Die Macht der Hormone

Ein Frauenthema: Profi-Triathletin Laura Zimmermann zeigt auf, welche Auswirkungen Hormone auf den weiblichen Körper haben.

Geschrieben von Laura Zimmermann 12. Juni 2019

Es ist mal wieder an der Zeit für ein Frauenthema. ;-) Wenn Ihr Männer auch daran interessiert seid, was im Frauenkörper so vor sich geht, seid ihr natürlich herzlich zum Weiterlesen eingeladen.

Foto: Andrea Buna
Foto: Andrea Buna

In den vergangenen Monaten musste ich immer wieder feststellen, dass ich in den Tagen vor dem Einsetzen der Periode extrem anfällig für Infektionen bin. Der Hals fängt an zu kratzen, die Nase ist etwas verstopft - PAAANNNNIIIIKKKK!!! Leider hat es mich dann auch schon einige Male mit einer Erkältung erwischt. Aber was sind bloß die Gründe dafür?! Zu einer ziemlich großen Sicherheit - der weibliche Hormoncocktail! Vielleicht kennt ihr auch schon meinen Artikel Menstruationszyklus-gesteuertes-Training. Diesmal habe ich mich erneut mit dem Zyklus auseinandergesetzt, allerdings eher damit, wie sich die Hormone auf die Physis und Psyche auswirken. Nach meiner Recherche habe ich für euch hier ein paar interessante Fakten zusammengefasst (auch wenn davon sicherlich nicht alle hochwissenschaftlich belegt sind). Forscher aus den USA haben festgestellt, dass für Frauen der 28-Tage-Menstruationszyklus nach dem Schlafrhythmus der wichtigste Taktgeber im Leben darstellt. Die Hormonforschung boomt und täglich gibt es neue Erkenntnisse. Die Lebenswelt der Frauen wird nicht unwesentlich von den Hormonen beeinflusst. Während das männliche Geschlechtshormon Testosteron für räumliches Vorstellungsvermögen und abstraktes Denken zuständig ist, spielt das weibliche Hormon Östrogen unter anderem beim Schutz eines erhöhten Cholesterinspiegels, Gewichtsproblemen, und Haarausfall eine wesentliche Rolle. Der 28-tägige Hormonzyklus bestimmt viele biologische Prozesse im Körper der Frau. Dazu gehören Hoch- allerdings auch Tiefphasen. Hormone bestimmen unter anderem das Leistungsvermögen, Emotionen, Ausstrahlung, Gewicht, Aussehen, das Immunsystem und vieles mehr.

Appetit

Höhepunkt: 18. bis 21. Tag: Der Stoffwechel funktioniert gut und der Appetit ist normal. Tiefpunkt: 15. bis 17. Tag: Einige Frauen neigen zu vermehrten Appetit und verfallen Heißhungerattacken. Versucht besonders in dieser verführerischen Zeitspanne auf eine ausgewogene Ernährung zu achten und euch bei Süßigkeiten, Weißmehlprodukten, Wurst usw. einzuschränken. Das gilt natürlich generell. ;-)

Emotionen

Vom 10. bis 12. Tag nach Einsetzten der Regel bis kurz vor dem Eisprung fühlt sich die Frau gut, hat super Laune, ist redegewandt, und kann klare Gedanken fassen.  Laut einer Studie funktionieren auch der Geruchssinn und das Hören besser als es sonst der Fall ist. Im Zeitraum vom 22. bis 28. Tag (prämenstruelle Phase) fühlen sich viele Frauen (individuell variierend) unausgeglichen und neigen zu depressiven Verstimmungen. Was dagegen hilft?! Meiner Meinung nach sollte man sich dieser schwierigen Phase bewusst sein und versuchen dementsprechend der schlechten Laune mit viel Bewegung an der frischen Luft, Freunde treffen, Dingen die einem guttun, Licht und Sonne versuchen entgegen zu wirken.

Foto: Kilian Kreb
Foto: Kilian Kreb

Gewicht

Höhepunkt:  1. bis 7. Tag: Der Hormonspiegel fällt ab, der Stoffwechsel arbeitet auf Hochtouren und überflüssige Wassereinlagerungen werden rasch wieder ausgeschieden. Tiefpunkt: 24. bis 28. Tag: Viele Frauen fühlen sich unwohl, leiden unter einem Blähbauch, dicken Fingern, und aufgequollenen Lidern. In diesem Abschnitt kommt es zu Wassereinlagerungen, die in der Regel zwischen 0,5 -4 kg mehr auf der Waage ausmachen können. Inwiefern sich plötzliche 4 kg negativ auf die Leistung auswirken können, muss ich hier denke ich nicht weiter erläutern und vorrechnen. Für mich ein bedeutender Grund, meine Wettkämpfe bestmöglich nach meinem Zyklus zu planen. Mit entwässernden Tees etc. konnte ich bei diesem Problem übrigens leider keine positiven Auswirkungen feststellen.

Haut/Haare

Tiefpunkte: 6. und 7. Tag: durch den niedrigen Östrogenspiegel bildet die Haut mehr Talg und neigt zu Unreinheiten. Auch die Haare leiden unter dem Hormonabfall. 22. bis 24. Tag: ein erneuter Abfall des Östrogenspiegels und die Zunahme des Progesterons verursachen Pickel und schnell fettendes Haar. Höhepunkt: 8. bis 10. Tag: Die Haut ist rein und die Haare glänzen.

Immunsystem

Höhepunkt: zwischen dem 22. bis 28. Tag ist der Körper besonders leistungsfähig.  Alles scheint leicht von der Hand zu gehen. Belastungen und Herausforderungen fühlen sich leicht zu bewältigen an. Durch den Anstieg der weiblichen Hormone kommt es zu einer Verbesserung der Sauerstoffzufuhr und der Pumpkraft des Herzens. Tiefpunkt: 1 bis 4. Tag der Menstruation:  Müdigkeit, Antriebslosigkeit sowie weitere individuell variierende Beschwerden treten auf. Der Körper ist anfälliger für Infektionen. 15. Tag: Studien zeigen, dass während des Eisprungs das Immunsystem durch einen erhöhten Östrogenspiegel geschwächt sein kann. Hier kann ich euch nur empfehlen, in den kritischen Phasen besonders auf euren Körper zu hören und gegebenenfalls mal einen Gang zurückzuschalten. Ich weiß das ist immer leichter gesagt als getan... Mein Geheimrezept falls ihr das Gefühl habt, dass etwas im Anflug ist oder ihr auch einfach nur rein prophylaktisch agieren möchtet: Ingwer Ingwer Ingwer und noch mehr Ingwer, vietnamesische Spring-Rolls und Immuntee. (Rezept siehe mein vergangener Artikel).

Gebt auf euch Acht!
Eure Laura


Profi-Triathletin
Laura ist die Frau, die man im Wettkampf nur von hinten sieht. Die Durchstarterin aus dem Allgäu gilt in ihrer Heimat als die größte Triathlon-Hoffnung bei den Frauen und sammelt neben ihrem Job als Zahnärztin Podiumsplätze wie andere Leute Briefmarken. Bei TIME2TRI ist Laura mit vielen Tipps, Tricks und Einblicken rund um den Triathlon-Alltag mit an Bord.

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