5 Gründe für Kraul statt Brust im Triathlon


Die erste Disziplin im Triathlon ist für viele Athleten die schwierigste. Wer von Null an Schwimmen lernt, startet in der Regel mit dem Bruststil, da dieser koordinativ am einfachsten ist. Die rechte Seite macht das gleiche wie der linke und zu Beginn kann sogar der Kopf oben gehalten werden zum Atmen. Wer es bis hier hin geschafft hat und regelmäßig ein paar Bahnen zieht, dem steht für den ersten Volkstriathlon nichts im Weg. Geübte Brustschwimmer spielen oft mit dem Gedanken den nächsten Schritt zu gehen und das Kraulschwimmen zu erlernen.

Fünf gute Gründe, die für Kraulschwimmen sprechen

1. Der Zeitgewinn

Kraulschwimmen ist die schnellste Schwimmart – das ist ja aus dem Schwimmsport bekannt. Ein kleiner Vergleich über die Weltrekorde im Schwimmen:

  • 100m Freistil (Kraulschwimmen): 46,91 Sekunden
  • 100m Brustschwimmen: 57,92 Sekunden

Das entspricht 11 Sekunden Vorsprung auf nur 100m. Über die 200m Distanz beträgt die Differenz sogar fast 26 Sekunden! Die Differenz der Zeiten zur Distanz steigt also exponentiell. Viele Krauleinsteiger überkommt zu Beginn nur erst mal der Frust, da Kraulschwimmen technisch sehr anspruchsvoll ist und man zusätzlich mit der Atmung zu kämpfen hat. So ist es keine Seltenheit, dass man zu Beginn im Bruststil mit weniger Anstrengung doch schneller ist als im Kraulstil. Hier heißt es üben üben üben. Und das am besten mit kompetenter Anleitung. Die Mühen lohnen sich!

2. Die Wende

Geübte Kraulschwimmer können zusätzlich an der Wende Zeit gut machen – vorausgesetzt der Wettkampf findet im Becken statt. Mit der Rollwende können einige Zehntelsekunden gut gemacht werden, die sich mit jeder Bahn auf einzelne Sekunden aufaddieren. Doch die Rollwende ist nicht nur wesentlich schneller als die Kippwende, sie ist auch viel ökonomischer. Die Rollwende erfolgt in einem Fluss, während bei der Kippwende abgebremst und neu beschleunigt werden muss. Auch hier gilt das bereits angesprochene: Eine schlecht ausgeführte Rollwende kann unter Umständen langsamer sein als eine Kippwende. Somit heißt es auch hier: Üben üben üben.

Wettkampf Schwimmtraining
Kraulschwimmen im Triathlon

3. Der Motor

Beim Brustschwimmen erfolgt der Hauptantrieb aus den Beinen, die Arme haben eine eher untergeordnete Rolle. Beim Kraulschwimmen ist es hingegen andersrum – hier tragen die Arme mit 70% am meisten zum Vortrieb bei. Abgesehen vom Start, bei dem jeder über einen kurzen Sprint sich versucht die beste Position zu verschaffen, laufen die Beine ansonsten locker mit, um die Wasserlage zu stabilisieren. Für den Triathleten ist das vorteilhaft, da er seine Beine noch zum Radfahren und Laufen benötigt.

4. Die Umstellung

Ganz ungewohnt ist der Wechsel vom Schwimmen zum Radfahren inklusive kurzem Laufen in der Wechselzone. Auch hier bringt das Kraulschwimmen einen entscheidenden Vorteil. Die Frequenz beim Brustschwimmen ist eher langsam und ein wenig „abgehackt“ durch die Gleitphase. Beim Kraulschwimmen ist die Beinschlagfrequenz deutlich höher, die Beine immer in lockerer Bewegung, was in etwa der Frequenz beim Radfahren entspricht. Dadurch fällt die Umstellung auf die nächste Disziplin deutlich leichter.

5. Die Gesundheit

Zur Atmung beim Brustschwimmen muss der Kopf sehr stark in den Nacken genommen werden. Ganz extrem wird das, wenn zeitgleich versucht wird eine flache Wasserlage zu halten. Das kann auf Dauer schädlich sein für die Halswirbelsäule. Beim Kraulschwimmen kann der Kopf weitestgehend in neutraler Position der Wirbelsäule gehalten werden, soweit die nächsten drei Meter einsehbar sind. Zur Atmung wird genau aus dieser Position der Kopf lediglich zur Seite gedreht, statt ihn in den Nacken zu nehmen. Mehr zur Atmung beim Kraulschwimmen, kannst du in unserem Artikel lesen.

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Über Sandra Schlichenmaier

Als Leistungssportlerin mag Sandra Abwechslung beim Sport und nutzt TIME2TRI, um Struktur in ihr Training zu bringen. Sandra ist die Disziplin in Person, aber wenn bei ihr morgens ein Nüchternlauf auf dem Plan steht, fällt er öfters mal auf dem Weg vom Bett zum Frühstückstisch dem Hunger zum Opfer. Da die Athletin in ihrer Karriere mit zahlreichen Trainern zusammen gearbeitet hat und selbst als Trainer aktiv ist, hält sie bei uns den Kontakt zu den Coaches.

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