TIME2TRI testet: die sportboXX (Teil 1: der Einzeltest)


Wer kennt sie nicht, diese unliebsame Trainingseinheit namens „Stabi“ im Trainingsplan? Ich wette, sie ist mit Abstand die Trainingseinheit, die am Häufigsten mit fadenscheinigen Ausreden unter den Tisch fällt. „Schatz, ich hab Migräne“ war gestern – „eigentlich müsste ich ja Stabi machen, aber…“ ist heute.

Wenn man sich dann schlussendlich doch mal dazu aufgerafft hat, die Stabi-Einheit zu absolvieren, steht man oftmals vor dem Problem: was soll ich eigentlich machen?

Stabi-Training, was soll ich eigentlich machen?

Zumindest in meinen Trainingsplänen ist meist kein detailliertes Übungsprogramm aufgeführt.

Nun kann ich von Glück reden, mit einer sehr kreativen Physiotherapeutin gesegnet zu sein, die mich wöchentlich mit neuen Übungen ausstattet und mich an meine persönlichen Stabi-Grenzen pusht – leider ist sie aber nicht immer an meiner Seite und nicht jeder hat so einen Quell kreativer Eigengewichts-Übungen an seiner Seite.

Es ist ein paar Wochen her, Sören und ich saßen gemütlich in einem Business-Termin bei einem potentiellen Kooperationspartner, da fiel sie mir ins Auge: die sportboXX.

Klein, kompakt und im Retro-Stil lag sie da, auf dem Cover ein Männchen im Liegestütz und der Titel „33 Trainingskarten mit den besten Übungen“.

Mein Interesse war geweckt – was steckt wohl in der kleinen Aluminium-Box?

sportboXX – Die besten Übungen für effektives Ganzkörpertraining ohne Geräte

Die Rückseite der sportboXX liefert die Antwort: „sportboXX – Die besten Übungen für effektives Ganzkörpertraining ohne Geräte

  • von Profisportlern entwickelt
  • unzählige Kombinationsmöglichkeiten
  • trainiert alle Körperregionen
  • geeignet für Beginner, Fortgeschrittene und Profis.“
sportboXX - Rückansicht
sportboXX – Rückansicht

Im Inneren der sportboXX verbirgt sich ein kleines Kartenspiel. Auf den einzelnen Karten ist jeweils eine Stabi-Übung abgebildet, mit ein paar Stichpunkten erklärt und mit einer vorgeschlagenen Wiederholungszahl für die Level Beginner / Fortgeschrittene / Profis versehen.

Das Ganze erinnerte mich sofort an die Quartettspiele zu Schulzeiten und hat mir Lust gemacht, das Spiel für euch zu testen!

So geht’s

In jeder sportboXX sind ein paar Kärtchen beigelegt, die das Spiel erklären. Grundsätzlich ist die sportboXX-Idee, je nach Zeit und Trainingszustand eine beliebige Anzahl Karten zu ziehen und in der gezogenen Reihenfolge zu absolvieren.

Darüber hinaus werden drei verschiedene Trainingsvarianten vorgeschlagen:

  • klassisch: die Karten mischen und die gewünschte Anzahl Karten ziehen. Für Anfänger werden 5-10 Karten empfohlen, für Fortgeschrittene 20 Übungen, Profis dürfen sich einmal durch die komplette sportboXX turnen.
  • Kardio: zu jeder vollen Minute wird eine neue Übung begonnen, die restliche Zeit ist Pause.
  • Lauf Kombination: abwechselnd wird eine Übung absolviert und eine Minute lang gelaufen

Mir kam gleich noch eine weitere Idee in den Sinn: die Nutzung der sportboXX für das Vereinstraining in Form eines Zirkeltrainings bzw. im Rahmen eines Gruppentrainings, bei dem jedes Mitglied eine Karte ziehen muss. Diese Varianten wird Simon zusammen mit seinem Verein im zweiten Teil des sportboXX-Tests für euch testen, ich habe mich für den Einzeltest entschieden.

sportboXX - Detail
sportboXX – Detail

Die Macher von sportboXX

Was ich von Anfang an sympathisch fand: auch sportboXX agiert nach demselben Prinzip wie TIME2TRI: „von Athleten für Athleten“.

