Der Unterschied zwischen Clincher, Tubeless und Tubular


Auf unseren Renn- und Triathlonrädern sind entweder Clincher-, Tubeless- oder Tubular-Reifen angebracht. Doch welche? Der Unterschied ist von außen schwer zu erkennen und nur im Detail sichtbar.

Häufig wird die Frage gestellt, welcher Reifen der Schnellste ist. Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten, denn verschiedene Tests kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Zudem kommt es auf die Details im Einzelnen an: unter anderem auf die Kombination aus Mantel, Schlauch und Bauweise. Wer wissen möchte, welcher Reifen aktuell der Schnellste ist, findet in den verschiedenen Fachzeitschriften ausführliche Tests im Windkanal oder auf der Radrennbahn.

Dieser Artikel soll euch die grundsätzlichen Unterschiede der verschiedenen Reifen-Arten näherbringen.

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Clincher – der Standard

Clincher ist Englisch und bedeutet frei übersetzt so viel wie „Drahtreifen“. Dies ist jedoch irreführend, da in den meisten Mänteln heutzutage kein Draht mehr verbaut ist, sondern ein Hightech-Bündel aus Nylon und Keflar. Deshalb ist die gebräuchliche Bezeichnung auch Faltreifen. Aufgrund von Eigenschaften wie Gewicht und Flexibilität wurde der Draht, welcher den Mantel auf der Felge hält, durch ein Nylon-Keflar-Geflecht ersetzt. Gehalten wird es durch den Schlauch im Inneren des Mantels, der den Mantel gegen die Felge in das Felgenhorn drückt.

Vorteile

  • Der „Standard“ im Rennrad-Bereich und somit kostengünstig
  • Kann schnell und einfach selbst gewechselt werden
  • Im Pannenfall ist meist nur der Schlauch zu tauschen

Tubeless – der Newcommer

Tubeless Reifen sind schlauchlose Mäntel. Sie werden bereits erfolgreich und intensiv beim Mountainbike eingesetzt. Hierzu ist eine spezielle Felge (die als „Tubeless ready“ gekennzeichnet wird) oder die Vorarbeit durch Abdichten der Felge notwendig. Ähnlich wie bei einem Auto wird der Tubeless Reifen ohne Schlauch gefahren und das Ventil direkt in die Felge eingeschraubt.

Da sich die Felgen- und Mantelform von Clincher und Tubeless stark ähneln, ist es möglich, eine herkömmliche Clincher Felge durch das Abdichten der Felgenlöcher auch mit einem Tubeless Mantel zu fahren. Andersherum können Felgen, die als „Tubeless Ready“ gebaut sind, auch als Clincher gefahren werden. Die Auswahl an reinen Tublessreifen ist aktuell noch überschaubar.

Clincher Tubeless Tubular
Aufbau der verschiedenen Reifentypen – Tubular, Clincher, Tubeless

 

Vorteile

  • Kein Schlauch nötig, wodurch die Kosten gesenkt und Gewicht reduziert wird
  • Felge ist kompatibel mit Faltreifen
  • Im Pannenfall kann ein Schlauch benutzt werden

Tubular – die Alternative

Auch bekannt als „Schlauchreifen“ sind sie die bekanntere Alternative zum Clincher. Bei dieser Variante ist der Schlauch mit dem Mantel vernäht. Somit bedarf es einer eigenen Felgenform und etwas mehr Fachwissen bei der Montage.

Der Schlauchreifen wird auf die Felge geklebt. Das erfordert etwas mehr Montagezeit, da der Schlauchreifen immer vorgedehnt wird und der Kleber vor und nach dem Aufziehen auf der Felge trocknen muss. Auch im Pannenfall ist hier etwas mehr Erfahrung nötig, da entweder mit Pannenmilch gearbeitet wird oder der komplette Schlauchreifen getauscht werden muss.

Vorteile

  • Sehr gute Notlaufeigenschaften, der Mantel kann nicht von der Felge springen da er verklebt ist
  • Schlauch und Mantel sind vernäht, daher kein „Einklemmen“ des Schlauchs bei der Montage
  • Laufräder haben eine leichtere Bauweise

Fazit

Jede der drei Möglichkeiten bietet Vor- und Nachteile in Sachen Gewicht, Rollwiderstand und Wechselmöglichkeiten. Bevor man sich Laufräder kauft, sollte man sich in Ruhe mit den Unterschieden der einzelnen Varianten vertraut machen und im Anschluss die für sich richtige Entscheidung treffen. Am Ende bleibt es auch immer noch eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Über Simon Schlichenmaier

Simon ist Triathlet aus Passion und will nicht nur sportlich immer besser werden. Sein Ziel ist es, durch TIME2TRI diese Leidenschaft an andere Athleten weiterzugeben. Als User der ersten Stunde ist er bei TIME2TRI besonders kritisch und will die perfekte Software als Trainingsbegleiter. Privat ist Simon ein "Mitesser" und spekuliert immer darauf, dass andere ihre Portion nicht schaffen.

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