"Das Herz und die Seele der Veranstaltung": Felix Walchshöfer über die wichtigste Rolle der Challenge Roth

Im Gespräch: Challenge Roth-Chef Felix Walchshöfer über die tragende Rolle der 7.500 freiwilligen Helfer im fränkischen Triathlonmekka.

Geschrieben von Stephanie Päthe 03. Juli 2019

Wer in diesen Tagen seinen Blick auf das fränkische Triathlonmekka Roth richtet, merkt schnell: hier liegt Spannung in der Luft! Ein ganzer Landkreis bereitet sich mit Feuereifer und Tatendrang darauf vor, tausende Triathleten aus aller Welt in Empfang zu nehmen und ihnen ein unvergessliches Rennwochenende zu bereiten. Auch im Headquarter der Challenge Roth geht es zur Zeit turbulent her - über zu viel Schlaf kann sich derzeit wohl niemand aus dem Team beklagen.

Umso bewundernswerter finde ich, dass sich Challenge Roth - Chef Felix Walchshöfer selbst in dieser Hochphase Zeit für ein Gespräch genommen hat (danke dafür!), um mit mir über ein Thema zu sprechen, das zweifelsohne zu den wichtigsten bei einem solchen Event zählt: die vielen, freiwilligen Helfer, die die Challenge Roth erst zu dem machen, was sie ist: ein Event mit Herzblut, Leidenschaft und dem unvergleichbaren Gefühl, nach Hause zu kommen.

Helfer in Roth
Helfer in Roth

Helfen. Anpacken. Unterstützen. Das ist etwas, das in unserer Zeit immer weniger selbstverständlich ist. Um eines vorweg zu nehmen: vor meinem Gespräch mit Felix wusste ich bereits, dass das Thema "Helfer" in Roth eine sehr wichtige Rolle spielt und das gesamte Challenge Roth - Team sich das ganze Jahr über nicht nur für ihre Athleten sondern auch für alle ihre Freiwilligen ins Zeug legt. Wie enorm groß das Thema bei der Challenge Roth tatsächlich ist, habe ich aber erst begriffen, nachdem Felix mit den Worten"unsere Helfer sind das Herz und die Seele der Veranstaltung" begonnen hat, zu erzählen.

Es gibt nicht "DEN" Helfer

Stolze 7500 Helferinnen und Helfer sind in diesem Jahr bei der Challenge Roth im Einsatz und sorgen dafür, dass alles reibungslos abläuft. Dabei sind die Einsatzgebiete und -orte der vielen Helfer höchst unterschiedlich - hier ist für jeden etwas dabei. Allein 200 Personen helfen dabei, im Vorfeld sämtliche Athletenbeutel zu bestücken und vorzubereiten. Es gibt Freiwillige, die sich 1-2 Wochen frei nehmen, um beispielsweise den Aufbau des Festplatzes zu unterstützen, manche Helfer sind sogar das ganze Jahr über im Einsatz und helfen im Challenge-Lager, beim Umschichten oder vielen anderen Tätigkeiten, die bei einem Event dieser Größe anfallen.

Helfer in Roth
Helfer in Roth

Beeindruckend: Die Challenge Roth hat den Luxus, nicht aktiv nach Helfern suchen zu müssen.

Neben vielen Freiwilligen, die von überall her kommen, profitiert die Challenge Family insbesondere von vielen ortsansässigen Familien. Ganze Verpflegungsstellen werden von Generation zu Generation von Großeltern an Kinder und Enkelkinder "vererbt", Freunde, Nachbarn und Kollegen werden mobilisiert und mitgezogen. Dieses über viele Jahre unveränderte und fortlaufende Helferteam bringt dem Veranstalter einen entscheidenen Vorteil: Routine. Diese Stellen organisieren sich aufgrund ihrer jahrelangen Erfahrung und ihrem angeeigneten Wissen selbst und benötigen kaum Betreuungsaufwand. Alles geht Hand in Hand, wird zum Selbstläufer. Die Helfer wissen: was brauchen und wünschen sich die Athleten? Wie hilft man den Athleten bestmöglich aus dem Neo, wie richte ich die Beutel im Umkleidezelt am besten her? Welche Handgriffe sind beim Sonnencreme-Kommando vonnöten, um die Athleten schnellstmöglich und vollständig einzucremen? Seitens des Veranstalters ist dadurch nur wenig Betreuungs- und Einarbeitungsaufwand vonnöten. Ein echter Luxus!

challengeroth (5 von 5)Helfer in Roth

Über allem steht dabei eines: das Wohlergehen der Helfer. Daher werden besonders anspruchsvolle Positionen wie in der Wechselzone 2 auch im 3 Schicht-System organisiert. Über 1000 Helferinnen und Helfer sind dort im Einsatz, um die über 3000 Räder zu schieben oder abends bis nachts um 02:00 auszuchecken.  Felix ist sich sicher: "Helfer sollen bei uns Spaß haben!" Dinge, die keinen Spaß machen oder zu grenzwertigen Zeitpunkten stattfinden - wie beispielsweise das Säubern der Laufstrecke am Kanal oder zwischen 00:00 und 05:30 Uhr den Müll von Startern und Zuschauern (!) in der Stadt aufzusammeln- werden daher seitens der Challenge Family an externe Dienstleister vergeben.

