Entertainment ist alles: Interview mit Frank Horras

Am Sonntag wird er wieder am Streckenrand stehen und unermüdlich jeden einzelnen Starter der Challenge Roth anfeuern und ins Ziel pushen: Frank Horras.

Geschrieben von Stephanie Päthe 05. Juli 2019

Am Sonntag, wenn es für tausende Triathleten bei der Challenge Roth ab auf die Laufstrecke geht, wird er wieder am Streckenrand stehen und unermüdlich mit einer unbändigen Energie bis zum letzten Athleten hin jeden einzelnen anfeuern und in Richtung Ziel pushen: Frank Horras.

Frank ist definitiv einer der Guten der Szene. Mit dem Herz am rechten Fleck, in vollem Einsatz für andere Menschen. 2007 begegnete er erstmals dem Triathlon und war sofort angefixt. 2010 gründete er mit der Hardtsee-Mafia – heute: Tri Familia - eine ganz besondere Triathlongemeinschaft, die neben der Liebe für die Kombination aus Schwimmen, Radfahren und Laufen vor allem für Respekt, Toleranz, soziales Engagement – kurzum: Menschlichkeit steht.

Frank ist selbst schon bei unzähligen Wettkämpfen, darunter 25 Mittel- und 6 Langdistanzen gestartet gibt dem Sport durch seine Auftritte am Streckenrand regelmäßig wieder etwas zurück.

"Seine Mission: den Athleten, die mit leidenden Gesichtern über die Strecke in Richtung Ziel laufen, ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern."

Bei der Challenge Roth steht er regelmäßig knapp 12 Stunden lang mit dem Mikrofon in der Hand und zahlreichen Party-People an seiner Seite an der Strecke und sorgt dafür, dass jeder einzelne Athlet einen persönlichen Gruß, einen netten Spruch oder eine kleine Aufmunterung erhält.

Bevor er am Sonntag wieder so richtig loslegt, haben wir Frank noch einmal persönlich zu seinem Stimmungsnest befragt.

 

1) Egal, ob Profis oder Altersklasse-Athleten – bei dir erhält jeder die nötige Extraportion Motivation. Vom ersten Einsatz bis zum professionellen Stimmungsnest - wie bist du dazu gekommen?

Bei der Challenge Roth 2015 hatte ich niemanden gefunden, der an unserem Hotspot auf der Kanalbrücke moderieren wollte – so schmiss ich mich letztendlich selbst ins kalte Wasser. Das war anfangs eine echte Überwindung, denn ich gehörte damals auch zu dem Großteil der Menschen, die ihre Beine in die Hand nehmen, sobald jemand mit dem Mikrofon auf einen zukommt.

2) Wie oft pro Jahr bist du mittlerweile bei Wettkämpfen als Stimmungskanone, Motivator und Supporter im Einsatz?

Bei Wettkämpfen ca. 20mal im Jahr und bei Facebook fast täglich.

3) Deine Top 5 Songs, die bei keinem Support-Einsatz fehlen dürfen?

1. AC/DC – Thunderstruck Selbst mag ich das Lied eigentlich weniger, aber 90% der Athleten eskalieren, wenn es auf der Strecke läuft

2. Coldplay - A Sky Full Of Stars

3. Alan Walker - Tired

4. Kings Of Leon - Sex On Fire

5. Reflekt - Need To Feel Loved

"Gerade bei Liedern in Richtung „need to feel loved“ kann ich mich am besten fallen lassen und auf den kommenden Athleten eingehen."

 

4) Bei so viel Engagement für den Sport – startest du selbst auch noch bei Wettkämpfen?

Am liebsten würde ich gern jedes Jahr bei einer Langdistanz starten. Leider hat mir eine Knieoperation im vergangenen Dezember den Stecker gezogen und der Heilungsprozess dauert länger als gehofft.

Aktuell bin ich viel im Wasser unterwegs und trainiere für mein sportliches Ziel im kommenden Jahr: beim 48 Stunden Schwimmen in Spremberg die 100 km Marke zu knacken.

Bis dahin werden einige 24 Stunden Schwimmen folgen und viele Radkilometer gesammelt.

 

5) Was so einfach aussieht benötigt im Hintergrund viel Vorbereitung. Gewähre uns einen Blick hinter die Kulissen – wie bereitest du dich auf deine Einsätze vor?

Es kommt immer darauf an, bei welcher Veranstaltung ich unterwegs bin. Wird die Anlage gestellt oder muss ich sie selbst mitbringen. Bei letzterem würde ein gelungener Hotspot ohne Freunde, die mir zur Hand gehen, nur erschwert in diesem Rahmen funktionieren. Wird die Anlage gestellt, kann ich beruhigter und länger schlafen.

