Simons #roadtoroth – noch 5x schlafen


Noch 5x schlafen bis zur Challenge Roth! So langsam steigt die Nervosität. Die perfekte Gelegenheit, das Training der vergangenen Monate Revue passieren zu lassen und zurückzublicken auf das, was man geleistet hat. Hier kommt meine persönliche #roadtoroth.

„Hier kommt meine persönliche #roadtoroth.“

Mein Background

Mein bisheriger sportlicher Background ist ohne Leistungssport verlaufen. In der Jugend bin ich wie die meisten Jungs dem Ball hinterhergejagt, und dann als Hobby zum Radfahren und Laufen gekommen. Vor einigen Jahren bin ich durch meinen Bruder Martin zum Triathlon gekommen. Er wollte vor seinem 30. Geburtstag eine Langdistanz finishen – was er im Jahr 2012 bei der damaligen Quelle Challenge Roth auch erfolgreich tat. Aufgrund der gemeinsamen sportlichen Aktivitäten (Fußball, Radeln und Laufen) habe ich mich damals kurzerhand dazu entschlossen, einen Kraulkurs im örtlichen Schwimmbad zu absolvieren – der Grundstein war gelegt, ich war vom Triathlon-Virus infiziert.

Team Silla Hopp
Team Silla Hopp

Von Anfang an verfolgte ich das Ziel, mich zunächst über kürzere Distanzen aufzubauen und -wenn möglich- Geschwindigkeit von kürzeren Strecken auf längere Strecken zu übertragen. So kam es, dass ich bereits meinen zweiten Wettkampf in der baden-württembergischen Triathlonliga absolvierte, seit nun vier Jahren starte ich in der höchsten Liga Baden Württembergs für mein Team Silla Hopp.

#roadtoroth

Meine persönliche #roadtoroth startete am 1.11.2017. Als grobe Meilensteine wollte ich mich im Rahmen eines Heim-Trainingslagers im Dezember und einem Mallorca-Trainingslager im März auf die Saison vorbereiten. Als Wettkämpfe waren der Silvesterlauf in Sigmaringen, das Dirty Race in Murr, zwei Liga-Wettkämpfe und der IRONMAN 70.3 Kraichgau als finalen Test geplant.

Bild: Sportograf
Bild: Sportograf

Ich wählte den Start meiner Vorbereitung mit einem langen und ausgiebigen Grundlagenblock (12 Wochen), um eine ausreichende Basis zu bilden. In dieser Zeit arbeitete ich viel an der Technik in den jeweiligen Disziplinen sowie an meiner Ausdauer. In lange Ausdauereinheiten wurden immer wieder kleine Peaks der Intensität eingebaut. Die Radbasis wurde im Rahmen des Rollentrainings gelegt. Ein dickes Dankeschön geht an dieser Stelle an Anja Knapp, mit der ich einige schweißtreibende Stunden auf der Rolle absolvieren durfte sowie für motivierende Schwimmeinheiten ohne pardon.

Der weitere Verlauf meiner Vorbereitung  bestand aus einem aufbauenden Block über 8 Wochen sowie einem sogenannten „Vorbereitungsperiode 3“ – Block von ebenfalls 8 Wochen Länge, in denen es deutlich um die triathlonspezifschen Trainingsaspekte (Koppeltraining, Wechseltraining, Wettkampfgeschwindigkeit, etc.) ging. Die Planung basierte auf einem 3:1 Rhythmus.

Mein Trainingskalender in TIME2TRI Coach

Auch für Ramon und Robin war der Plan so aufgebaut. Robin hatte von uns das „Glück“, dass er aufgrund eines Jobwechsels im Frühjahr sehr viel freie Zeit hatte, die er für ein ausgiebiges Training nutzen konnte. Für Ramon und mich galt es, das Training in den (Arbeits-)Alltag zu integrieren – was uns rückblickend aber gut gelang.