"während halb Roth im Stadion steht und das Feuerwerk schaut, sorgen unsere Helfer dafür, dass im Hintergrund alles läuft. Davor habe ich einen riesigen Respekt."

Vorausschauend: Besonders prominente oder beanspruchende Positionen werden in Roth durchaus doppelt bis vierfach vergeben. Denn auch, wenn kurzfristig eine Person ausfällt - für eine gelungene Challenge Roth ist wichtig, immer einen Plan B in der Schublade zu haben und egal, was passiert, handlungsfähig zu bleiben.

Wertschätzung

Wertschätzung. Ein Wort, das so leicht ausgesprochen ist, für seine wirkliche Bedeutung aber mit viel Leben gefüllt werden möchte. Wer sich fragt, wie sich wahre Wertschätzung wohl anfühlen mag, der sei dazu eingeladen, einen Blick auf den Umgang des Teams der Challenge Roth mit seinen Freiwilligen zu werfen.

Helfer in RothHelfer in Roth

Schon das ganze Jahr über nehmen Felix und seine Familie Einladungen aus der Region dankend an. Ob Vereinsfeiern, Feuerwehrfeiern, Sommerfeste oder sonstige Veranstaltungen: Felix und seine Familie sind dabei.

Auch bei der Auswahl der Helfershirts ist für das Team der Challenge Roth klar: "unsere Helfer sind keine Menschen zweiter Klasse, natürlich bekommen sie vernünftige Shirts von uns!" sodass sich die Helfer über qualitativ hochwertige, atmungsaktive und blickdichte Shirts freuen dürfen.

Am Renntag selbst sind Felix und Kathrin Walchshöfer schon früh auf den Beinen und teilen sich auf, um möglichst viele Helfer persönlich zu sehen und sich zu bedanken. "jeder einzelne bekommt von uns die Hand geschüttelt! Die Helfer sehen: der Chef sitzt nicht mit Champagner im VIP-Bereich sondern kommt zu uns an die Front, und sieht was wir leisten!"

ziert die Straßen von Roth: das Danke-Plakat für Helfer
Ziert die Straßen von Roth: das Danke-Plakat für Helfer

Auch das Helferfest im Nachgang ist ein elementarer Bestandteil der Veranstaltung. Nicht nur eine Tombola mit wirklich hochwertigen Preisen wartet hier auch die Helfer - die Challenge Roth verpflichtet sämtliche TOP-Athleten dazu, am Helferfest teilzunehmen. Keine Helferparty, kein Start in Roth. Wie ich finde: eine tolle Geste, die es ruhig öfter geben sollte!

Warum das alles? Felix hat darauf eine klare Antwort. "Unsere Helfer sind das Herz und die Seele der Veranstaltung. Die Helfer sind an unseren Kunden dran. Ich kann nicht bei jedem Athleten sein - die Helfer schon. Wenn sich die Helfer wohlfühlen und sich ins Zeug legen, dann haben am Ende alle ein gutes Gefühl und einen hervorragenden Tag."

Anekdoten

Auf die Frage, welche Geschichte Felix besonders im Gedächtnis geblieben ist, muss er nicht lange überlegen: "es gibt nicht DIE schönste Geschichte. Es gibt ganz viele schöne Geschichten! Und meistens erfahren wir sie sogar erst im Nachgang!"

So wie das spontane Abpumpen von 30cm angestautem Wasser in einer Unterquerung auf der Radstrecke. Die lokale Feuerwehr reagierte prompt und rückte aus, um das Wasser abzupumpen, damit die Athleten die Stelle unbeschadet passieren konnten.

Helfer in Roth
Helfer in Roth

Felix erinnert sich auch an das Jahr 2008, in dem ein Temperatursturz auf 12 Grad samt strömendem Regen dazu führte, dass unzählige Athleten komplett durchgefroren an den Verpflegungsstellen anhalten mussten. Die Ehefrauen der Helfer an den Ständen holten die Athleten kurzerhand mit ihren Privat-PKW ab, stellten sie bei sich zu Hause unter eine warme Dusche und fuhren sie wieder zurück.

Geschichten, die das Leben schreibt - die Challenge Roth ist voll von ihnen.


CMO & Co-Founder @ TIME2TRI
Steffie ist die Frau für schöne Dinge. Weil sie gutes Design und das Besondere liebt, gestaltete sie ihren Trainingsplan bis zur Geburt von TIME2TRI mangels gefallender Trainingssoftware noch kreativ per Hand. Steffie macht Sport nicht nur aus Spaß an der Bewegung sondern auch, weil sie Herausforderungen liebt. Apropos: Unsere Kreative liebt das Abhaken von To-Do-Listen und gesundes Essen - ihre Schwachstelle ist allerdings der Ritter Sport-Fabrikverkauf...

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