Wechselzeiten – elegant und zügig durch die vierte Disziplin


Die Wechselzone – wer sich hier als Zuschauer postiert, wird oftmals Zeuge so manch skurriler Situation: falsch herum aufgesetzte Helme, an den Füßen hängengebliebene Neos, durch die Luft fliegende Radflaschen. Im Training wird das Wechseltraining leider meist eher stiefmütterlich behandelt: „Ich komm da schon irgendwie durch…“ – Ja, das stimmt wohl, wer aber seine Aufmerksamkeit regelmäßig den Abläufen beim Wechseln widmet, profitiert im Wettkampf enorm davon.

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….und welcher war nochmal mein Beutel??

Wie elegant und zügig sieht es da doch bei den Profis aus, die scheinbar mühelos alle Handgriffe beherrschen und im Handumdrehen wieder aus der Wechselzone draußen sind. Es führt kein Weg drum herum: nur was beständig wiederholt und geübt wurde, kann im Wettkampf unter hektischen Bedingungen auch gelingen. Wer oft genug auf einem Feldweg oder im heimischen Garten das Abstreifen des Neos oder das Aufspringen auf das Rad übt, gewinnt nicht nur Zeit, sondern spart auch einiges an Energie. Passiert dann doch mal ein Missgeschick, kann man ruhigbleiben und verliert nicht so schnell die Nerven. Und was hat das mit Mentaltraining zu tun? Im Folgenden zeige ich euch, wie ihr euch nicht nur praktisch, sondern auch mental auf gute Wechselzeiten vorbereiten könnt!

„Stell dir deinen Bewegungsablauf doch einfach mal in Gedanken vor!“

Neben dem praktischen Trainieren kann man zusätzlich auch mit der eigenen Vorstellungskraft arbeiten. Das Visualisieren ist eine bewährte Technik aus dem Mentaltraining, um sich bestimmte Bewegungsabläufe dauerhaft zu verinnerlichen.

So verkürzt du deine Wechselzeiten:

1) Du musst natürlich verstehen und wissen, was zu tun ist! Nimm dir also ein Blatt und notiere alle Schritte sorgfältig einen nach dem anderen, beginne mit dem Verlassen des Wassers und ende mit dem ersten eingeklickten Umdrehungen auf dem Rad. Berücksichtige dabei deine persönlichen Gegebenheiten, z.B. wie du Helm und Radbrille auf dem Rad platzierst.

2) Deine Liste sollte unbedingt auch einen Plan B enthalte: „was mache ich, wenn…“ Hektik entsteht dann, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert und ich nicht weiß, was ich tun soll.

„Deine Liste sollte unbedingt auch einen Plan B enthalten…“

3) Diese Liste lernst du dann auswendig. Wiederhole sie so oft, wie möglich.

4) Jetzt wird es spannend: setze dich bequem zurecht, atme zweidrei mal ruhig durch und und gehe nun in Gedanken ins Wasser. Jetzt vollziehe sorgfältig alle Schritte deiner Liste, lass dir dabei Zeit, schmücke dein Tun mit allen Sinneswahrnehmungen und Empfindungen aus, die dich begleiten: das Gefühl von nassem Gras unter deinen Füssen, den Lärm der Zuschauer um dich herum, der Geruch des Wassers, der leichte Schwindel, der hohe Puls…umso intensiver du die Situation ausschmückst, umso „echter“ wird sie für dich in deiner Wahrnehmung.

„Unser Gehirn unterscheidet nicht zwischen real erlebt und visualisiert – ein „so tun als ob“ kann also genauso einprägsam wirken wie ein echtes Durchführen.““

5) Unser Gehirn unterscheidet nicht zwischen real erlebt und visualisiert – ein „so tun als ob“ kann also genauso einprägsam wirken wie ein echtes Durchführen.

6) Übung macht den Meister: je öfter du den Ablauf wiederholst, umso sicherer wirst du!

Ich wünsche euch viel Spaß dabei!

Über Eva Helms

Eva vereint die Leidenschaft für den Triathlonsport mit ihrer Faszination für die mentalen Anforderungen des Ausdauersports. Als Sport Mental - Coach und Triathletin beschäftigt sie sich intensiv mit der Frage: wie kann es gelingen, mit Freude und Leichtigkeit nicht nur monatelang ein Ziel zu verfolgen und zu trainieren, sondern auch im Wettkampf selbst das gesteckte Ziel zu erreichen? Eva begleitete in den letzten Jahren viele Athleten auf ihrer ganz persönlichen sportlichen Reise und gibt neben vielen Tipps aus ihrer beruflichen Ausbildung auch viele Erfahrungen aus ihrem Leben als leistungsorientierte Altersklassenathletin an ihre Klienten weiter.

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