Für mich als “Nerd” im Triathlon wollte ich natürlich mein Training planen und im Nachgang analysieren. Da ich parallel auch Athleten mit unterschiedlichem Leistungsniveau trainiere, war es mir in meiner Tätigkeit als Coach wichtig, die Planung und Koordination mit einem minimalen Zeitaufwand vorzunehmen. Da ich bereits ein User der ersten Stunde von TIME2TRI bin, war ich froh, dass mir die Software in dieser Situation zur Seite stand. Insbesondere dadurch, dass ich Robin als Coach betreue und wir natürlich Einheiten zusammen absolviert haben, konnte ich über TIME2TRI unsere beiden Trainingspläne immer parallel aufbauen und dadurch wertvolle Zeit sparen

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Waren die Rennen in Sigmaringen und Dirty Race nur ein „Aufpeppen“ des Trainings, so galten die beiden Landesliga-Rennen doch schon eher der Formspitzung. Beim Rennen im Kraichgau galt es dann, das Material und meine Verpflegung final unter Wettkampfbedingungen zu testen. Vor allem der Verpflegung galt ein großes Augenmerk, dazu aber später noch mehr.

Den IRONMAN 70.3 im Kraichgau kann ich als gelungenen Test bezeichnen. Einerseits hat natürlich der Support überragend geklappt, anderseits konnte auch ich endlich meine Leistung nahezu komplett abrufen. Mit neuer persönlicher Bestzeit über die Mitteldistanz (4:30h) und genügend Körnern, um den Halbmarathon konstant mit 1:22 ins Ziel zu bringen, sehe ich mich in meinem Wechsel der Verpflegung auf dem Rad und beim Laufen auf die Gels von Squeezy bestätigt.

Beispielhaft eine Trainingswoche in TIME2TRI Athlete

Mein Training im Detail

Meine Wochenplanung sieht normalerweise so aus, dass Montags ein Ruhetag mit Athletik, dehnen und mobilisieren ist. An den anderen Tagen wird mindestens eine Einheit trainiert – Athletik mit auch nur 15-20 Minuten so oft wie möglich. Hierzu muss ich aber gestehen, dass für mich Athletik nicht immer dokumentiert wurde. Ich mache es einfach und sehe es nicht als zwingende Einheit an, da ich kein Maximalkrafttraining oder ähnliches mit schweren Gewichten absolviert habe.

Fixe Termine sind weiterhin das Vereinstraining dienstags auf der Bahn, sowie donnerstags und sonntags Schwimmen. Auch innerhalb einer Woche versuche ich den klassischen 3:1 / 2:1 Belastungs- zu Entlastungsrhythmus umzusetzen.

Bis auf einen kurzen Krankheitsausfall Anfang März hatte ich Glück und konnte, soweit möglich, trainieren und den Großteil meiner mir selbst geplanten Einheiten umsetzen. Es ist immer wichtig, das Training über so eine lange Zeit, mit möglichst viel Konstanz mit so wenigen Ausfällen, aus welchem Grund auch immer, wie möglich, zu absolvieren. So hatte ich mir das Ziel gesetzt, in meinen Entlastungswochen trotz allem noch immer 6-8 Stunden zu trainieren, wobei hier nicht die Anzahl der Einheiten, sondern die Intensität und/oder der Umfang reduziert wurden. Meine höchsten Belastungswochen wurden in den jeweiligen Trainingslagerwochen mit >20h reinem Ausdauertraining geplant und durchgeführt.

„260 km Schwimmen, 5530 km Radfahren, 1520 km Laufen – meine Zahlen seit dem 01.11.2017“

Meine Zahlen seit dem 01.11.2017

Schwimmen: 260 km
Rad: 5530km
Laufen: 1520km

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Da ich bisher schon mehrere Mitteldistanzen absolviert habe war ich körperlich bereits auf einen höheren Trainingsumfang angepasst. Neu war, dass ich hingegen bereits früher in der Saison längere Läufe absolviert habe. Ich sehe für mich den Marathon in Roth als sehr entscheidend an, da ich hier noch keine Erfahrung habe. Um ehrlich zu sein: ich werde im Rahmen der Challenge Roth meinen ersten Marathon laufen und mir geht ordentlich die Düse! :-)

