Freiwasser: vom Umgang mit der Panik


Es ist eines der Themen, die Triathleten am allermeisten beschäftigt: wie komme ich bloss wieder lebend aus dieser schäumenden Waschmaschine aus wirbelnden Armen und Beinen raus, mit Atemnot im engen Neo, wasserschluckend und die Orientierung suchend, während bestimmt schon der uralte drei Meter lange Wels aus der Tiefe auftaucht, um einen am Fuß zu packen…

Vom Umgang mit Panik im Freiwasser
Jetzt bloss die Ruhe bewahren…

Viele Athleten haben sich schon selbst persönliche, kleine Strategien zurecht gelegt, um  die erste Disziplin im Triathlon gelassener zu absolvieren. Andere hingegen kommen gar nicht klar und müssen im schlimmsten Fall sogar das Rennen beenden und sich von einem Begleitboot aus dem Wasser holen lassen. Diese oder ähnliche schlechte Erfahrungen prägen sich tief in das Gedächtnis ein und machen den nächsten Start nicht leichter. Mit Mentaltraining kann man ganz gezielt seine Fähigkeiten wie die Regulierung von negativen Emotionen oder die aktive Steuerung der Aufmerksamkeit stärken. Auch hier gilt: Mentaltraining ist kein Zauberknopf, sondern ein Prozess, der schon ein wenig Zeit und Geduld erfordert.

„Mentaltraining ist kein Zauberknopf, sondern ein Prozess, der schon ein wenig Geduld erfordert.“

Aus meiner Arbeit als Sport Mental Coach haben sich neben dem Trainieren von  technischen Aspekten auch die folgenden mentalen Strategien sehr bewährt:

  • „The more we understand, what it feels like to push our body in the environment we are expected to race in, the better we are to conquer it.“ (Helle Frederiksen)Und damit ist schon sehr viel gesagt: gestalte deine Trainingsumstände möglichst wettkampfnah. Geht als Gruppe ins Wasser, kommt euch nah, kreuzt euch, übt das kurze Tauchen, das Schwimmen ohne Brille, den Wasserballkraul, das Schwimmen im Waserschatten – wenn Kopf und Körper wissen, was zu tun ist, bleibst du viel ruhiger, als wenn du dich unbekannten Situationen aussetzt. All dies läßt sich auch hervorragend im Herbst und Winter im Hallenbad trainieren.

„The more we understand, what it feels like to push our body in the environment we are expected to race in, the better we are to conquer it.“

  • Gemeinsam statt einsam: suche vor dem Start aktiv den Kontakt zu den Athleten in deiner direkten Umgebung: ein paar nette Worte entspannen, schaffen eine gute Atmosphäre und ein Gefühl von Gemeinschaft.
  • Kannst du an zwei Dinge gleichzeitig denken? Nein, das funktioniert nicht und deshalb lenke deine Aufmerksamkeit ganz bewusst auf das, was jetzt in diesem Moment zu tun ist, benenne es für dich. Besetze deinen Gedankensinn mit positiven und klaren Handlungsanweisungen an dich selbst, dann bleibt kein Raum mehr für unkontrollierbare Sorgen. Bei der gleichförmigen Bewegungsausführung im Schwimmen hilft schon ein rhythmisches: „Atmen, Zug, Atmen, Zug, Atmen….“

Vom Umgang mit Panik im Freiwasser

Über Eva Helms

Eva vereint die Leidenschaft für den Triathlonsport mit ihrer Faszination für die mentalen Anforderungen des Ausdauersports. Als Sport Mental - Coach und Triathletin beschäftigt sie sich intensiv mit der Frage: wie kann es gelingen, mit Freude und Leichtigkeit nicht nur monatelang ein Ziel zu verfolgen und zu trainieren, sondern auch im Wettkampf selbst das gesteckte Ziel zu erreichen? Eva begleitete in den letzten Jahren viele Athleten auf ihrer ganz persönlichen sportlichen Reise und gibt neben vielen Tipps aus ihrer beruflichen Ausbildung auch viele Erfahrungen aus ihrem Leben als leistungsorientierte Altersklassenathletin an ihre Klienten weiter.

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