Hinter sportboXX stehen aktive Leistungssportler:

  • der zweifache Paralympics-Sieger Günther Matzinger
  • Nicole Tobolka, Medizinstudentin und Hürdensprinterin
  • Hans Mühlbauer, Physiotherapeut und Triathlet

Diese haben eine Erfahrung gemacht, die jedem von uns wohl sehr bekannt vorkommen dürfte: es ist nicht leicht, sich gute Übungen zu merken oder auszudenken – oftmals resultiert das darin, dass man immer die gleichen Übungen macht oder das Stabi-Training (ich fasse mich mal kurz an meine eigene Nase) gleich bleiben lässt.

weil kein Training auch keine Lösung ist

„Weil kein Training auch keine Lösung ist“ entstand die Idee für ein Kartenspiel mit Stabi-Übungen: die sportboXX.

Wer noch mehr über die Entstehung der sportboXX wissen möchte, findet weitere Infos hier.

Zu kaufen gibt es die sportboXX direkt auf der Website der Macher für den Preis von EUR 14,99.

Mein Test

Nachdem die sportboXX ihren Weg turboschnell zu mir gefunden hat, ich aber bereits beim Packen für den bevorstehenden Urlaub war, stand ziemlich schnell fest: der kleine Quälgeist ist so klein, kompakt und leicht – ich packe die sportboXX einfach mit in meinen Koffer und werde während meines Urlaubs jeden zweiten Tag für euch testen, ob sie auch hält was sie verspricht. In netter Umgebung ist Intensiv-Stabi bestimmt nur halb so schlimm. Und wehe, ich komme nicht als Stabi-Queen zurück nach Deutschland!

Mit der sportboXX im Urlaub
Mit der sportboXX im Urlaub

Gesagt, getan. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit und Jetlag-Bekämpfung (ihr erinnert euch: „ich würde ja gern Stabi machen, aber…“) legte ich los.

Beispielhaft (da das System ja immer dasselbe ist) möchte ich euch meine ersten beiden Workouts mit der sportboXX vorstellen:

Die Karten einmal kurz durchgemischt und fünf Karten gezogen (erst einmal tief stapeln und als „Anfänger“ beginnen – man weiß ja nie),

sportboXX - Karten ziehen
sportboXX – Karten ziehen

wartete nacheinander das folgende kleine Mini-Stabi-Workout auf mich:

  • Armheber hinten – Training für den Oberkörper, 20 Wiederholungen (niedrigste Anzahl der Wiederholungen)
  • Kirschenpflücken – Training für den Rumpf, 20 Wiederholungen (hier habe ich die höchste Wiederholungszahl gewählt, da ich behaupte, eine ziemlich gut trainierte Rumpfmuskulatur zu besitzen. Für Anfänger wurden hier 8 Wiederholungen vorgeschlagen)
  • Käfer rücklings – Ganzkörpertraining, 12 Wiederholungen (niedrigste Wiederholungszahl)
  • Fersenheber – Training für die Beine (liebe sportboXX: und auch für den Po!!), 20 Wiederholungen (auch hier habe ich als regelmäßige Bauch Beine Po-Kursteilnehmerin die höchste Wiederholungszahl gewählt. Für Anfänger wird hier eine Zahl von 8 Wiederholungen empfohlen)
  • Unterarmstütz – Ganzkörpertraining, 40 Sekunden (mittlere Dauer, für Anfänger werden hier 20 Sekunden vorgeschlagen).

Jede Übung habe ich 3x wiederholt.

sportboXX - erstes Workout
sportboXX – erstes Workout

Motiviert vom ersten erfolgreichen „Spiel“ ging es beim nächsten Mal schon etwas höher hinaus: dieses Mal habe ich mich an 10 Karten gewagt und durfte mich durch die folgenden Übungen turnen:

