#ROADTONICE - Der Weg nach Nizza führt über Rapperswil

Lesezeit: 4 Minuten

Simon hat es geschafft! Mit seinem Rennen in Rapperswil konnte er sich für die IRONMAN 70.3 WM in Nizza qualifizieren und sich einen Traum erfüllen.

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Geschrieben von Simon Schlichenmaier 27. Juli 2019

Sonntag, 02.06. kurz vor 5 am Morgen, der Wecker holt mich aus dem Schlaf zurück - it's race day! In meiner Unterkunft bei Viola und Oli in der schönen Schweiz macht sich Oli auch bereit und wir frühstücken zusammen. Alles jahrelang erprobt - Kaffee, helles Brötchen und Marmelade, Schoko Creme oder Honig. Eine Banane für kurz vor dem Start noch eingepackt und es geht ins Auto. 12 Kilometer, dann wird auf dem offiziellen Ironman Parkplatz geparkt und sich zum Shuttle Bus begeben.

Alles klappt reibungslos. Wenige Minuten später tönt es aus den Lautsprechern "Willkommen beim IRONMAN 70.3 Rapperswill-Jona!". Die Sonne deutet an: es wird ein heißer Tag. 

Routiniert werden die letzten Handgriffe angelegt. Flaschen befestigt, Gels verstaut, Reifen aufgepumpt und die Wege abgelaufen. Auch für das ein oder andere Wiedersehen ist noch Zeit - schön, wenn man mehr als 200km von daheim entfernt ist und in der Wechselzone dennoch alte Bekannte und Weggefährten trifft!

Mit dem Ziel angemeldet, trainiert und angereist, den Slot für die IRONMAN 70.3 WM in Nizza zu lösen, machte ich mich auf den Weg zum Start. Wer mich kennt, weiß was für ein Nervenbündel ich trotz 10 Jahre Triathlon Erfahrung in diesem Moment bin. Auch dieses Mal war die Nervosität spürpar - aber es schwirrten Worte durch meinen Kopf, welche mir vom Teamkollegen am Samstag per Sprachnachricht mitgegeben wurden: "It's over, when it's over!". Das war mein Mantra und mit diesen Worten blieb ich fokussiert.

#roadtonice_T2T

Der Start

Altbekannt und doch was Neues - der Rolling start (4 Athleten alle 5 Sekunden) mit einem Sprung ins Nass von einem Ponton. Der Zürichsee wartete mit kühlen 16,1 Grad auf uns, und ich trug eine Neoprenbadekappe unter meiner Veranstaltungsmütze. Das Schwimmen verlief unspektakulär und war gut ausgeschrieben. Trotzdem ich einige vor mir gestartete Athleten überholte, konnte ich mich nicht wie gewünscht pushen und stieg nach 29 Minuten aus dem Wasser - nicht das, was ich erwartet hatte aber: "It's over, when it's over!".

Als schneller Wechsler konnte ich auf dem Weg vom See zur Wechselzone gleich weitere Athleten überholen und meine Rennmaschine aka "Mr. Ferrari" schnappen.

"mein Mantra beim Wettkampf: it's over, when it's over!"

Auf den 2 Runden mit zwei ordentlichen Anstiegen war es vor allen Dingen elementar, sich ausreichend zu versorgen und am Berg nicht zu überzocken. Die ersten 10 Kilometer in Rapperswill sind flach und schnell. Hier wollte ich meinen Rhythmus finden, aber nicht den Anschluss an meine Konkurrenten in der Altersklasse verlieren. Nach 2:23 Stunden war das Radfahren geschafft - mit dem Ergebnis, in Schlagweite zu der Top 7 in meiner Altersklasse den Halbmarathon zu starten. Meine Beine waren sofort da und ich konnte meine Pace wie geplant abrufen. 21,1 Kilometer auf 2 Runden mit 65 Treppenstufen pro Runde waren nun noch zu absolvieren.

Für den Traum, einen der 60 Slots für die IRONMAN 70.3 WM in Nizza zu ergattern, musste ich mindestens in die Top 7 kommen - ich rechnete mit 5-7 Slots in der AK30-34. Also drückte ich kontrolliert aufs Gas und konnte einen um den anderen Athleten einsammeln, wurde selbst aber nicht überholt - auch hier war immer in meinem Kopf: "It's over, when it's over!"

Simon beim IM 70.3 Rapperswil
Simon beim IM 70.3 Rapperswil

Als ich nach 4:17 Stunden in den Zielkanal einbog war ich von mir selbst überrascht. Ich hatte meine persönliche Bestzeit von 4:30 beim IRONMAN 70.3 Lanzarote letzten Oktober noch einmal deutlich unterboten und physisch als psychisch ein grandioses Rennen bestritten, welches ich als 5. in der AK 30-34 beendet und 39. bei den Männern gesamt wurde.

Wieviele Slots es aber letztendlich gab, wurde erst unmittelbar vor der Slot Allocation bekannt gegeben. Somit hatte es ca. 3h nach dem Finish noch immer keine Gewissheit - es blieb nur zu hoffen.

It's over when it's over!

Bei der Slot Allocation gab es dann ein Happy End für mich - es hat gereicht! Meine Saison geht ohne weiteren Zwischenstopp weiter und wurde um einen neuen Höhepunkt ergänzt: die Teilnahme am 8. September 2019 an der IRONMAN 70.3 WM in Nizza.

Ein Traum wird wahr
Ein Traum wird wahr

Auch wenn nur mein Name in der Start- und Ergebnisliste steht, tragen viele Menschen dazu bei, dass ich diese Leistungen erbringen und meinen Traum leben darf. Sei es im Training zu pushen, das Training mit zu planen, mir Freiräume zu schaffen oder einfach ein Rückhalt zu sein. Da ich kein Triathlon Profi bin und einer Festanstellung nachgehe, betrifft das in erster Linie auch meinen Arbeitgeber und mein Team. Vielen Dank an alle, die mir diesen Traum ermöglichen!


Triathlon-Coach
Simon ist Triathlet aus Passion und will nicht nur sportlich immer besser werden. Sein Ziel ist es, durch TIME2TRI diese Leidenschaft an andere Athleten weiterzugeben. Als User der ersten Stunde ist er bei TIME2TRI besonders kritisch und will die perfekte Software als Trainingsbegleiter. Privat ist Simon ein "Mitesser" und spekuliert immer darauf, dass andere ihre Portion nicht schaffen.

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