#hellonewseason – auf dem Weg zur ersten Langdistanz


Wer von euch mein Interview mit Hartwig Thöne von Sport1 Triathlon gehört hat, dürfte vernommen haben, dass ich in der Saison 2019 meine erste Langdistanz geplant habe.

Was mich genau dazu bewegt, diesen Schritt zu wagen?

In der vergangenen Saison habe ich gemerkt, dass mich ein Start über die Langdistanz mehr und mehr reizt. Mittlerweile habe ich einige Mitteldistanzrennen bestritten und werde das selbstverständlich auch weiterhin tun.

Während der Mitteldistanzrennen in der vergangenen Saison ertappte ich mich oft bei den Gedanken, wie es wohl wäre, die doppelte Distanz zurückzulegen – aber HALT – darf man während einer Mitteldistanz überhaupt nachdenken können?! Eigentlich sollte die Intensität doch so hoch sein, dass man nur über das aktuelle Befinden nachdenkt und im Hier und Jetzt lebt?! Diese Tatsache stimmte mich immer nachdenklicher und machte mich hungrig darauf, zu versuchen, ob ich nicht auch eine ziemlich hohe Geschwindigkeit über die Langdistanz durchhalten kann. Meines Erachtens war ich noch nie jemand, der fürs Sprinten gemacht ist.

„bei hohen Intensitäten fühle ich mich teilweise eher unwohl – begeistert hat mich die Sprintdistanz noch nie so wirklich.“

Schon in der Schule bei den Leichtathletik Bundesjugendspielen war ich die Einzige, die anstatt der 60m Sprint lieber die 800m auf der Mittelstrecke zurückgelegt hat. Bei sehr hohen Intensitäten, die natürlich auch im Training nicht fehlen dürfen, fühle ich mich teilweise eher unwohl – Atemnot, ein unangenehmes Schmerzempfinden… :-) Die Rennen in der 2. Bundesliga nütze ich als qualitativ hochwertige Trainingseinheiten. Begeistert hat mich die Sprintdistanz noch nie so wirklich. Während dieser einen Stunde ,,allout“ denke ich mir jedes Mal, dass man sich dabei ganz schön extreme Qualen zufügt.

Die Schmerzen auf einer Langdistanz stelle ich mir anders vor – vermutlich die meiste Zeit anwesend, allerdings auf eine andere Art und Weise. Auch das ist eine Tatsache, die mich neugierig macht. Wie fühlt sich so ein Langdistanzrennen an? Wie gestalte ich mein Pacing?

Eine meiner Freundinnen fragte vor kurzem nach einem ihrer Mitteldistanz-Rennen:,,Laura, irgendwie weiß ich nie, wie hart ich Rad fahren kann, um beim Laufen nicht sterben zu müssen. Wie machst du das denn?“ Ehrlich gesagt, denke ich mir während des Radparts auf einer Mitteldistanz jedes Mal, dass es sich so hart anfühlen muss, dass ich mir nicht vorstellen kann, danach noch einen Halbmarathon laufen zu können. Auf der Langdistanz stelle ich mir das irgendwie anders vor. Eher wie ein Gefühl, dass ich eigentlich schneller könnte, mir die Körner allerdings lieber fürs Laufen sparen sollte.

Nun stellt sich sicherlich vielen von euch die Frage: ,,Wann bin ich denn bereit für die erste Langdistanz?“

Foto: Marcel Hilger
Foto: Marcel Hilger

Zu dieser Frage habe ich meinen Trainer Utz Brenner nach seiner Meinung gefragt. Seine Antwort darauf fiel wie folgt aus:

Die Grundvoraussetzung ist, dass Ihr euch sportmedizinisch durchchecken lasst und dabei die Sicherheit erhaltet, gesund zu sein.  Darüber hinaus ist es notwendig, dass ihr die notwendige Zeit zur Verfügung habt, um 8-16h / Woche über 8 Monate hinweg zu trainieren. Vergesst nicht, dass die meisten einerseits eine 40h-Arbeitswoche zu bewältigen haben und andererseits die Familie und das Leben neben dem Sport nicht vernachlässigt werden sollten! Am Wettkampftag möchtet ihr dieses unglaubliche Erlebnis sicherlich auch mit euren Lieben teilen.

Bereit für eure erste Langdistanz seid ihr auch dann, wenn Ihr eine Leidenschaft für das Training, sowie das Finish spürt und wenn ihr euch das Projekt „Lang-Distanz“ vorstellen könnt –  das ist übrigens wichtiger, als ihr denkt. 😉 Physisch ist es von Vorteil, wenn ihr bereits eine Mittel-Distanz, einen Marathon oder einen Rad-Marathon erfolgreich absolviert habt.

„die Grundvoraussetzung ist, dass ihr euch sportmedizinisch durchchecken lasst und die Sicherheit habt, gesund zu sein.“

Trainingspartner, die mit euch gemeinsam ein Ziel verfolgen oder euch bei den ein oder anderen Trainingseinheiten Gesellschaft leisten, spielen eine bedeutende Hilfe. Sucht euch ein paar Mitstreiter, beispielsweise in eurem Verein, bestreitet gemeinsam ein Radtrainingslager und trefft euch immer wieder, um die drei Disziplinen im Team zu trainieren. Final kann ich euch nur ans Herz legen, dass ihr Athletiktraining und Mobilisation als Basis des Trainings verstehen solltet – euer Körper wird es euch danken, da er die Chance hat,  im Training/Wettkampf verletzungsfrei und stabil zu bleiben.

Viel Erfolg bei eurem Projekt! Eines kann ich Euch bestätigen – der Zieleinlauf ist ein unglaubliches Erlebnis – erfahrt es, ich drücke Euch die Daumen.

P.S. Euch plagen noch Fragen? Utz Brenner und ich haben ein Q+A zum Thema Langdistanz geplant, um euch Rede und Antwort zu stehen. Wann das Ganze statt finden wird, wird über TIME2TRI bekannt gegeben. Stay tuned!

 

 

Über Laura Zimmermann

Laura ist die Frau, die man im Wettkampf nur von hinten sieht. Die Durchstarterin aus dem Allgäu gilt in ihrer Heimat als die größte Triathlon-Hoffnung bei den Frauen und sammelt neben ihrem Job als Zahnärztin Podiumsplätze wie andere Leute Briefmarken. Bei TIME2TRI ist Laura mit vielen Tipps, Tricks und Einblicken rund um den Triathlon-Alltag mit an Bord.

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