Trau ich mir zu wenig zu?


Unser wunderbarer Triathlonsport bietet reichlich davon: immer wieder neue und noch größere Herausforderungen! Ein noch nie absolviertes Trainingspensum beim Schwimmen, eine neue Rekordstreckenlänge beim Radfahren oder unbekanntes Terrain beim Laufen. Das Engelchen auf der rechten Schulter flüstert sofort: aujaaaaaa, na komm, mach schon, das wird klasse! Und links das Teufelchen: lass die Finger davon! Das schaffst du auf keinen Fall!

„Um eine große Aufgabe bewältigen zu können, braucht es eine gute Portion an Selbstvertrauen und Durchhaltewillen.“

Um eine große Aufgabe bewältigen zu können, braucht es eine gute Portion an Selbstvertrauen und Durchhaltewillen.  Während sich der eine selbstbewusst an die Aufgabe macht, verzagt so manch anderer und sagt sich: eigentlich traue ich mir das gar nicht zu. Eigentlich?? Achte mal darauf, wie oft du das Wörtchen „eigentlich“ in deiner Alltagssprache verwendest! Eigentlich ziemlich oft, oder?! 😉 Denk doch mal kurz darüber nach: heißt dein eigentlich, dass du das im Grunde genommen wirklich nicht möchtest? Dann lass die Finger davon. Oder heißt dein eigentlich: ich würde schon gerne, wenn ich nur wüsste, wie?

Dieser Artikel schlägt dir eine kleine Vorgehensweise vor, mit der du großen Herausforderungen mit mehr Gelassenheit und Selbstvertrauen begegnen kannst!

Mentales Training & Coaching
…hier gehts lang zu mehr Selbstvertrauen…

„Ich traue mir etwas nicht zu!“ ist eine Emotion. Würde man ihren Ausdruck im Körper näher beschreiben wollen, fände man vermutlich nur etwas diffuse Begriffe wie „ich habe so ein mulmiges Gefühl im Bauch“ oder „mir ist sehr unwohl bei dem Gedanken“. Mit Emotionen ist der Gesamtbereich dessen erfasst, was vom Erleben und der Erfahrung her als Stimmung, Gefühlserregung[…] bezeichnet wird. Im Vergleich dazu haben wir für Gefühle feste Namen wie Angst, Enttäuschung oder Freude. Die spannende Frage lautet nun, wie entstehen derartige Emotionen im Kopf? Und warum empfindet jeder Mensch anders? Emotionen und Gefühle sind immer eine individuelle Reaktion auf eine Wahrnehmung. Diese kann von außen kommen (ich sehe oder höre etwas) oder von innen (eine Erinnerung, ein Gedanke, eine Vorstellung).

Als nächstes findet blitzschnell ein Abgleich zwischen den eigenen Fähigkeiten und früheren Erfahrungen und der bevorstehenden Aufgabe statt. Entscheidet das Gehirn, dass dies eine potenziell bedrohliche Situation ist („zu anspruchsvoll“, „zu anstrengend“) wird deine emotionale Reaktion eher ein Zögern, Zurückschrecken, Ablehnen sein. Dieses Muster findet seine Ursprung in der Evolution, in der es darum ging, auf Gefahren sehr schnell mit Flucht oder Kampf reagieren zu können.

„Einen Moment innehalten und sich ein paar Gedanken machen.“

Einen Moment innehalten und sich ein paar Gedanken machen. Es kann ja durchaus sinnvoll sein, nein zu sagen, zum Beispiel dann, wenn deine konditionellen Fähigkeiten und technischen Möglichkeiten einfach nicht ausreichen. Wer noch nie mehr als 1,5km im Training geschwommen ist, für den ist eine 6km Einheit zwar möglich, aber mit Sicherheit ziemlich spaßfrei. Daran kommst du also nicht vorbei: die realistische Selbst-Einschätzung. Bist du dir nicht sicher, dann hole dir Rat bei einem Trainer, dem du vertraust. 

Ein gutes und interessantes Ziel ist immer ein Ziel, welches man mit einer ungefähr 50%igen Wahrscheinlichkeit erreichen kann, das heißt: man muss sich anstrengen, aber es ist immer noch machbar. Ist das Ziel zu schwierig, wirkt sich das negativ auf die Motivation aus, ebenso langweilt ein zu leichtes Ziel schnell.

Vom Umgang mit negativen Emotionen
..zeig der Herausforderung die Zähne!

Jetzt geht es an die Vorbereitung, das Gestalten von guten Rahmenbedingungen: such dir Begleitung, der du vertraust, die Erfahrung hat und dich unterstützen wird. Plane deine Ausrüstung, deine Ernährung, deine Strecke….Wissen schafft Sicherheit! Je mehr du dich damit beschäftigst, und Lösungen findest für eventuell auftretende Schwierigkeiten, umso mehr schwinden die Sorgen.

Last but not least solltest du deine mentale Stärke um ein paar Stressregulationskompetenzen erweitern, wenn es doch ungemütlich wird: Atme tief durch, lächle, lass die Schultern los und schau nach vorne: weitermachen! Gut trainiert leisten diese Fähigkeiten auch wertvolle Dienste in Beruf und Alltag.

Eva Helms von Sportmentalcoaching Rückenwind 

Literatur

Baumann Sigurd, 2015. Psychologie im Sport, S. 253
Ufer Michele, 2016. Mentaltraining für Läufer, S. 103
Müssig Petra, 2010. Erfolg wird im Kopf gemacht, S. 16

Über Eva Helms

Eva vereint die Leidenschaft für den Triathlonsport mit ihrer Faszination für die mentalen Anforderungen des Ausdauersports. Als Sport Mental - Coach und Triathletin beschäftigt sie sich intensiv mit der Frage: wie kann es gelingen, mit Freude und Leichtigkeit nicht nur monatelang ein Ziel zu verfolgen und zu trainieren, sondern auch im Wettkampf selbst das gesteckte Ziel zu erreichen? Eva begleitete in den letzten Jahren viele Athleten auf ihrer ganz persönlichen sportlichen Reise und gibt neben vielen Tipps aus ihrer beruflichen Ausbildung auch viele Erfahrungen aus ihrem Leben als leistungsorientierte Altersklassenathletin an ihre Klienten weiter.

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