Mein neues Leben als Triathlonprofi

Was hat sich geändert, seit dem ich Triathlonprofi geworden bin?

Geschrieben von Laura Zimmermann 23. April 2017

Gut 8 Monate ist es her –– das Staatsexamen und somit das Ende meiner Studienzeit. Die Zeit nach dem Studium ist die Zeit des Umbruchs und gleichzeitig der Start eines neuen Lebensabschnitts.

Einerseits habe ich mich riesig auf diese anstehende Lebensphase gefreut, andererseits hatte ich aber auch großen Respekt und Angst vor diesem neuen Lebensabschnitt. Angst vor der Zeit, auf welche ich solange hingearbeitet hatte – schon seltsam irgendwie, oder?!

Würzburg war für mich zur neuen Heimat geworden und ich musste mich von dort verabschieden und mir in meinem neuen Lebensmittelpunkt erstmal ein Umfeld aufbauen. In dieser Zeit des Neuanfangs wird einem erst so richtig bewusst, was man alles als selbstverständlich hingenommen hat. Angefangen bei all den Freunden, auf die man sich immer zu 100% verlassen kann bis hin zu meinen Trainingskollegen, Verein, Radhändler, Physiotherapeuten, 50m Schwimmbecken, Fitnessstudio....

Dieses Umfeld spielt neben der Gesundheit eine wesentliche Rolle, um den Sport professionell erfolgreich ausüben zu können.

Dieses Umfeld spielt neben der Gesundheit eine wesentliche Rolle, um den Sport professionell erfolgreich ausüben zu können. Der Aufbau eines neuen Umfelds war für mich eine Herausforderung und hat eine Weile gedauert.

Schwarzwald - Foto: Laura ZimmermannSchwarzwald - Foto: Laura Zimmermann

In meinem Leben als Nachwuchsprofi hat sich sehr viel geändert. Für mich eine der wertvollsten Veränderungen ist die Flexibilität. Ich kann mir meine Zeit selbst einteilen und muss nicht mehr wie im verschulten Zahnmedizin-Studium den ganzen Tag von A nach B hetzen. Meine Wochenenden sind nicht wie zu Studienzeiten komplett mit Trainingseinheiten ausgefüllt und es bleibt mir mehr Zeit für Freunde und Familie.

"Sport ist meine große Leidenschaft und ich habe mir einen Lebenstraum erfüllt."

Derzeit sitzt mir leider meine Doktorarbeit noch im Nacken. Da kann der Tag schon wirklich sehr ausgefüllt sein. In den umfangreichen Trainingsphasen allerdings genieße ich es besonders, mich voll und ganz auf den Sport konzentrieren zu dürfen. Ich komme nicht mehr erst spät abends von der Uni und dem anschließenden Training nach Hause und kann zwischendurch den Haushalt schmeißen.

Dadurch bleiben mir viele entspannte Abende, die ich gemeinsam mit meinem Freund ausklingen lassen kann. Meine Schlafzeiten haben sich um etwa 1/3 verlängert – eine Steigerung von 6 Stunden auf durchschnittlich 9 Stunden. Morgens kann ich meist zu humanen Zeiten aufstehen und entspannt in den Tag starten. Was dieser Punkt für die Erholung bedeutet, kann sich jeder von euch sicherlich gut vorstellen. Einen großen Teil meiner Vorbereitung für die Saison 2017 durfte ich in warmen Gefilden absolvieren und konnte dadurch dem Winter insgesamt 9 Wochen entfliehen.

Mein Trainer war in meinen Trainingslagern mit dabei und wir konnten dadurch qualitativ hochwertig arbeiten.

Foto: Kilian KrebFoto: Kilian Kreb

Sport ist meine große Leidenschaft und ich habe mir durch die stetige Steigerung meiner Leistung einen Lebenstraum erfüllen können. Durch meine Arbeit und die Unterstützung der Sponsoren habe ich die Möglichkeit, dieses Leben leben zu dürfen.

Hierfür bin ich sehr dankbar. Neben dem ganzen Training und den regenerativen Maßnahmen fällt sehr viel organisatorische Arbeit an, welche vom Zeitaufwand nicht zu unterschätzen ist. Die Präsenz auf Veranstaltungen, Artikelschreiben, das Referieren und das Anleiten von Trainingseinheiten möchte ich dennoch nicht missen.

Ein Einblick in einen ganz normalen Tag als Triathlonprofi

8:00 Uhr Aufstehen und Frühstück Organisatorisches und Haushalt 10:30 Uhr erste Einheit zB 1:30h Laufen mit Intervallen 12:30 Uhr Mittagessen 15:00 Uhr zweite Einheit z.B. Krafttraining 1:30h 16:45-17:30 Uhr kurzer Snack und Ausruhen 18:00 Uhr 3. Einheit z.B Schwimmen 1:15h 20:00 Uhr Abendessen 20.30 - 23:00 Uhr Mobilisation, Freizeit oder Doktorarbeit 23:00 Uhr Schlafen gehen

Foto: Christoph JordaFoto: Christoph Jorda

Meine Pläne für 2017

Für 2017 stehen einige Wettkämpfe auf der Agenda: 23.04. Chia Sardinia Triathlon 12.05 Citylauf Aschaffenburg 25.06 MD Chiemsee 23.07 MD Trumer Triathlon Österreich 20.08 DM MD Allgäu Triathlon 26.08 Transvorarlberg 10.09 IM 70.3 Rügen (eventuell) Ich freue mich auf die bevorstehende Saison!


Profi-Triathletin
Laura ist die Frau, die man im Wettkampf nur von hinten sieht. Die Durchstarterin aus dem Allgäu gilt in ihrer Heimat als die größte Triathlon-Hoffnung bei den Frauen und sammelt neben ihrem Job als Zahnärztin Podiumsplätze wie andere Leute Briefmarken. Bei TIME2TRI ist Laura mit vielen Tipps, Tricks und Einblicken rund um den Triathlon-Alltag mit an Bord.

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