Muss ich eigentlich Kraul schwimmen können? Racing Aloha erklärt


Im heutigen Gastbeitrag zum TIME2TRI Rookie Projekt beschäftigt sich Tamara vom Team Racing Aloha für euch mit der Frage: muss ich bei meinem ersten Triathlonwettkampf eigentlich Kraul schwimmen können?

Tamara Hinz vom Team Racing Aloha Foto: Moritz Sonntag
Tamara vom Team Racing Aloha
Foto: Moritz Sonntag

Aller Anfang ist schwer

Eine der größten Hürden im Triathlon, vor allem für Anfänger, ist wohl das Schwimmen. Wasser ist ein Element, mit dem viele von uns nicht sehr vertraut sind. Schwimmen haben die meisten von uns als Kind irgendwie gelernt – mit dem Ziel, sich über Wasser halten zu können, egal ob mit einer Schere im Brustbeinschlag oder einer nicht zu identifizierenden Schwimmlage. Das Kraulschwimmen stellt für viele neben der fehlenden Technik auch eine echte Überwindung dar: Kopf unter Wasser – aaaahhhh, die Haare werden nass.

Naja, spätestens als Triathlet/in, weiß man, was es heißt, zu schwitzen und sich immer wieder mit einer schlecht sitzenden Frisur abzufinden.

Erster großer Schritt gemacht!!! :-)

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Nun ist es beim Triathlon ja einfach so, dass man – im Fall vom TIME2TRI Rookie Projekt 380m, meist jedoch eine Schwimmstrecke von 400m (bis zu 3,8km) zurücklegen muss, um dann auf sein Rad und später in die Laufschuhe steigen zu dürfen. Um das Schwimmen kommt man also nicht herum – es gehört einfach dazu.

Aber muss man warten und üben, bis man die komplette Schwimmstrecke in Kraul bewältigen kann, um an einem Triathlon teilnehmen zu können? Da gibt es eine ganz eindeutige Antwort – NEIN!

Die einzige Voraussetzung ist, dass man die Strecke bewältigen kann. Egal wie. Kraul, Brust, Rücken oder wer will auch in Delphin. Alles ist möglich.

Jeder, der schon einmal bei einem Jedermann-Triathlon zugeschaut hat, weiß das auch. Dort findet man (zum Glück) immer wieder viele Teilnehmer/innen, welche die Auftaktdisziplin in Brust bewältigen. Diese Sportler/innen sind dadurch bestimmt auch (insgesamt) schneller als diejenigen, die mit großer Mühe und Anstrengung krampfhaft versuchen, Kraul zu schwimmen.

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Üben, üben, üben

Vielleicht habt ihr schonmal versucht, eine Bahn zu kraulen. Nach 25m keuchend am Beckenrand angekommen, während der 25m vielleicht noch viermal verschluckt, fragt man sich ernsthaft, wie man jemals einen Triathlon überstehen soll.

Macht euch bewusst: jede neue Sportart verlangt einem am Anfang enorm viel ab. Vor allem Geduld. Daher ist es am Anfang einfach wichtig, die Ausdauer ins Wasser zu bringen. Man kann ein noch so guter und schon langjähriger Läufer/Radfahrer sein, im Wasser aber fühlt man sich erst mal wieder wie ein totaler Nichtsportler. Da heißt es: üben, üben, üben.

„Man kann ein noch so guter und langjähriger Läufer/Radfahrer sein, im Wasser aber fühlt man sich erst mal wieder wie ein totaler Nichtsportler. Da heißt es: üben, üben, üben.“

Man wird sehr schnell in der Brustlage eine Verbesserung spüren, einfach weil einem die Bewegung schon etwas bekannter ist als das Kraulen. Und da ist schon der ganze Clou: Solange man Kraulschwimmen nicht verinnerlicht hat (und ich würde sagen, das dauert schon seine Zeit!) ist man mit Brustschwimmen nicht langsamer. Auf der ersten Bahn vielleicht. Aber auf die Länge bestimmt nicht. Dazu kommt, dass man beim Wettkampf selten im Becken schwimmt, daher spielt der Orientierungssinn eine wesentliche Rolle. Beim Brustschwimmen schaut man notgedrungen regelmäßig nach vorne und sieht die Bojen und die Menschen um sich herum. Beim unsicheren Kraulschwimmen muss man erst einmal aus der Startermenge finden, um sich dann den Weg zur Boje zu suchen. Dies gelingt aber auch nur über die Atmung nach vorne. Die ist wiederum um einiges kraftraubender als die normale seitliche Atmung und fällt sogar dem ein oder anderen geübten Kraul-Schwimmer schwer.

Wenn ihr dann die Schwimmstrecke hinter euch gebracht habt, seid ihr ja noch lange nicht im Ziel. Es warten noch das Radfahren und das Laufen auf euch, was noch sehr sehr viel mehr Körner kostet. Deshalb: nicht alle Kraft schon beim Schwimmen vergeuden und lieber den ein oder anderen Zug mehr Brust einbauen!

Um dann beim zweiten, dritten oder vierten Triathlon die Schwimmstrecke in Kraul absolvieren zu können, raten wir euch, sehr viel Zeit in das Schwimmen zu stecken. Mit Fleiß erreicht man die schnellsten Fortschritte. Wenn ihr dann die Technik von Anfang an dann noch sauber lernt (zB im Rahmen eines Kraulkurses für Erwachsene), dann seid ihr auf dem richtigen Weg. Viel Spaß dabei!

P.S.: Merkt euch eins, mit Schwimmen kann man keinen Triathlon gewinnen… (verlieren vielleicht, aber das will ich mal nicht gesagt haben)

P.P.S: Kleiner Fun fact: in Australien lernen die Kinder nicht zuerst Brust-Schwimmen wie bei uns, sondern zuerst Kraul-Schwimmen. Das sind also alles geborene Triathleten… die haben es gut!

Über Stephanie Päthe

Steffie ist die Frau für schöne Dinge. Weil sie gutes Design und das Besondere liebt, gestaltete sie ihren Trainingsplan bis zur Geburt von TIME2TRI mangels gefallender Trainingssoftware noch kreativ per Hand. Steffie macht Sport nicht nur aus Spaß an der Bewegung sondern auch, weil sie Herausforderungen liebt. Apropos: Unsere Kreative liebt das Abhaken von To-Do-Listen und gesundes Essen - ihre Schwachstelle ist allerdings der Ritter Sport-Fabrikverkauf...

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