nizza näher bringen würde. Gesagt, getan.

"Auch wenn ich selbst als Trainer arbeite hat es mir geholfen, mir externen Input von meinem Trainer-Kollegen Sven zu holen."

Die WM-Qualifikation haben wir im Rahmen des IRONMAN 70.3 Switzerland (Rapperswil-Jona) angestrebt. Die Vorbereitung auf dieses Rennen verlief ohne große Unterbrechungen. Das geplante Training konnte ich gut absolvieren und bemerkte auch Verbesserungen, vor allem auf dem Rad.

Das Rennen in Rapperswil verlief dann für mich super. Ein eher mäßiges Schwimmen, gefolgt von einem guten Radsplit und einem starken Halbmarathon bedeuteten am Ende des Tages Rang 5 in der AK30-34 und die lang ersehnte Qualifikation.

Nizza is calling

Die Vorbereitung auf Nizza war dann wie die erste Saisonhälfte geprägt mit den Liga-Rennen. Hier holte ich mir in den kurzen, schnellen Rennen nochmals Speed und Härte. Sonst änderten Sven und ich nichts Elementares an der Struktur und den Inhalten. Es war oftmals stressig und ein kleiner Balance-Akt, das Training in den Arbeitsalltag unterzubringen, aber wir haben es gut geschafft.

Für die Anreise und Unterbringung in Nizza musste ich nicht lange überlegen - die Wahl fiel auf die Reise per Wohnmobil, mein Anreisetag war der Dienstag.

Am Dienstag haben wir in aller Ruhe unseren Stellplatz bezogen, alles soweit eingerichtet und dann ging es auch schon los mit dem Rad zum Streckencheck. Was soll ich sagen: die Strecke ist großartig! Eine klare Empfehlung für alle, die auf dem Rad was erleben möchten. Der Anstieg ist abwechslungsreich mit kurzen Rampen und belohnt durchgehend mit einer tollen Aussicht. Die Abfahrt ist vor allen Dingen eines: schnell, kurvenreich und ein großer Spaß.

Wer bergauf überzogen hat, konnte auf Abfahrt und dem Flachstück zurück leiden.

Simon auf der Laufstrecke der 70.3 WM in Nizza
Simon auf der Laufstrecke der 70.3 WM in Nizza

Das Rennen

Nachdem die Mädels am Samstag schon einmal ordentlich vorgelegt hatten, ging es für uns Männer am Sonntag los - im Profi-Startfeld war fast die komplette "Who is Who" der Szene vertreten.

Für mich ging es in der Startgruppe AK30-34 (zum letzten Mal ;-)) um 7:56 Uhr im Rollingstart inklusive Neoverbot im türkisklaren, aber welligen Meer los. Die Schwimmstrecke absolvierte ich in 33 Minuten. Passt!

Schnell auf das Rad und die flachen 10km raus aus Nizza rollen. Dann kam der erste Berg - also die erste Rampe mit zweistelliger Prozentzahl. Hier war es wichtig, nicht zu überziehen, locker hochzukurbeln und nach und nach die anderen Athleten zu überholen. So ging es im Wechsel über die Straßen. Mal flach, tendenziell abfallend, oder bergauf.
Bei Kilometer 26 ist man dann am Fuß des Col de Vence angekommen und hat über eine Strecke von 9km etwas über 900 Höhenmeter vor sich. Das Aufsammeln der anderen Athleten ging weiter. Athleten welche mich überholten, versuchte ich auszublenden und mich auf MICH zu konzentrieren.

Auf der Bergspitze angekommen, ging es kurz bergab, ehe die letzten Höhenmeter auf 1100m anstanden. Danach folgte die kilometerlange, rasante Abfahrt.
Leider musste ich viele Stürze sehen und sah einige Athleten am Rand sitzen. Zum Glück waren aber alle soweit wohlauf, sodass sie selbst sich an den sicheren Streckenrand begeben konnten.

Simon hatte auf der Radstrecke großen Spaß
Simon hatte auf der Radstrecke großen Spaß

Mein Radfahren verlief zwar gut, auch wenn ich wohl selbst zu defensiv den Berg angefahren bin und hier viel Zeit liegen gelassen habe. 2:52 war definitiv nicht meine angepeilte Radzeit.
Aber: ich bin sicher in der T2 angekommen und konnte das Rennen weiter genießen. Und das tat ich.

Das Laufen an der Promenade war einfach der Wahnsinn. Den ersten Kilometer lief man von der Wechselzone aus durch ein unterirdisches Parkhaus und dann auf die 2x zu absolvierende Runde. Ich konnte schnell meinen Rhythmus finden und meine angestrebte Pace laufen. Durch das Frauenrennen am Samstag waren auffallend viele weibliche Supporter an der Strecke, welche für Stimmung sorgten. Danke, Mädels!

Konstant und im Ziel mit einer 1:21h konnte ich meine Laufform bestätigen und war nach 4:51h im Ziel.

bekommt einen Ehrenplatz in der Sammlung: die Medaille der 70.3 WM
Bekommt einen Ehrenplatz in der Sammlung: die Medaille der 70.3 WM

Ich wäre nicht ich, wenn ich damit zu 100% zufrieden wäre. Trotz des tollen Gefühls, bei der WM dabei gewesen zu sein, verspürte ich auch ein bisschen Enttäuschung darüber, nicht das volle Potential abgerufen zu haben. Da wäre, speziell auf dem Rad, noch was gegangen. Aber: am Ende steht die Teilnahme bei der 70.3 WM definitiv auf der Haben-Seite. Und das bei einer WM mit Austragungsort in Europa und einer der anspruchsvollsten Strecken. Ich bin stolz und freue mich darüber.

Simons Zeiten im Überblick
Simons Zeiten im Überblick

Das Gute daran, dass nicht immer alles zu 100% so klappt wie geplant, ist ja gleichzeitig auch ein großer Motivator für weitere Ziele und Rennen. Welche das sein werden? Wir werden sehen!

Die Saison 2020 kommt bestimmt! :-)


Altersklassen-Athlet & Triathlon-Coach
Simon ist Triathlet aus Passion und will nicht nur sportlich immer besser werden. Sein Ziel ist es, durch TIME2TRI diese Leidenschaft an andere Athleten weiterzugeben. Als User der ersten Stunde ist er bei TIME2TRI besonders kritisch und will die perfekte Software als Trainingsbegleiter. Privat ist Simon ein "Mitesser" und spekuliert immer darauf, dass andere ihre Portion nicht schaffen.

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