Was ich aber immer mache: - Musik zusammenstellen – niemals mehr als 40 Lieder. - Die Startliste durchgehen - Mich mit der Strecke auseinandersetzen - Alle Akkus und ne dicke Powerbank laden - Die Spielzeuge (Kuhglocke, Ratschen, Einhörner usw.) bereitlegen

6) Was darf in deinem Support-Kit niemals fehlen?

Bluetooth-Lautsprecher, falls die Anlage ausfallen sollte. Das ist immer meine größte Sorge, weil ich dann nicht mehr zwischendurch tanzen könnte.

7) Was gilt es zu beachten, wenn man selbst am Streckenrand für Stimmung sorgen möchte?

Falls keine Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe gibt, so nimm dir die Verpflegung mit die du benötigst. Ob du die Hände, ein Instrument oder die Stimmbänder benutzt ist eigentlich egal. Hauptsache du zeigst dem Athleten, dass er in diesem Moment der genialste Typ auf der Strecke ist.

"Wenn der Name auf der Startnummer steht…brülle ihn LAUT!"

Bei jedem Athleten bekommt man es nicht hin, aber 20% vom Starterfeld ist ein guter Maßstab. Immer im Hintergedanken behalten, dass der Letzte auf der Strecke sich am Meisten darüber freut, wenn noch jemand für ihn da ist.

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8) Was war dein bislang schönstes Erlebnis während einem deiner Stimmungs-Einsätze am Streckenrand?

Als mein Sohn mir mit seinen drei Jahren plötzlich das Mikrofon aus der Hand nahm und „AUF GEHT’S“ hineinbrüllte, war eines davon. Ein anderes, als ich ziemlich gegen Ende nach meinem ersten Tag am Mikrofon von der Kanalbrücke Eckersmühlen die 500 Meter zur Verkaufsstelle am Wald runter ging, um mir ein Radler zu holen.

Ich hatte das Mikro in der Hand und eine der Frauen meinte zu mir, ob ich derjenige sei, der seit 9 Stunden unaufhörlich den Triathleten einheizt. „Ja!“ entgegnete ich und die Leute in der Runde merkten an - ich sei ja verrückt und was für eine Ausdauer ich hätte. Mir ging das runter wie Öl und ich wusste: das machst du nochmal.

9) …und was war dein lustigstes / kuriosestes Erlebnis?

Bei der Challenge Roth 2018 musste der Tontechniker etwas umstellen. Die Musik war aus und viele Zuschauer waren zu diesem Zeitpunkt in der Sandgasse. Ich sah mich im Zugzwang und meinte zu den Zuschauern:

"Hey, auch nochmals an die Zuschauer an der Strecke, ihr seid so klasse und es ist toll mit euch hier so eine geniale Party zu feiern! Ich erhöhte den Ton noch etwas und schrie ins Mikrofon: „SOLL ICH MAL EIN LIED FÜR EUCH SINGEN!?"

Kaum hatte ich das letzte Wort ausgesprochen, klopfte mir mein Freund Felix Walchshöfer, dessen Kommen ich nicht bemerkt hatte - auf die Schulter und zog das Mikro langsam zu sich:

"Ääääääähhm NEIN FRANK, BITTE NICHT!" Den Zuschauern hat diese zum Glück „kurze Musikpause“ sehr gut gefallen.

 

10) Wie sieht deine Saisonplanung 2019 aus? Und falls du noch freie Wochenenden hast – wie kann man dich buchen?

Aus persönlichen Gründen hab ich meine Saisonplanung etwas spät begonnen. Daher bin ich an einigen Wochenenden noch bereit vollig aufgedreht durchzudrehen! (lach)

Außer:

  • 07.07. Challenge Roth
  • 14.07. Bodensee Megathlon Radolfszell (evtl.)
  • 04.08. Regensburger Triathlon
  • 14.09. Challenge Almere-Amsterdam

Unter kontakt@frank-horras.de kann man mich erreichen.

11) Gibt es etwas was du in Richtung Veranstalter loswerden magst?

Ein Triathlet ist keine Nummer! Sie oder er hat einen Vornamen der sichtbar auf die Startnummer gehört - damit er von den Zuschauern ordentlich angebrüllt werden kann!


CMO & Co-Founder @ TIME2TRI
Steffie ist die Frau für schöne Dinge. Weil sie gutes Design und das Besondere liebt, gestaltete sie ihren Trainingsplan bis zur Geburt von TIME2TRI mangels gefallender Trainingssoftware noch kreativ per Hand. Steffie macht Sport nicht nur aus Spaß an der Bewegung sondern auch, weil sie Herausforderungen liebt. Apropos: Unsere Kreative liebt das Abhaken von To-Do-Listen und gesundes Essen - ihre Schwachstelle ist allerdings der Ritter Sport-Fabrikverkauf...

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