  • Sit –ups – Training für den Rumpf, 20 Wiederholungen (hier habe ich die höchste Wiederholungszahl gewählt, für Anfänger wurden 8 Wiederholungen vorgeschlagen)
  • Unterarmstütz rücklings – Ganzkörpertraining, 20 Sekunden (niedrigste Dauer – wie war das noch gleich mit den vernachlässigten Muskelgruppen?)
  • Kicks Rückenlage – Training für den Rumpf 20 Wiederholungen (auch hier habe ich die höchste Wiederholungszahl gewählt, für Anfänger wurden 8 Wiederholungen vorgeschlagen)
  • Kniebeugen – Training für die Beine, 24 Wiederholungen (mittlere Wiederholungszahl, für Anfänger wurden 12, für Profis 40 vorgeschlagen)
  • Käfer – Ganzkörpertraining 20 Wiederholungen (niedrigste Wiederholungszahl)
  • Armkreisen, 30x pro Richtung (hier habe ich die höchste Zahl gewählt – einfach nur weil ich gerne Arme trainiere, für Anfänger wurden 10x pro Richtung vorgeschlagen)
  • Schmetterling, Ganzkörpertraining, 24 Wiederholungen (mittlere Wiederholungszahl, für Anfänger wurden 12 vorgeschlagen)
  • Wolkenschieber – Training der Rumpfmuskulatur, 12 Wiederholungen (mittlere Wiederholungszahl, für Anfänger wurden 8 vorgeschlagen)
  • Beinheber innen – Training für die Beine, 20 Wiederholungen (höchste Wiederholungszahl, Bauch-Beine-Po sei Dank. Anfängern wurden 8 Wiederholungen pro Seite empfohlen)
  • Superman – Ganzkörpertraining, 8 Wiederholungen (niedrigste Wiederholungszahl)
sportboXX - zweites Workout
sportboXX – zweites Workout

Fazit

Wo Anfänger draufsteht, ist Anfänger drin. Ich behaupte, wer sich in seinem Leben noch nie mit Stabi-Training auseinandergesetzt hat oder vielleicht auch beim Training bestimmte Muskelgruppen bislang komplett vernachlässigt hat, der ist mit der Anzahl der niedrigsten Wiederholungen sehr gut beraten und findet mit Hilfe der Karten einen sehr guten Einstieg in das Thema Stabi-Training.

Ich persönlich habe festgestellt, dass ich mich in der Regel mit der mittleren, manchmal auch der höchsten Wiederholungszahl am Wohlsten fühle und die Übungen gern in mehreren Sätzen hintereinander absolviere. Ich kenne meinen Körper recht gut und konnte daher relativ leicht die richtige Wiederholungszahl für mich herauspicken. Wer seinen Körper nicht gut kennt oder sich damit noch nie auseinandergesetzt hat, merkt jedoch spätestens beim Absolvieren der Übung, ob die ausgewählte Anzahl der Wiederholungen zu niedrig, passgenau oder zu hoch war.

Bei den Sit-Ups fand ich die Wiederholungszahl allgemein etwas zu niedrig. 8 Wiederholungen für einen Anfänger und 20 für den Profi – ich behaupte, jeder Anfänger bekommt 10 Sit-ups hin und ein Profi sollte Minimum 30-40 Sit-ups locker schaffen. Hingegen hatte ich bei 3×8 „Superman“ wirklich zu kämpfen und habe mir schallendes Gelächter eingefangen – dauert wohl noch etwas, bis ich Superwoman werde. :-)

Was mir richtig gut gefällt ist die unvorhergesehene und willkürliche Zusammenstellung der Übungen, die ich so wahrscheinlich nicht gewählt hätte, wenn ich ein Stabi-Training mit Stift und Papier geplant hätte. Darüber hinaus motiviert die sportboXX auch dazu, einfach spontan noch ein paar weitere Karten zu ziehen, wenn man noch „Luft nach oben“ hat oder vielleicht auch einfach neugierig ist, welche Übung als nächstes auf einen wartet.

Ich empfand das Training mit der sportboXX als eine ganz neue Erfahrung und hatte wirklich Spaß dabei, die einzelnen Karten abzuarbeiten.

Der Preis von EUR 14,99 ist auch völlig in Ordnung – wenn man bedenkt, was gutes Trainings-Equipment heutzutage kostet, eigentlich fast zu günstig! 😉

Ob sich die sportboXX auch bei Simon im Test beim Vereinstraining so wacker schlägt? Stay tuned!

 

Von mir gibt es schonmal ein dickes „Daumen hoch!“ und satte 5 von 5 TIME2TRI-Sternen für die sportboXX.

stars_5

Über Stephanie Päthe

Steffie ist die Frau für schöne Dinge. Weil sie gutes Design und das Besondere liebt, gestaltete sie ihren Trainingsplan bis zur Geburt von TIME2TRI mangels gefallender Trainingssoftware noch kreativ per Hand. Steffie macht Sport nicht nur aus Spaß an der Bewegung sondern auch, weil sie Herausforderungen liebt. Apropos: Unsere Kreative liebt das Abhaken von To-Do-Listen und gesundes Essen - ihre Schwachstelle ist allerdings der Ritter Sport-Fabrikverkauf...

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