Ebenfalls geändert habe ich meine Ernährungsstrategie. Ich vermute bei diesem Thema meine Schwachstelle und den Grund für die bisherigen, für mich nicht ganz zufrieden stellenden Ergebnisse meiner Rennen über die Mitteldistanz. Bisher habe ich auf Gels von High5 im kompletten Wettkampf gesetzt. Für die Saison 2018 möchte ich erstmals auf dem Rad ein selbstgemixtes Maltodextrin – Gel verwenden. Bein Laufen werde ich auf die an der Strecke angebotenen (und im Kraichgau für gut befundenen) Gels von Squeezy zurückgreifen. Der Wechsel hat keinen Hintergrund einer Unverträglichkeit o.ä. – ich sehe für mich eher die Chance, auf meinen Versorgungsbedarf abgestimmter eingehen zu können und meine Performance zu verbessern bzw. eine gute Laufleistung abrufen zu können.

Bild: Sportograf
Bild: Sportograf

Weiterhin nehmen bei mir Koppelläufe schon seit jeher eine wichtige Stellung im Training ein. Daher durften diese natürlich auch in der Langdistanz-Vorbereitung nicht fehlen. Ich habe durch den Hauptfokus auf Roth die Radausfahrten mit Koppelläufen auf zumeist 1h angepasst, manchmal auch in einem schnellen Tempo und meiner Halbmarathon-Pace, da ich im Kraichgau im Halbmarathon so nahe wie möglich an die 01:20 laufen wollte.

Noch 5x schlafen

Nun sind es also nur noch wenige Tage bis zum großen Tag. Der Start um 6:45 (für Ramon und mich) bzw. 6:55 (für Robin) rückt näher. Wir haben alles geplant und werden am Donnerstagnachmittag nach Roth anreisen.

Am Freitag wollen wir uns “akklimatisieren” indem wir am Kanal-Testschwimmen um 6:30 teilnehmen. Danach gilt es, auf das Geleistete zurückzublicken und ein wenig die Stimmung aufzusaugen und zu genießen. Den Montag haben wir sicherheitshalber auch mal frei genommen, man weiß ja nie…. 😀

Ich weiß, jeder fragt sich nun, was das persönlich hochgesteckte Ziel von mir wohl sein mag. Würde ich sagen „einfach ankommen“, würden alle, die mich kennen, lachen -und es würde auch nicht stimmen. Das Training verlief so, dass ich sagen kann: alles ist möglich. Meine erste Langdistanz kann richtig gut werden – aber auch richtig in die Hose gehen. Aber ich Träume ganz klar und offen von einer 9 Stunden Zeit und einem Marathon, der meinen läuferischen Fähigkeiten entspricht und somit bei etwas um die 3h liegen sollte. Puh. Jetzt ist es raus.

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Der Respekt ist enorm, die Wettervorhersagen kommen mir entgegen. Robin hingegen stöhnt bereits über die angekündigten heißen Temperaturen und Ramon nimmt es – wie immer – so, wie es kommt. Der Tag wird lang und wird auch die ein oder andere Überraschung bieten, mit der wir heute noch nicht rechnen.

Zu guter Letzt noch ein Dank an meine Jungs und Mädels – ich bin froh, dass ich das Projekt Langdistanz nicht alleine absolvieren musste. Man sagt ja, ein Langdistanz Training verändere oft den Charakter zum Negativen, da man viel isoliert und für sich alleine trainiert. Wir können sagen, dass es auch gut in einer Gruppe abgestimmt geht – sicherlich nicht jede Einheit, aber ich selbst konnte auch von jeglichem Training – sei es die langen Einheiten mit den Jungs oder das Kurzdistanz-Training mit Anja – enorm profitieren.

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Ich bin sehr gespannt, wie der Sonntag für uns alle laufen wird. Freudig schaue ich aber auch in Richtung Support an der Strecke – wir sind doch alle ein bisschen verrückt. :-)

Über Simon Schlichenmaier

Simon ist Triathlet aus Passion und will nicht nur sportlich immer besser werden. Sein Ziel ist es, durch TIME2TRI diese Leidenschaft an andere Athleten weiterzugeben. Als User der ersten Stunde ist er bei TIME2TRI besonders kritisch und will die perfekte Software als Trainingsbegleiter. Privat ist Simon ein "Mitesser" und spekuliert immer darauf, dass andere ihre Portion nicht schaffen.

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