Hintergrundwissen zum Kraulschwimmen


Jeder Athlet, der sich mit dem Kraulschwimmen beschäftigt, hört vom Trainer oft die gleichen Sätze wie „deine Gleitphase ist zu kurz“ oder „dein Arm zieht zu tief unter Wasser“. Natürlich kann man versuchen, die Gleitphase „einfach“ zu verlängern, oder den Armzug nicht zu tief durchzuführen, aber oftmals hilft es, zu verstehen, warum die Änderung sinnvoll ist. Ich will versuchen, euch die Hintergründe der gängigen Fehler zu erklären.

„Deine Gleitphase ist zu kurz“

Das bedeutet, dass der Arm vorne nicht liegen bleibt und keine kurze Ruhephase hat. Hiermit ist schon der erste Punkt genannt: Eine kurze Ruhephase. Ohne Gleitphase sind die Arme andauernd in Bewegung, was Sauerstoff raubt. Zudem bremst der abfallende Arm den Vorschub aus, den man gerade mit dem anderen Arm erzeugt hat. Man kann sich also vorstellen, den nach vorne gestreckten Arm wie ein Surfbrett zu benutzen, während man mit dem anderen Arm „anschiebt“.

Zugphase beim Kraulschwimmen
Zugphase beim Kraulschwimmen

„Dein Arm zieht zu tief unter Wasser“

Hier kommt hauptsächlich zu tragen, dass dies zu Schulterschmerzen führen kann. Das haben wir in einem anderen Artikel bereits ausführlich erläutert. Dazu kommt es meist, wenn mit geradem Arm nach unten gezogen wird. Wer sich dunkel an Physik erinnert, weiß, dass die Energie immer entgegen der Bewegung geht. Wer den Arm nach vorne streckt und ihn nur aus der Schulter nach unten bewegt, drückt sich eigentlich nach oben. Das gleiche passiert andersherum, wenn der Arm hinten aus dem Wasser kommt. Man drückt sich nach unten. Daher sollte der Arm nach der Gleitphase früh angewinkelt werden, damit die Handfläche immer nach hinten zeigt, um Vorschub nach vorne zu erzeugen.

„Dein Armzug ist zu kurz“

„Zu kurz“ heißt, dass die Druckphase fehlt. In der Druckphase erzeugt man beim Kraulschwimmen den meisten Vortrieb. Die Profis beschleunigen in dieser Phase sogar den Armzug, um die maximale Geschwindigkeit zu erzeugen. Im Endpunkt deiner Druckphase sollte dein Daumen die Mitte deines Oberschenkels streifen. So merkst du im Training immer, ob der Armzug lang genug ist.

Atmung beim Kraulschwimmen
Rückholphase beim Kraulschwimmen

„Du hast keinen hohen Ellenbogen“

Der hohe Ellenbogen ist wichtig in der Rückholphase, also wenn der Arm über Wasser wieder nach vorne geführt wird. Wird der Arm gestreckt nach vorne geführt, ist die Bewegungsrichtung kurz vor dem Eintauchen von oben nach unten und es sehr schwierig den Arm abzubremsen, wodurch die Gleitphase entfällt (siehe oben). Wird der Arm angewinkelt, der Ellenbogen hoch gehalten und die Hand knapp über die Wasseroberfläche geführt, taucht die Hand nach vorne ins Wasser ein. Vorne ist die Richtung, in die man möchte, man macht sich automatisch lang und gleitet.

Über Sandra Schlichenmaier

Als Leistungssportlerin mag Sandra Abwechslung beim Sport und nutzt TIME2TRI, um Struktur in ihr Training zu bringen. Sandra ist die Disziplin in Person, aber wenn bei ihr morgens ein Nüchternlauf auf dem Plan steht, fällt er öfters mal auf dem Weg vom Bett zum Frühstückstisch dem Hunger zum Opfer. Da die Athletin in ihrer Karriere mit zahlreichen Trainern zusammen gearbeitet hat und selbst als Trainer aktiv ist, hält sie bei uns den Kontakt zu den Coaches.

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